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Schiltberg

28.10.2018

Bürgermeister Josef Schreier tritt nicht mehr an

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Schiltbergs Bürgermeister Josef Schreier tritt bei der Wahl 2020 nicht mehr an.
Bild: Sabrina Rauscher

Josef Schreier kündigt seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020 an. Der 59-Jährige hat dafür gute Gründe.

Einen Zuhörerrekord erzielten die Schiltberger bei der Bürgerversammlung am Freitag im Bürgerhaus. Über 110 Interessierte waren erschienen, so viele wie schon lange nicht mehr. Fast so als hätten sie es geahnt, dass sie etwas Besonderes hören würden. Dafür sorgte Bürgermeister Josef Schreier mit dieser Ankündigung: „Man ist zwar der Meinung, in dem Geschäft als Bürgermeister gewöhnt man sich an Dauerstress. Aber der Körper vergisst nicht und gibt seine Anzeichen. Darum gebe ich bereits heute bekannt, dass ich zur nächsten Kommunalwahl aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehe.“

Lesen Sie dazu unseren Kommentar "Ehrenamt und Bürde"

Drei Krankenhausaufenthalte mit zwei Operationen hatte Schreier in den vergangenen Jahren zu verschmerzen. Grund genug, um nach 18 Jahren als Bürgermeister, vier Jahren als dritter Bürgermeister und sechs Jahren als Gemeinderat politisch kürzerzutreten. Zur Kommunalwahl 2020 also müssen sich die Schiltberger einen neuen Bürgermeister suchen.

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Josef Schreier hinterlässt große Fußstapfen. Das machte zweiter Bürgermeister Peter Kellerer klar: „Für Sepp war das Amt des Bürgermeisters nie ein Beruf, sondern eine Berufung.“ Kellerer bedankte sich bei Schreier für sein jahrzehntelanges Engagement.

Zuvor hat der Gemeindechef aber noch viel vor

Doch bis zum Ende der Legislaturperiode will der amtierende Bürgermeister noch viel erledigen. In seinem Rückblick machte Schreier klar, dass Schiltberg fleißig investiert hat. Der größte Kostenpunkt war der Neubau der Gemeindeverwaltung samt Feuerwehrhaus. Das 1,6 Millionen-Euro-Projekt soll im Frühjahr fertig sein. „Wir können und werden den Kostenrahmen einhalten. Mit dem Abschluss dieser Maßnahme werden wir mit Turnhalle, Gemeindeverwaltung, Feuerwehrhaus und Bürgerhaus ein Ortszentrum anbieten können, wo alle Gebäude zentral sind“, versicherte der Bürgermeister.

Strahlend weiß präsentiert sich der Schiltberger Gemeinschaftsbau für Gemeinde und Feuerwehr. Den Sitzungssaal des Gemeinderats im Obergeschoss nützt auch die Feuerwehr als Schulungsraum. Die Halle rechts bietet Platz für die beiden Fahrzeuge der Feuerwehr. Archivbild
Bild: Michael Schmidberger

Bürgerversammlung: Das sind die Themen

Bauflächen Ein voller Erfolg war auch die Erschließung des neuen Baugebietes „Schiltberg-Nord“. Bereits 18 der 20 Plätze sind vergeben, die restlichen zwei sind reserviert. Schreier rechtfertigte die strengen Vergaberichtlinien. Wegen der hohen Nachfrage in der Gemeinde, sollte ein Ankauf für Spekulanten oder Geldanleger nur möglich sein, wenn alle Bauwünsche von Gemeindebürgern berücksichtig worden sind. Obwohl sich die Baugebietausweisung in der Gemeinde wegen vieler Naturschutzflächen eher schwierig ist, werden schon Pläne geschmiedet. Dabei denkt Schreier auch an die Ortsteile. Auch die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist da. Doch das Gewerbegebiet ist ausverkauft. Deshalb hat die Gemeinde den Interessenten angeboten, selbst landwirtschaftliche Flächen zu erwerben und sie dann bei der Erschließung zu unterstützen.

Kinderbetreuung Über 370000 Euro fallen jedes Jahr für die über 100 Kinder an, die die Kinderkrippe, den Kindergarten oder die Maxi-Gruppe besuchen. Jüngst wurde der Kindergarten in Richtung Osten um einen Anbau erweitert. Zusätzlich können künftig die bisherigen Räume der Gemeindeverwaltung als Gemeinschaftsküche und Essensraum benutzt werden.

Schule An der Schule sind Verbesserungen hinsichtlich Brandschutz, Barrierefreiheit und Digitalisierung nötig. Rund 400000 Euro sind dafür eingeplant. Für den Sommer 2020 ist eine Erweiterung der Schule für circa 1,5 Millionen Euro geplant. Der Bau entsteht voraussichtlich im Bereich des Pausenhofs.

Straßen Viel getan hat sich auch wieder beim Straßenbau. In Ruppertszell wurde die St.-Michael-Straße teilweise neu ausgebaut. Sie wird nach den Kanalbauarbeiten komplett saniert. Ähnlich ist es im Ortsteil Rapperzell, auch hier muss erst eine umfassende Kanalsanierung stattfinden. Bereits saniert hingegen wurden die Straße zur Einöde Frankenzell und die Ortsdurchfahrten Holzhausen und Allenberg. Für die in Allenberg erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen starten diese Woche die Arbeiten.

Friedhöfe Neben der noch fehlenden Aussegnungshalle am neuen Friedhof in Schiltberg, ist ein neues Leichenhaus in Ruppertszell geplant. An der Sanierung der Filialkirche in Allenberg waren die Schiltberger mit einem kräftigen Obolus beteilig, da das Gotteshaus auf Gemeindegrund steht.

Brandschutz Ein neues Feuerwehrauto vom Typ HLF 10 wurde für die Wehr in Schiltberg bestellt (fast 400000 Euro). Ein neues Auto für die Feuerwehr Allenberg wird laut Schreier voraussichtlich für den Haushalt 2020 eingeplant.

Finanzen Die Schulden der Gemeinde sind von 473000 Euro im Vorjahr auf aktuell 426000 Euro gesunken. Somit hat sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf momentan 243 Euro eingependelt.

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