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Schloss Scherneck

21.10.2014

Brauerei Scherneck steht derzeit still

Auf Schloss Scherneck wird derzeit nicht gebraut. 
Bild: Klaus F. Linscheid

Bei einer Kontrolle des Landratsamtes werden Betriebsteile der Produktion beanstandet. Schlossherr Florian Sommer betont aber, dass damit die 300 Jahre alte Brautradition nicht endet

Rehling-Scherneck In der Brauerei auf Schloss Scherneck bei Rehling sind seit einigen Wochen die Sudkessel kalt. Florian Sommer Baron von Schaezler, bestätigte gestern auf Anfrage der Aichacher Nachrichten, dass derzeit nicht produziert wird und seine Schlossbrauerei eine „Handelspartnerschaft“ mit der Schlossbrauerei in Unterbaar eingegangen sei. Das bedeute aber kein Aus für die rund dreihundertjährige Gerstensaft-Tradition auf dem Schloss an der Lechleite, betont Schlossherr Florian Sommer: „Wir denken an eine Neukonzeption. Der Brauereistandort Scherneck soll bleiben.“ Rund um das als Aus–flugsziel weithin bekannte Schloss mit Biergarten, Freizeitattraktionen und großen Veranstaltungen, wie dem Kultursommer oder zuletzt den Gartentagen, machten in den letzten Wochen Gerüchte die Runde, die Brauerei werde endgültig geschlossen. Zuletzt wurden dort im Jahr rund 2000 Hektoliter Bier gebraut – vorwiegend Helles und Dunkles. Nach Informationen unserer Zeitung sind bei einer Kontrolle des Landratsamtes Mängel in einigen Betriebsteilen der Brauerei festgestellt worden. Eine weitere Produktion in Scherneck wäre nur bei einer Erneuerung dieser Betriebsteile möglich gewesen, beziehungsweise einer Auslagerung dieser Arbeitsschritte in einen anderen Betrieb. Mit der aktuellen Stilllegung sieht die Aufsichtsbehörde aber offensichtlich keinen Handlungsbedarf. Bei einer Fortführung müssten erhebliche Investitionen getätigt werden. Das will wohlüberlegt und betriebswirtschaftlich mit spitzer Feder durchgerechnet sein. Denn mit nur 20 000 Liter Bierausstoß ist Scherneck eine sehr kleine Brauerei. Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, bestätigte auf AN-Anfrage zumindest, dass bei einem „Routinebesuch“ der Lebensmittelkontrolle Probleme bei einigen Anlagenteilen aufgezeigt worden seien. Das Landratsamt habe den Betrieb aber nicht geschlossen. Florian Sommer wollte gestern dazu keine Stellung beziehen. Richtig sei, dass kein Flaschenbier mehr ausgeliefert wird, bestätigt Sommer. Zu haben sei aber noch Schernecker Bier im Fass. Die eigenen Wirtschaften werden mit Unterbaarer Bier versorgt und die Getränkemärkte nicht mehr beliefert. Die Schlossbrauerei habe die bereits früher bestehenden Handelspartnerschaften mit Getränkeherstellern zur Sortimentsabrundung jetzt mit der Brauerei in Unterbaar gebündelt, so der Schlossherr. Ein Biersteuerbescheid aus dem Jahre 1723 beurkundet, dass mindestens seit 1719 im sogenannten „Mayrischen Brauhaus zu Scherneck“ Bier gebraut wurde. Es gibt aber auch einige Hinweise darauf, dass hier schon zuvor eine Brauerei betrieben wurde. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl der mittleren und kleinen Brauereien im Landkreis auf drei reduziert. Zuletzt machte 2002 die Brauerei in Pöttmes nach rund 600 Jahren dicht. Aktuell produzieren im Wittelsbacher Land nur noch die beiden traditionsreichen mittelständischen Brauereien in Kühbach und Baar. Im Gegenzug sind aber drei Kleinbrauereien in Aichach entstanden, die wir gestern auf der überregionalen Seite „Land & Leben“ vorgestellt haben: Boandlbräu in Oberbernbach, Hinterhofbräu und Canada in Obermauerbach. Neben der Brauerei sorgt derzeit auch die zu Schloss Scherneck gehörende Gaststätte Zum Wirt in der Rehlinger Dorfmitte für Gesprächsstoff in der Lechraingemeinde. Die ist nämlich seit einigen Wochen geschlossen. Die Wirtschaft ist Heimat des Schützenvereins und mit dem Saal wichtiger Veranstaltungsort der Kommune – beispielsweise für das Weihnachtstheater der Landjugend. Der Wirt habe aufgehört, sagt Schlossherr Sommer: „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem neuen Pächter.“ Es gebe keine Überlegungen für andere Nutzungen der Gastwirtschaft, weist er andere Rehlinger Spekulationen ins Reich der Fabeln. Im Dorf war gemutmaßt worden, Asylbewerber könnten in den „Wirt“ einziehen.

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