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Affing

18.05.2020

Bund Naturschutz fordert Verzicht auf Mühlhausener Westumfahrung

Viel Verkehr herrscht in der Ortsdurchfahrt in Mühlhausen. Die seit Jahren geforderte Westumfahrung lehnt jetzt der Bund Naturschutz ab.
Bild: Josef Abt (Archivfoto)

Plus Der Bund Naturschutz Bayern hält die Umgehung für den Affinger Ortsteil Mühlhausen nicht nur für verzichtbar, sondern kündigt auch an, dagegen kämpfen zu wollen.

Der Bund Naturschutz (BN) Bayern bezeichnet die geplante Westumfahrung für den Affinger Ortsteil Mühlhausen als unsinniges Straßenbauprojekt. Der Verband hält sie nicht nur für verzichtbar, sondern er kündigt zugleich in einer Mitteilung an unsere Redaktion an, „mit allen möglichen Mitteln für eine natur- und klimaverträgliche Alternative“ kämpfen zu wollen, sollte das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren weitergeführt werden.

Umweltschützer fordern: In Mühlhausen sollte der Verkehr beruhigt werden

Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Aichach-Friedberg, Ernst Haile, fordert in dem Papier, auf die „großräumige Umfahrung durch das Lechhausener Moos“ zu verzichten und stattdessen eine Verkehrsberuhigung im Ort mit einer Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu verknüpfen. Am Beispiel Mühlhausen will der BN aufzeigen, dass es aus seiner Sicht Alternativen zu jetzt in der Corona-Krise reflexartig geforderten Konjunkturprogrammen im Straßenbau gebe.

Bei der geplanten Umgehung für Mühlhausen läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Ende vergangenen Jahres waren die Pläne öffentlich ausgelegt worden. Wie berichtet, sind insgesamt rund 100 Einwendungen gegen das auf reine Baukosten in Höhe von rund 14 Millionen Euro geschätzte Projekt eingegangen.

Affing: Bund Naturschutz gegen Westumfahrung

Laut Karl-Heinz-Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben, die Herrin des Verfahrens ist, geht es bei den Einwendungen „im Wesentlichen um den Eingriff in die Natur, den Flächenverbrauch, die Trassenwahl und den Gewässerschutz“.

Eine davon stammt vom Bund Naturschutz. Die Organisation lehnt die 4,4 Kilometer lange Trasse aus mehreren Gründen ab. So führt der BN den Flächenverbrauch von mindestens 15 Hektar als Argument an, ebenso wie die Zerstörung „eines Niedermoorgebietes, das für den Klimaschutz besonders wichtig ist“. Zudem werde ein Wiesenbrütergebiet für Kiebitz, Wachtel und Schafstelze zerstört, das als Schwerpunktgebiet für den Arten- und Biotopschutz ausgewiesen sei. Verwiesen wird auch auf das Vorkommen der sehr seltenen Libellenart Helm-Azurjungfer und auf die Tatsache, dass mehr klimaschädliche Emissionen durch mehr Verkehr, weitere Wege und höhere Geschwindigkeiten entstünden.

Besserer Busverkehr und Park-and-ride-Plätze

Der BN unterbreitet zugleich alternative Vorschläge, wie das Verkehrsproblem in Mühlhausen aus seiner Sicht gelöst werden könnte. Das Geld, das für den Bau der Umgehung nötig ist, soll nach Ansicht des Verbands besser in einen „hervorragenden Busverkehr aus dem Lechrain und dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg nach Augsburg und Gersthofen“ gesteckt werden. Bei Bedarf sollten an mehreren Stellen Park-and-ride-Plätze geschaffen werden. Das ÖPNV-Angebot sollte nach Ansicht des BN „durch einen attraktiven Radschnellweg“ ergänzt werden. Innerorts kann sich der BN Lärmschutzmaßnahmen an der südlichen Ortseinfahrt vorstellen. Für das Gewerbegebiet Unterkreuthweg schlägt der BN unter anderem eine enge Umfahrung vor.

Geht es nach dem Bund Naturschutz, sollte der Busverkehr im nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg ausgebaut werden.
Bild: Christian Lichtenstern (Archiv)

Als nächster Schritt steht im Planfeststellungsverfahren ein Erörterungstermin an. Dabei werden die Einwendungen öffentlich behandelt. Wann dieser Termin stattfinden kann, ist momentan völlig offen. Die Gemeinde Affing ist derzeit mit ihren Planern und ihrem Anwalt dabei, die Einwendungen zu sichten. Pressesprecher Meyer betont, diese Prüfung erfordere „in Anbetracht des Umfangs und der Qualität erfahrungsgemäß einen erheblichen Aufwand und ist auch vom zeitlichen Umfang her schwer abschätzbar“. Hinzu kommt, dass die Gemeinde Affing jüngst ihren Rechtsanwalt wechseln musste. Bürgermeister Markus Winklhofer versicherte aber vor Kurzem im Gemeinderat, im Hintergrund werde fleißig gearbeitet.

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