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Aichach

15.01.2020

Burgkirche Oberwittelsbach: Das Gewölbe ist gerettet

Einem Labyrinth aus Gerüststangen gleicht das Innere der Burgkirche Maria vom Siege, deren Tonnengewölbe in einem aufwändigen Verfahren rückverformt und stabilisiert wurde. Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen.
Bild: Manfred Zeiselmair

Plus Ein heikler Teil der Generalsanierung des Baudenkmals ist geschafft. Das Gewölbe braucht jetzt Ruhe. Parallel wird weitergearbeitet

Dagmar Feiler ist erleichtert. Die wohl heikelsten Arbeiten an der Burgkirche in Oberwittelsbach sind geschafft. Wegen massiver Schäden musste das Gewölbe im Kirchenschiff wie berichtet in einem aufwendigen Verfahren rückverformt werden. Feiler, die beim Staatlichen Bauamt in Augsburg Projektleiterin der Generalsanierung ist, sagt: „Alles ist gut gelaufen.“ Im Frühling hat dieser Prozess begonnen, Mitte November wurde er abgeschlossen.

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Die Burgkirche war von Anfang an eine schwierige „Patientin“. Die Generalsanierung, die 2014 begonnen hat, sollte ursprünglich Ende 2016 abgeschlossen sein. Dieser Zeitplan ist bekanntlich längst überholt.

Erheblich erschwert wird die Sanierung durch die unterschiedlichen Baumaterialien: Das heutige Gebäude in drei großen Bauphasen ab dem Jahr 1250 entstanden. Kern des Kirchenbaus ist die einstige Burgkapelle.

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Das hat den Zeitplan durcheinander gebracht

Die massiven Schäden am Gewölbe festgestellt wurden, haben den Zeitplan gehörig durcheinandergewirbelt. Die Baukosten sind dadurch von knapp drei Millionen Euro um etwa 1,3 Millionen Euro gestiegen. 2018 herrschte sogar weitgehend Stillstand auf der Baustelle. Im Hintergrund liefen aber die Planungen, die Kostenaufteilung und die Vorbereitungen für die Behebung der Schäden.

Die Fachleute standen vor der Frage, ob sie Teile des Gewölbes, das zum Teil zehn bis 20 Zentimeter durchhing, austauschen oder versuchen, es wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen.

Um möglichst viel der historischen Bausubstanz zu erhalten, fiel die Wahl auf Letzteres. Dafür musste erst ein geeignetes Verfahren gefunden werden. Volker Wörner vom Staatlichen Bauamt hat bei einer Informationsveranstaltung in Oberwittelsbach 2019 bei einem Gewölbe dieser Größenordnung von einem „Pilotprojekt am Rande des technisch Machbaren“ gesprochen.

Spezialisten wurden gebraucht

Für die Arbeiten wurden Spezialisten gebraucht, die Arbeitsschritte waren hochsensibel. Das Gewölbe wurde in Bauabschnitte eingeteilt, ein Schwerlastgerüst eingebaut, eine Holzkonstruktion der Krümmung des Gewölbes angepasst. Mit hydraulischen Pressen wurde es Stück für Stück nach oben gedrückt. Über Messmarken wurde der Prozess ständig online überwacht. Mitte November war der Prozess abgeschlossen. „Es lief alles gut“, sagt Dagmar Feiler, hörbar erleichtert. Der Prozess sei relativ zügig verlaufen, sagt sie zufrieden. Vor allem, weil es sich eben um kein alltägliches Verfahren handelte. „Wir hoffen, dass es so weitergeht.“

Dem Gewölbe müssen die Fachleute jetzt eine Ruhezeit von 30 bis 40 Wochen gönnen, damit es sich verfestigt. Die kritischen Gewölbeteile werden weiter überwacht. Das Schwerlastgerüst wird abgebaut, ein weiteres Gerüst bleibt stehen, sagt Feiler.

Noch ist auf der Baustelle Winterpause bis 17. Januar, dann kehren die Arbeiter zurück. Parallel zu der Ruhezeit sollen die Arbeiten im übrigen Gebäude weitergehen: die Rippensanierung, Elektroarbeiten, Putzarbeiten. Die Empore wird saniert und deren Boden untersucht, ob statische Maßnahmen erforderlich sind. Das alles soll in diesem Jahr passieren.

Der letze Bauabschnitt: Das Inventar

2021 steht dann der letzte Bauabschnitt auf dem Plan: die Sanierung des Inventars. Wie Feiler berichtet, werden dann voraussichtlich Holzteile wie Bänke und Altäre begast, um gegen den Holzwurm vorzugehen. Dann ist die Generalsanierung abgeschlossen. Mit der tatsächlichen Übergabe rechnet Feiler Anfang 2023.

Zur Bayerischen Landesausstellung, die Ende April in Aichach und Friedberg beginnt, kann die Burgkirche nicht für Besucher geöffnet werden. Als Wiege der Wittelsbacher, die als Städtegründer Thema der Ausstellung sind, soll Oberwittelsbach aber zumindest im Rahmenprogramm eine Rolle spielen. Wie berichtet, wird der Burgplatz bis dahin neu gestaltet und mit einem Rundweg mit Infotafeln versehen.

Der Auftrag dafür wird laut Bauamtsleiterin Carola Küspert demnächst vergeben.

Lesen Sie dazu auch: Landesausstellung 2020: Burgplatz soll Erlebnis-Ort werden

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