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Dialekt

10.04.2013

Boarisch ist fei a bärige Sprach

Siegfried Bradl vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte ist auch Volksmusikberater.
Bild: Abt

Beim Mundarttag des Fördervereins für Bairische Sprache am Samstag im Bauernmarkt in Dasing kommen Autoren aus fünf Sprachregionen des Freistaats zusammen. Ein Interview.

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte (FDSB) veranstaltet am Samstag erstmals einen Altbairischen Mundarttag im Wittelsbacher Land. Damit soll für die Verwendung und Weitergabe des regionalen Dialekts geworben werden (wir berichteten). Siegfried Bradl ist Zweiter Vorsitzender der Vereins und Volksmusikberater der Landkreise Aichach-Friedberg und Dachau.

Soll dieser Tag zu einer festen Einrichtung im Kalender werden?

Siegfried Bradl: Das wird sich zeigen. Wir sind haben viel Energie in die Organisation hineingesteckt. Ob es ein Erfolg wird, wird sich am Samstag zeigen. Erst dann kann man sagen, ob der Altbairische Mundarttag wiederholt wird.

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Die bayerische Sprache ist im Niedergang begriffen . . .

Siegfried Bradl: Im Niedergang würde ich jetzt nicht sagen. Immerhin gibt es zwölf Millionen bairisch sprechende Menschen. Allerdings hat die Unesco 2009 Bairisch als gefährdete Sprache eingestuft. Gründe dafür sind vor allem die Globalisierung, die Mobilität der Menschen und die starke Migration in unserer Gegend. Zudem wird in den Familien immer weniger Bairisch gesprochen. Das ist wirklich schade, da man heute – auch wissenschaftlich nachgewiesen –- weiß, dass beim Aufwachsen der Kinder in der regionalen Mundart, die besten Voraussetzungen für das Erlernen einer Fremdsprache gelegt werden.

Welche Probleme sehen Sie, wenn nicht mehr Bairisch gesprochen wird?

Siegfried Bradl: Ich sehe unsere kulturellen Wurzeln und Werte bedroht. Meiner Meinung weiß der Mensch erst wo er hingehen soll, wenn er weiß wo er herkommt. Außerdem gehen die Ausdrucksmöglichkeiten, die im Dialekt viel filigraner sind, verloren.

Gibt es dafür Beispiele?

Siegfried Bradl: Ja viele. Zum Beispiel beim deutschen „Das schmeckt lecker“. Im Bairischen kann man dagegen unter anderem „dees schmeckt sauguad“, „dees schmeckt fei narrisch guad“, „dees is gschmackig“, „dees hod vielleicht an Biß“, „dees schmeckt pfundig“ oder „dees schmeckt bärig“ sagen. Des sagt doch viel mehr aus als das deutsche „lecker“.

Mir fällt noch „fei“ ein. Das gibt’s im Hochdeutschen nicht.

Siegfried Bradl: Bei einer Umfrage wurde „fei“ zum beliebtesten bairischen Wort gewählt. Man kann „fei“ in vielen verschiedenen Situationen benutzen. Zum Beispiel wenn etwas absolut ist: „Dees is fei vabotn!“ Oder als Warnung: „Dees sog i fei da Mama!“ oder „An mein Zaun werd fei ned hibieslt!“ Oder wenn man etwas so gut wie möglich machen sollte: „Bass fei auf!“ oder „Foi fei ned owe!“ Allein daran sieht man schon wie facettenreich Bairisch sein kann.

Das ganze Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Aichacher Nachrichten.

Mundarttag Veranstaltung „So klingt’s bei uns“ mit Munartautoren am Samstag, 13. April, im Dasinger Bauernmarkt, 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Platzreservierung unter Telefon 08254/8665 oder siegfreid.bradl@web.de

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