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Aichach

26.06.2020

Corona: Wann gibt es in Aichach wieder Kultur-Veranstaltungen?

In einer „Night of Light“, Nacht des Lichts, machten Kulturschaffende auf ihre missliche Lage aufmerksam. Auch in Pöttmes konnten nächtliche Spaziergänger „rot“ sehen. Dort wurden Teile des Rathauses beleuchtet, in dem auch Ausstellungen, Konzerte und Theaterstücke stattfinden.
Bild: Ludwiga Baronin Herman

Plus Seit dem 22. Juni sind in Bayern Veranstaltungen mit 100 Personen möglich. Für manche Veranstalter ist das aber keine Option. Was in Aichach stattfinden könnte.

Konzerte, Kabarett, Theater – wann gibt es das wieder im Aichacher Land? Diese Frage treibt Veranstalter und Akteure ebenso um wie das potenzielle Publikum. Die Pandemiebeschränkungen werden immer mehr gelockert. So sind seit 22. Juni wieder Kulturveranstaltungen im Innenbereich mit 100 und draußen sogar mit bis zu 200 Besuchern möglich – mit Sicherheitsabstand und Alltagsmasken. Doch ist das ein realistischer Anreiz? „Nein“, findet zum Beispiel Anton Ettner von Zillertainment, Veranstalter zahlreicher Kabarett- und Musikevents im Aichacher Pfarrzentrum.

Ettner wird keine Veranstaltungen organisieren, bis nicht „annähernd normale Verhältnisse“ herrschen, wie er sagt. Aus seinen Gesprächen mit den Künstlern weiß der Veranstalter, dass diese größtenteils vor so kleinem Publikum gar nicht auftreten würden. Dies gilt besonders für Kabarettisten, die häufig mit ihrem Publikum interagieren. Die Vorstellung, dies mit maskentragenden Zuschauern zu tun, falle vielen Künstlern schwer, so Ettner. Für ihn als Veranstalter würde sich ein Konzert vor 100 Menschen nicht lohnen, wenn er sonst 400 brauche, um kostendeckend zu wirtschaften. Denn: „Die Gema, die Miete und die Gagen kosten ja auch nicht nur die Hälfte.“ Open-Air-Veranstaltungen, bei denen er immerhin 200 Zuschauer einplanen könnte, bietet Ettner wegen der Unberechenbarkeit unseres Klimas generell nicht an.

Trotz Corona: Frühschoppen zur Landesausstellung vielleicht wieder möglich

Martina Baur vom Infobüro der Stadt Aichach hält Veranstaltungen mit 100 Leuten für ebenfalls schwierig, vor allem wegen fehlender Räumlichkeiten zur Umsetzung der Abstandsauflagen. Mit 200 Personen im Freien hält sie es aber durchaus für möglich, dass zum Beispiel über den sogenannten dritten Sonntag nachgedacht werden kann. Während der Landesausstellung war ursprünglich geplant, an jedem dritten Sonntag einen Kulturfrühschoppen auf dem Schlossplatz zu veranstalten.

Da hier mit Bestuhlung die Möglichkeit besteht, die Abstände einzuhalten, hält Baur es für sehr wahrscheinlich, dass der Frühschoppen mit den neuen Lockerungen eventuell schon im Juli oder zumindest ab August stattfinden kann. Abgesagt bleiben hingegen die „Unplugged-Konzerte“ auf dem Stadtplatz, wegen der schweren Umsetzbarkeit der Abstandsregeln. Baur ist erfreut darüber, dass bei „Veranstaltungen jetzt zu den Infektionszahlen passende Lockerungen eintreten“.

Keine Auswirkungen haben die Lockerungen hingegen auf die Spielpläne des Aichacher Volkstheaters. So haben die Verantwortlichen vor wenigen Wochen entschieden, für das Jahr 2020 sämtliche Veranstaltungen abzusagen. Die Schriftführerin des Vereins, Ingrid Predasch, begründet das mit der Tatsache, dass eine regulär im Herbst stattfindende Aufführung mindestens ein halbes Jahr Vorlaufzeit braucht. „2021 wird es auf alle Fälle etwas von uns geben“, kündigt Predasch an. Davon abgesehen können sich die Schauspieler des Volkstheaters aber gut vorstellen, im Herbst zwei Leseabende in der Stadtbücherei oder im kleinen Saal des Pfarrzentrums zu geben. Bei diesen Lesungen tragen die Aichacher Schauspieler aus verschiedenen Romanen eines Genres ihre liebsten Textpassagen vor.

Volksbühne Aindling will im Winter auf die Bühne

Die Volksbühne Aindling hat ihre Spielpläne für dieses Jahr noch nicht ganz begraben. Zwar sagt Vorsitzende Andrea Rohn, dass man sich erst zusammensetzen müsse und 100 Zuschauer schon „ein bisschen wenig“ seien. Aber nichtsdestotrotz kann sie sich eine Aufführung eventuell im Winter vorstellen. Beschlossen sei allerdings noch nichts.

Anton Ettner äußert zu guter Letzt noch den Wunsch, die Menschen möchten die Karten für abgesagte Veranstaltungen nicht zurückgeben und „der Kulturszene die Stange halten, sonst wird es bald keine Kulturszene mehr geben“.

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