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Aichach-Friedberg

08.05.2020

Corona-Pandemie: Messen feiern mit Maskenzwang

Seit dieser Woche dürfen unter strengen Auflagen wieder Gottesdienste in den Kirchen gefeiert werden. Die Besucher müssen Abstand halten und Mundschutz tragen.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus In den Kirchen in Aichach-Friedberg dürfen wieder Gottesdiensten gefeiert werden, aber anders als vor Corona. Trotzdem sind die Pfarrer froh, dass das möglich ist.

Die Anzahl der erlaubten Gottesdienstbesucher orientiert sich an den örtlichen Gegebenheiten, Abstandsflächen sind markiert worden und die Gläubigen müssen Mundschutz tragen. Trotzdem freuen sich die Pfarrer, dass nach mehreren Wochen Pause endlich wieder Gottesdienste in den Kirchen stattfinden. Die Umsetzung der Auflagen stellt die Pfarreien jedoch vor Herausforderungen. Manche warten deshalb lieber noch ab.

Fürs Erste werden die Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft Affing nur in der Kirche in Affing stattfinden. Zum einen, weil es ein gewisser Aufwand sei, alles entsprechend des Schutzkonzeptes herzurichten, sagt Pfarrer Max Bauer. „Bis sich alles eingespielt hat und um es zu testen“, finden deshalb nur in einer Kirche Gottesdienste statt. Damit soll auch das Stammpersonal, wie Mesner oder Lektor, so gering wie möglich gehalten werden.

28 Gläubige dürfen in der Affinger Kirche sein

Bauer sagt: „Die Gottesdienste finden in der Affinger Kirche statt, aber die Intentionen sind für die einzelnen Pfarreien.“ Das bedeutet: Es wird eine Messe für persönliche Gebetsanliegen, wie das Beten für Verstorbene zum Beispiel von Haunswies oder Gebenhofen, abgehalten. Die Zahl der Gläubigen, die am Gottesdienst teilnehmen können, ist auf 28 begrenzt. „Wir probieren es ohne Anmeldung“, berichtet der Pfarrer. Eine Ausnahme ist: „Wer eine Intention angegeben hat, darf zehn Personen benennen, die garantiert einen Platz bekommen.“

Ein Begrüßungsteam empfängt die Besucher und achtet darauf, dass die Teilnehmerzahl eingehalten wird. Und was passiert, wenn doch mehr kommen? Pfarrer Bauer antwortet: „So leid es mir tut, aber die müssen wir abweisen.“ Sollten das mehrere sein, dann will er über ein Anmeldesystem nachdenken.

Manche aus dem Wittelsbacher Land trauen sich nicht in die Kirche

Bauer erzählt, dass er aus seiner Pfarrei zweierlei Rückmeldungen bekommt: „Die einen trauen sich noch nicht, in die Kirche zu gehen, die anderen können es kaum erwarten.“ Vielen sei auch die Maske zuwider, die in der Kirche getragen werden müsse. „Das ist so ein unwirkliches Gefühl.“ Am Anfang der Messfeier will Bauer deshalb dazu auffordern, dass jeder einem anderen zuwinken soll. „Das ist doch eine ganz andere Art des Feierns.“

 

Wer hingegen in der Pfarreiengemeinschaft Kühbach den Gottesdienst mitfeiern möchte, muss sich im Pfarrbüro anmelden. Nach einer Besprechung mit seinen Mitarbeitern, Vertretern des Pastoralrats und dem Kirchenpfleger habe man entschieden, in den Kirchen in Kühbach und Unterbernbach Gottesdienste abzuhalten, sagt Pfarrer Paul Mahl. Ähnlich ist es auch in Pöttmes. Dort werden in der Pfarreiengemeinschaft nur in den beiden größten Kirchen in Pöttmes und Gundelsdorf Gottesdienste gefeiert. Anmeldungen sind hier nicht nötig.

Corona-Pandemie: Für Kirchen-Besucher gilt Maskenpflicht

In Kühbach werden Ordner darauf achten, dass die auf rund 40 Besucher begrenzte Anzahl eingehalten wird. In Unterbernbach können etwa 20 Gläubige den Gottesdienst in der Kirche mitfeiern. Weil es in dem Ortsteil nur einen Ausgang gibt, würden die Ordner darauf achten, die Kirche von vorne zu besetzen und die Besucher von hinten wieder raus zulassen, sagt Mahl. Er findet es erfreulich, „dass wir wieder in die Kirche können“.

Hinweisschilder an den Kirchen, hier bei der Stadtpfarrkirche Aichach, informieren die Besucher, was sie beim Besuch eines Gottesdienstes beachten müssen.
Bild: Gerlinde Drexler

Es sei kein Zustand, wenn die Gemeinde fehlt. Während der vergangenen Wochen hatte er zusammen mit den Schwestern im Pfarrhaus die Messe gefeiert. Für die Besucher gilt auch in Kühbach die Maskenpflicht. Pfarrer Mahl geht davon aus, dass er keinen Mundschutz tragen muss. „Ich bin am Altar für mich alleine.“ Die Kommunion wird vorerst nicht ausgeteilt. Hier müsste ein Mundschutz getragen werden.

In der evangelischen Gemeinde Ludwigsmoos (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen), zu der auch Pöttmes gehört, wird voraussichtlich erst an Pfingsten der erste Gottesdienst gefeiert. Die Hygienevorschriften seien zu streng, sagt Pfarrerin Cornelia Dölfel. „Wir warten ab, bis sich die Vorschriften lockern.“ Kopien ihrer Predigten können die Gläubigen jeden Sonntag in der Kirche in Ludwigsmoos abholen.

Gottesdienste in Aichach und Ecknach finden wieder statt

In den beiden größten Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Aichach werden an diesem Wochenende öffentliche Gottesdienste gefeiert, wie die Pfarreiengemeinschaft mitteilt. Aufgrund der Erfahrungen der letzten öffentlichen Messfeiern im März bietet die Stadtpfarrei zusätzlich eine Messfeier am Samstag um 17 Uhr an. Die zweite Vorabendmesse wird um 18.30 Uhr gefeiert. Diese wird auf Youtube übertragen. Am Sonntag gibt es Messfeiern um 9 Uhr und als Familiengottesdienst um 10.30 Uhr. Dieser wird ebenso live übertragen.

Die Aufnahmekapazität der Stadtpfarrkirche liegt bei etwa 60 Personen, in Ecknach, wo in der St.-Peter-und-Paul-Kirche am Sonntag eine Messe um 10 Uhr gefeiert wird, sind es etwa 70 Personen. Besucher sollten rechtzeitig kommen, um Gedränge zu vermeiden. Abstandsflächen an den Eingängen sind markiert. Mitglieder des Pfarrgemeinderats weisen die Plätze zu.

Pfarreiengemeinschaft Aichach: Erstkommunionfeiern nach Pfingsten

In der nächsten Woche gibt es noch einmal das feste Angebot der live übertragenen Messfeiern um 18.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Zusätzlich werden unter der Woche testweise weitere Gemeinden in das Gottesdienstprogramm mit einbezogen. Ein Gottesdienstplan bis Pfingsten ist erstellt, der aufgrund der Erfahrungen und eventuellen weiteren Entscheidungen des Bistums und der staatlichen Behörden angepasst werden kann.

 

Erstkommunionfeiern finden, wenn es möglich ist, nach Pfingsten in kleinen Gruppen statt. Die Eltern werden zeitnah informiert. Tauftermine spricht das Pfarrbüro mit den Angehörigen ab. Von den Feiern von Requiem wird abgeraten, insbesondere, weil bei der Beerdigung am Friedhof nur 15 Personen sein dürfen, die großen Kirchen aber andere Kapazitätsgrenzen haben. In den Kirchen stellt sich zudem die Herausforderung des Ordnerdienstes und damit der Gewährleistung der Einhaltung der Vorschriften. Die für den 4. Juli vorgesehene Firmung wird verschoben. Sobald ein neuer Termin feststeht, wird informiert. Fronleichnachsprozessionen und Bittgänge finden nicht statt.

Unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen findet ab Montag, 11. Mai, der Rosenkranz um 15.45 Uhr wieder in der Spitalkirche statt, ebenso wieder am Mittwoch und Freitag. (AZ)

Evangelische Gottesdienste in Aichach und Altomünster

In der Paul-Gerhardt-Kirche in Aichach und im Gemeindezentrum in Altomünster (Landkreis Dachau) finden am Sonntag wieder evangelische Gottesdienste statt. Allerdings unter „Corona-Bedingungen“, das heißt mit Sicherheitsabstand, Mundschutz in geschlossenen Räumen, Handdesinfektion, Liedblättern und gedämpftem Gesang. Kirchenvorsteher stehen hilfreich und leitend bereit.

Da nach diesen Bestimmungen in der relativ kleinen Paul-Gerhardt-Kirche nur 24 Personen Platz finden können, bittet der Kirchenvorstand alle Gemeindeglieder mit Auto, zum Gottesdienst nach Altomünster zu kommen. Dort bieten das große Gemeindezentrum und der große Garten mehr Möglichkeiten.

So wird im Mai und Juni die Anfangszeit für den Gottesdienst in Altomünster von 9 auf 10 Uhr verschoben. Auch finden dort bei schönem Wetter alle Gottesdienste im Freien statt. Gottesdienste am Sonntag, 10. Mai: 10 Uhr Altomünster, Garten des Gemeindezentrums (Stahl/Holzapfel); 10.30 Uhr Aichach, Paul-Gerhardt Kirche (Buchholz/Kraemer). (AZ)

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