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CSU Aichach

13.03.2014

Bürgermeisterkandidat und Ex-Stadtratskandidatin zeigen sich gegenseitig an

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Fritz und Claudia Kast, hier beim Pressegespräch im Januar, haben Marc Sturm wegen Verleumdung angezeigt.
Bild: Claudia Bammer

Das Zerwürfnis zwischen Marc Sturm und dem Ehepaar Kast aus Griesbeckerzell wegen angeblich fremdenfeindlicher Äußerungen wird  kurz vor der Wahl ein Fall für den Staatsanwalt

Claudia Kast und ihr Ehemann Fritz haben gegen Marc Sturm Anzeige erstattet. Marc Sturm hat Claudia und Fritz Kast angezeigt. Das Zerwürfnis zwischen der Vorsitzenden der Griesbeckerzeller Frauen Union und dem Bürgermeisterkandidaten der Aichacher CSU – ebenfalls Griesbeckerzeller – hat damit eine neue Ebene erreicht: Der Staatsanwalt muss sich mit der Angelegenheit befassen.

Dass Anzeigen der Kasts vorliegen, bestätigt Erich Weberstetter, Sprecher der Aichacher Polizei. Der Vorwurf: Verleumdung. Sturm seinerseits hat laut Weberstetter Claudia und Fritz Kast schon eine Woche zuvor, Ende Februar, angezeigt: wegen Nötigung, Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede. Mehr will er dazu nicht sagen. Das Vorspiel hatte schon Mitte Januar stattgefunden.

Damals war der Streit zwischen den Parteifreunden öffentlich geworden, nachdem Claudia Kast ihre Kandidatur für den Aichacher Stadtrat zurückgezogen hatte. Bei einem Pressegespräch erläuterte sie die Umstände.

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Sturm hatte ihr vorgeworfen, sich in einem Kandidatenfragebogen für einen Wahlprospekt und im sozialen Netzwerk Facebook im Internet fremdenfeindlich geäußert zu haben – zunächst in einer E-Mail an alle CSU-Stadtratskandidaten. Dann, nachdem Kast angekündigt hatte, sich zu ihrem Rücktritt äußern zu wollen, in einer Presseerklärung. Diesen schweren Vorwurf wollten Kast und ihr Mann, dem ebenfalls fremdenfeindliche Äußerungen zugeschrieben wurden, nicht auf sich sitzen lassen. Sie sehen ihren Ruf beschädigt. Einige ausländerfeindliche Einträge auf der Facebook-Seite der Republikaner würden definitiv nicht von ihm stammen, betont Fritz Kast. Wie die Beiträge dort unter seinem Namen auftauchen konnten, dem will er nachgehen.

Das Ehepaar kündigte damals an, gegen Sturm eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Dass sie darauf schließlich verzichtet haben, erklärte gestern Beatrix Sixta, Anwältin der Kasts: „Man wollte erst versuchen, die Sache außergerichtlich – im Guten – zu regeln.“ Mit einem Schreiben Ende Januar habe sie Sturm aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, die Kasts künftig nicht mehr als fremdenfeindlich zu bezeichnen. Darauf habe Sturm jedoch bis heute nicht reagiert. Am 26. Februar forderte Fritz Kast selbst Marc Sturm nochmals schriftlich auf, die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Zusätzlich verlangte er eine Entschuldigung und Sturms Rücktritt als Bürgermeister- und Kreistagskandidat. Das Schreiben ging nicht nur an Sturm, sondern ebenfalls an alle Stadtratskandidaten, die CSU-Ortsvorsitzenden und die Kreisvorsitzende der Frauen Union. Auch darauf gab es keine Reaktion. Deshalb erstatteten die Kasts jetzt Strafanzeige. Laut Erich Weberstetter gehen diese nun – ebenso wie Sturms Anzeige – an die Staatsanwaltschaft zur Prüfung. Diese kann das Verfahren entweder einstellen oder die Polizei beauftragen, zu ermitteln.

Sturm verweist auf seine Presseerklärung vom Januar. In dieser hatte er Facebook-Beiträge, denen die Kasts dort zugestimmt oder verfasst hatten, als fremdenfeindlich bewertet. Zu den Anzeigen der Kasts gegen ihn oder zu seiner Anzeige gegen die Kasts wollte er sich auf Anfrage nicht äußern.

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