Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Bund Naturschutz hat bei Sand aus einem Acker ein Biotop gemacht

Todtenweis

27.08.2020

Bund Naturschutz hat bei Sand aus einem Acker ein Biotop gemacht

Seit 1984 pflegt die Ortsgruppe Lechrain im Bund Naturschutz die Sander Heide.
Bild: Johann Eibl

Plus Am westlichen Rand des Landkreises beim Todtenweiser Ortsteil Sand liegt die Sander Heide. Die Wiese bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren.

Ende Juli hatte Richard Mergner dem Wittelsbacher Land einen Besuch abgestattet. Jetzt schaute der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern (BN) erneut in der Region vorbei. Diesmal erkundigte sich der Franke am westlichen Ufer des Lechs beim Todtenweiser Ortsteil Sand über die Aktivitäten und Leistungen seiner Mitstreiter. Er sprach von „vielen Köpfen mit Herzblut“ und angesichts der Sander Heide von einem „Kleinod mitten in der Landschaft“.

Ernst Haile, der BN-Kreisvorsitzende, wusste den Besuch zu schätzen: „Das stärkt uns den Rücken.“ Und Willi Christoph, der die Exkursion fachmännisch leitete, merkte mit Blick auf Fehlentwicklungen und Frusterlebnisse im Ringen um eine intakte Natur an: „Schaut nicht auf die Löcher im Käse, schaut auf den Käse.“ Er riet dem Gast vor seiner Weiterfahrt dazu, sich Ende Mai, Anfang Juni nächsten Jahres erneut in der Gemeinde Todtenweis einzufinden. Dann könne er sich daran erfreuen, wie die Orchideen auf der Sander Heide erblühen.

Geschaffenes Biotop in Sand: Vielfalt auf einer Fläche von 6,5 Hektar

Was es in Sand in der Nähe des U-Weihers zu sehen und auch zu bewundern gibt, das lässt sich mit wenigen Worten so zusammenfassen: Naturschützer haben mit viel Fleiß dafür gesorgt, dass die Landschaft dort wieder ähnlich ausschaut wie vor rund 100 Jahren, ehe der Mensch auf vielfältige Weise eingriff und nicht selten Entscheidungen traf, die sich im Nachhinein als Fehler erwiesen. Auf einer Fläche von 6,5 Hektar entstand eine ungewöhnliche Vielfalt von Pflanzen – und diese hatte die nicht minder wichtige Ansiedlung von einer großen Zahl kleiner Tiere zur Folge.

Jetzt kann man erkennen, welche Raritäten aus den Alpen der Lech angeschwemmt hat. Darum meinte Richard Mergner bei dem Rundgang: „Das ist ein Geschenk, das unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Berufe bei ihren Rettungsaktivitäten leisten. Da bin ich Euch wirklich dankbar. Manche Leute gehen in ein Fitnessstudio, Ihr geht ins Biotop.“

Silberdisteln sind am westlichen Rand des Landkreises Aichach-Friedberg zuhause, ebenso der Kreuzenzian, das Wiesenlabkraut und der Thymian.

In zehn Jahren wurde das Gelände zum hochwertigen Biotop

Etwa in der Mitte der Fläche ist ein Erdloch nicht zu übersehen. Ob es einem Fuchs oder einem Dachs als Zuflucht dient, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Im Frühjahr jedenfalls werden sich hier wieder Erdbienen tummeln.

Seit 1984 pflegt die Ortsgruppe Lechrain im Bund Naturschutz die Sander Heide.
5 Bilder
So sieht das Biotop beim Todtenweiser Ortsteil Sand aus
Bild: Johann Eibl

Wie viel Zeit die Ortsgruppe Lechrain in dem Gebiet jedes Jahr investiert, blieb ebenfalls offen. Die Stundenzahl liegt gewiss im dreistelligen Bereich. „Es geht nicht um die Zeit“, ließ Willi Christoph wissen, „sondern um die Motivation.“ Immer wieder stieß man unterwegs auf Ameisenhaufen. Diese Insekten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Und nicht zu übersehen waren die Schmetterlinge, die sich hier sichtlich wohlfühlen, weil sie genug Nahrung vorfinden.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 pflegt die Ortsgruppe Lechrain im Bund Naturschutz die Sander Heide. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wurde aus einem Acker, der bis dahin intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde, eine Wiese, die als hochwertiges Biotop Beachtung findet.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren