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Aichach-Friedberg

02.07.2020

Corona bremst den Arbeitsmarkt in Aichach-Friedberg

Corona hinterlässt Spuren im Arbeitsmarkt Aichach-Friedberg.
Bild: Franz-Peter Tschauner/dpa/ Symbolfoto

Plus Corona hinterlässt Spuren im Arbeitsmarkt Aichach-Friedberg. Die Zahl der Erwerbslosen nimmt weiter zu. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt im Wittelsbacher Land weiterhin deutliche Bremsspuren. Üblicherweise gehen die Arbeitslosenzahlen im Juni zurück – heuer ist das anders. Zwar blieb die Arbeitslosenquote im Juni – wie schon im Mai – bei 2,7 Prozent. Doch die Zahl der Erwerbslosen stieg erneut an: Sie ging um 1,5 Prozent nach oben und lag bei 2.118 Menschen. Diese Zahlen teilte die Agentur für Arbeit Augsburg mit.

Die gute Nachricht immerhin: Der Abschwung verlangsamt sich. Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, sagte einer Mitteilung zufolge: „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit flacht weiter ab.“ Im Sommer werden die Zahlen ihrer Einschätzung zufolge weiter nach oben gehen. „Danach sinken die Zahlen hoffentlich wieder.“

Arbeitsmarkt Aichach-Friedberg: Zahlen im Vergleich mit dem vergangenen Jahr drastisch

Drastisch fällt der Vergleich mit dem vergangenen Jahr aus. Damals lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 1,9 Prozent. Die Zahl der Erwerbslosen betrug vor einem Jahr 1.452. In allen Personengruppen, die die Arbeitsagentur eigens ausweist, nahm die Zahl der Erwerbslosen deutlich zu. Die Bandbreite reicht von einem Anstieg um 30 Prozent bei den Schwerbehinderten über eine Zunahme von 41 Prozent bei Menschen mit Migrationshintergrund bis hin zu einem Plus von über 66 Prozent bei Menschen unter 25 Jahren.

In den offiziellen Arbeitslosenstatistiken vom Juni dieses Jahres sind 482 sogenannte „Unterbeschäftigte“ nicht enthalten. Darunter versteht die Arbeitsagentur unter anderem Menschen, die eine Weiterbildung machen, eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen, einen Integrationskurs besuchen oder vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen. Würden sie alle in die offizielle Statistik eingerechnet, betrüge die Zahl der Erwerbslosen im Wittelsbacher Land 2.600 und die Arbeitslosenquote läge bei 3,3 Prozent.

Arbeitsagentur appelliert an Unternehmen in Aichach-Friedberg

Für den Ausbildungsmarkt hat der Arbeitsagentur zufolge die „heiße Phase“ begonnen. Sie appelliert an die Unternehmen, angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels weiterhin Azubis einzustellen. Derzeit sind im Landkreis 796 Berufsausbildungsstellen gemeldet. 549 Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz. Auf 100 Bewerber kommen laut Arbeitsagentur 145 Ausbildungsstellen. 193 unversorgten Bewerbern stehen 384 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

 

Der Arbeitsagentur zufolge waren am Jahresende 2019 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – 36.829 Menschen im Landkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das ist knapp ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fast 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hatten einen Teilzeitjob.

Von allen Erwerbstätigen hatten knapp 13 Prozent keinen beruflichen Ausbildungsabschluss, knapp 70 Prozent verfügten über einen anerkannten Berufsabschluss, fast neun Prozent hatten einen akademischen Abschluss, der Rest konnte laut Arbeitsagentur nicht ermittelt werden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen mit Migrationshintergrund stieg im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Da diese Zahlen aber noch aus der Zeit vor dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch stammen, dürften sie sich im weiteren Verlauf dieses Jahres wahrscheinlich deutlich verändern.

Arbeitsmarkt-Zahlen im Landkreis Aichach-Friedberg im Juni 2020

  • Arbeitssuchende: 3.598
  • Arbeitslose: 2.118
  • Arbeitslosenquote: 2,7 Prozent
  • Männer: 1.209
  • Frauen: 909
  • unter 25 Jahren: 238
  • 50 Jahre und älter: 857
  • Ausländer: 482
  • Hartz IV-Empfänger: 580
  • Langzeitarbeitslose: 297
  • Schwerbehinderte: 234
  • Offene Stellen: 513

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