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Corona im Krankenhaus Friedberg: Warum die Heimlichtuerei?

Kommentar Von Nicole Simüller
19.01.2021

Plus Landratsamt und Kliniken an der Paar informieren täglich über die Corona-Zahlen. Ausgerechnet ein Corona-Ausbruch im Friedberger Krankenhaus kam darin wochenlang nicht vor.

Vor anderthalb Jahren wurde infolge einer Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Schließung von mehr als der Hälfte der deutschen Krankenhäuser diskutiert. Simpel umgerechnet auf den Landkreis bliebe dann nur noch einer der zwei Klinik-Standorte übrig. Der erklärte Wille der Kommunalpolitik war und ist es, beide Häuser zu erhalten. Die Bevölkerung war schon immer froh um ihre wohnortnahen Krankenhäuser. Die Bundespolitik ist es spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie. Lassen sich so doch die Lasten der Krisenbewältigung besser verteilen.

So auch im Wittelsbacher Land. Das Personal in den Kliniken leistet - ebenso wie das in vielen Heimen, ambulanten Pflegediensten und weiteren sensiblen Bereichen - Herausragendes. Der Landkreis ist auch aufgrund oft unbürokratischer Zusammenarbeit vieler Beteiligter bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Umso unverständlicher ist es, dass Klinikleitung, Gesundheitsamt und Landkreis das Risiko eingehen, hart erarbeitetes Vertrauen zu verspielen. Die (Nicht-)Informationspolitik zum seit November andauernden Corona-Ausbruch im Friedberger Krankenhaus leistet leider genau denen Vorschub, die der Politik - oft zu Unrecht - unterstellen, die Wahrheit unter den Tisch zu kehren.

Öffentlichkeit muss früher von Corona in Friedberger Klinik erfahren

Von den langwierigen EDV-Problemen in den vergangenen Wochen abgesehen, informieren Gesundheitsamt und Kliniken an der Paar seit Langem an jedem Werktag aktuell über die Zahl der positiv Getesteten, der Corona-Patienten im Krankenhaus und den aktuellen Stand in betroffenen Seniorenheimen, Kitas und Schulen. Ausgerechnet an den Krankenhäusern - die unter Trägerschaft des Landkreises stehen - sollen andere Spielregeln gelten?

Von Corona betroffene Kitas, Schulen und Heime mussten ihre Karten auf den Tisch legen. Dasselbe hat für den Landkreis und seine Kliniken zu gelten. Ein Corona-Ausbruch kann nicht hinter verschlossenen Türen abgehandelt werden. Die Öffentlichkeit muss, wie aus anderen Einrichtungen auch, aktuell von einem derart gravierenden Problem erfahren. Der Ausbruch muss schnell unter Kontrolle gebracht werden, um Mitarbeiter, Patienten und Angehörige bestmöglich zu schützen. Weder vom einen noch vom anderen kann wohl die Rede sein - angesichts eines Ausbruchs, der seit November andauert.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Corona-Ausbruch am Krankenhaus Friedberg: Zwei Tote, Dutzende Infizierte

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