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Aichach

22.01.2019

"Butterweiche Hände": Wie die Sternsinger den Papst erleben

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Ein Selfie mit dem Papst. „Si“, sagte der Heilige Vater, als ihn Lorena, eine der Aichacher Lebenshilfe-Sternsinger, danach fragte. Stadtpfarrer Herbert Gugler hatte das Smartphone gleich zur Hand.
Bild: L‘Osservatore Romano

Die Lebenshilfe-Reisegruppe erhält bei der Papstaudienz in Rom fünf Plätze in der ersten Reihe.  Wie der Heilige Franziskus die Aichacher beeindruckte.

Der Papst hat sie gesehen – unter tausenden von Menschen. Bei der Generalaudienz ließ der Heilige Vater Jugendliche der Aichacher Lebenshilfe zu sich holen, um ihnen die Hände zu drücken. Für die Teenager, die als Sternsinger in den Vatikan eingeladen waren, ist ein Traum Wirklichkeit geworden.

Christiane Nerb-Straub, Leiterin der Elisabethschule, hat die Schüler vergangene Woche nach Rom begleitet. „Es war ein traumhaftes Erlebnis“, schwärmt sie. Dass Papst Franziskus ihre Sternsinger selbst entdeckt hat, „das hat mich so gefreut“. Ihrer Stimme am Telefon ist anzuhören, dass sie strahlt.

Sie haben schon den Landrat, den Landtag und den Kardinal besucht

An der Elisabethschule kann jeder Sternsinger werden. Matthias Hartung fragt seit 16 Jahren im Advent, wer das möchte. Etwa 100 von 150 Schülern sind jedes Jahr dabei. „Für unsere Schüler ist es wichtig rauszukommen“, sagt der Pädagoge. Dass sie Geld für gute Zwecke sammeln, erfülle sie mit Stolz. Hartung organisiert die Einsätze und legt Wert darauf, dass jeder Schüler zwei oder dreimal an die Reihe kommt. Das gelingt auch bei Rolli-Fahrern oder Autisten. Die Lebenshilfe-Sternsinger besuchen zum Beispiel ehemalige Lehrer, aber auch den Landrat oder den Bezirk Schwaben. Gestern weilten sie im Bayerischen Wissenschaftsministerium, und am 5. Februar ist wieder der Landtag an der Reihe. 2018 waren die Aichacher Lebenshilfe-Sternsinger sogar bei Kardinal Reinhard Marx in München. Danach sagten sie bei der Lebenshilfe: Jetzt fehlt nur noch der Papst.

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Stadtpfarrer Herbert Gugler, der die Sternsinger-Aktion seit Jahren begleitet, nahm das wörtlich. Gemeinsam mit Nerb-Straub und Hartung schrieb er in den Vatikan und schilderte die Aktion. Gugler hat bekanntlich Papst-Erfahrung. Im November 2017 durfte er dem Heiligen Vater auf dem Petersplatz begegnen. Auch diesmal kam die Einladung. Das liege nicht an ihm, betont der Stadtpfarrer, sondern an der Aktion, die nicht alltäglich sei.

Papst entdeckt die Aichacher Sternsinger unter den vielen Besuchern

Von Montag bis Freitag weilte die Gruppe mit zehn Sternsingern im Alter von 14 bis 19 Jahren in Rom. Höhepunkt war die Generalaudienz. Die Aichacher erhielten fünf Plätze in der ersten Reihe. Die drei Ministranten unter den Sternsingern durften diese Plätze mit dem Stadtpfarrer und Matthias Hartung einnehmen. Dass auch die übrigen sieben Jugendlichen dem Papst nahe kommen würden, war nicht zu ahnen. Doch nach dem offiziellen Teil ging Papst Franziskus durch die Audienzhalle. Er sah die Sternsinger und wies einen Leibwächter an, sie zu holen. Berührungsängste hatten die Jugendlichen nicht. Einer legte seine Hand auf den Papst. Der ließ sich das gern gefallen. Danach sagte ein Sternsinger begeistert: „Der Papst hat butterweiche Hände.“

Die Jugendlichen sind völlig beeindruckt von der Begegnung

Nicht weniger beeindruckt waren die drei Sternsinger in der ersten Reihe. Der Heilige Vater nahm sich über fünf Minuten Zeit, schätzt Hartung. „Er hat uns in aller Ruhe zugehört“, erzählt er. Die Begegnung schildert der Lehrer als „total zwanglos, ohne Stress und Hektik“. Als ihm Lorena den großen, von Schülern gebastelten Stern überreichen wollte, reagierte der Papst überrascht. „Echt? Ich bekomme einen Stern?“, sagte er freudig, wie Hartung erzählt. Auch die übrigen Geschenke freuten ihn, darunter die von den Sternsingern gesammelten 500 Euro für seine Obdachlosen-Aktion in Rom. Lorena sagte danach „Ich bin total begeistert“, Leon stellte fest: „war super“ und auch Martin, der nicht viele Worte macht, sagte: „War sehr schön.“ Der Stadtpfarrer schwärmt nicht weniger. „Wunderbar, wunderbar“, sagt er. Gugler spricht von einer Wertschätzung des Papstes für die Kinder und die Aktion: „Die haben es so was von verdient.“

Für den Stadtpfarrer war die Reise insgesamt „so eine schöne Zeit“. Das findet auch Hartung: „Alles ist super gelaufen.“ Vieles war sehr beeindruckend: die Innenstadt, das Erklimmen der Petersdom-Kuppel, Kolosseum, Forum Romanum oder die Katakomben. Nichts aber geht über die Papst-Begegnung. Das ist, „was jeder mit sich im Herzen trägt“, sagt Nerb-Straub. Gugler spricht von einem „Geschenk des Himmels“ und sagt: „Das ist nicht mehr top-bar.“

Lesen Sie dazu die Artikel „Warum die Aichacher Sternsinger den Papst besuchen“ und „Papst Franziskus ist begeistert von Bild aus Aichach“

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