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Philatelie

18.05.2015

Briefmarkenbogen speziell für Aichach

Einfach eine Nummer hochhalten und schon weiß der Auktionator, wer bei einem Los mitbietet. Konzentriert verfolgt der Aichacher Walter Last, Redakteur des Verbandsorgans der Arbeitsgemeinschaft, auf seiner Liste, welches Los aufgerufen ist.
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Einfach eine Nummer hochhalten und schon weiß der Auktionator, wer bei einem Los mitbietet. Konzentriert verfolgt der Aichacher Walter Last, Redakteur des Verbandsorgans der Arbeitsgemeinschaft, auf seiner Liste, welches Los aufgerufen ist.

Bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Tschechoslowakei stehen ansonsten aber beim Tauschen und Ersteigern andere Postwertzeichen im Mittelpunkt

Eine Nummer, die hochgehalten wird, ist das Zeichen für den Auktionator, dass hier einer mitbietet. Die Briefmarkenauktion am Samstag ist einer der Höhepunkte beim 46. Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Tschechoslowakei im Bund Deutscher Philatelisten. Das viertägige Treffen, das gestern mit der Jahreshauptversammlung endete, findet mit Unterstützung des Briefmarkenklubs Aichach zum ersten Mal in Aichach statt.

Rund 30 Teilnehmer haben sich zur Auktion eingefunden. Alles Sammler, die sich schon im Laufe des Tages anhand der Auktionslisten über die Marken informiert und sie sich zeigen haben lassen. Etwa 520 Lose aus allen Bereichen des Themengebiets, der ehemaligen Tschechoslowakei, kommen zum Aufruf. Das seien deutlich mehr als bei allen anderen Auktionen, freut sich Gerhard Hanacek, der die Versteigerung leitet.

Jan Kaizer, der Vorsitzende des Aichacher Briefmarkenklubs, hat schon am Vormittag, als Gelegenheit zum Tauschen und Kaufen bestand, zugeschlagen. Er sammelt vor allem Marken aus der Zeit der deutschen Besetzung, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. „Ein bisschen was aus Böhmen und Mähren“ habe er für seine Sammlung gefunden, erzählt er.

Kaizer sammelt seit den 1980er-Jahren. Er habe zwar als Kind schon mal gesammelt, aber dann war das wieder eingeschlafen, erzählt der Kühbacher. Voll gepackt hatte den über 80-jährigen Vorsitzenden die Sammelleidenschaft, als er vor rund 30 Jahren einen Sammlerkatalog in die Finger bekam. „Da kann ich abschalten“, beschreibt Kaizer, was die Philatelie für ihn bedeutet. Seine Sammlung hat er über die Jahre aufgebaut. „Ich habe auf Versteigerungen eingekauft und auf Flohmärkten verkauft, was ich nicht gebraucht habe.“

Die Arbeitsgemeinschaft Tschechoslowakei hat etwa 140 Mitglieder aus ganz Europa. Entsprechend bunt gemischt sind die Teilnehmer. Einige kommen aus der ehemaligen Tschechoslowakei, andere aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Andreas Marschallek ist aus Berlin zu der Tagung angereist. Sein Sammelgebiet sind die Hradschin-Marken, die ersten amtlichen Briefmarken, die nach der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ausgegeben wurden. Das Motiv der Briefmarken ist die Prager Burg. Als Sammler achtet der Berliner auf viele Kleinigkeiten bei den Marken. „Es gibt geschnittene und gezähnte Marken, Marken mit verschiedenen Zähnungen und Plattenfehler“, zählt Marschallek auf.

Über die philatelistischen Feinheiten können sich Besucher bei einer Ausstellung informieren. Sie ist ein weiterer Höhepunkt am Samstag. In 40 Rahmen geht es unter anderem um die „Ganzsachen auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei“, aber auch um den Weg zur deutschen Einheit 1990. In philatelistischen Dokumenten werden die Jahre 1938 bis 1945 auf tschechoslowakischem Gebiet beleuchtet. Der Aichacher Briefmarkenklub präsentiert zudem anlässlich seines 50-jährigen Bestehens seine „Heimatsammlung Aichach“, die vom ersten bekannten Poststempel bis in die Gegenwart reicht.

Helmut Beck, der stellvertretend für Bürgermeister Klaus Habermann zur Tagung kommt, ist beeindruckt von der Ausstellung. Sie biete Besuchern Briefmarkenkunde hautnah und beinhalte für die, die nicht so tief mit dem Fachgebiet vertraut seien, viel geschichtlichen Hintergrund.

Hartmut Liebermann, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, hat für Beck und den Vorsitzenden des Aichacher Briefmarkenklubs ein besonderes Präsent dabei. Liebermann überreicht den beiden einen Kleinbogen, den die tschechische Post exklusiv dem Treffen in Aichach gewidmet hat.

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