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22.03.2020

Coronakrise: Mit Nachbarschaftshilfen zusammen allein

Einkaufen, Gassi gehen, Kinder betreuen: Viele Menschen solidarisieren sich in Corona-Zeiten. Bei der Nachbarschaftshilfe sind jedoch auch Regeln zu beachten, um sich selbst zu schützen.
Bild: Roland Weihrauch/dpa (Symbolfoto)

Während in den Supermärkten die Regale leer gekauft werden, wächst auf der anderen Seite die Hilfsbereitschaft.

Nichts verbreitet im Moment eine solche Endzeitstimmung wie die leeren Klopapierregale in den Supermärkten. Bei dem Anblick lässt einen das Gefühl nicht los, jeder kämpft für sich allein. Hamsterkäufe sind an sich nur ein Zeichen der Hilflosigkeit, die wir alle in Anbetracht der immer schlechteren Nachrichten zum Coronavirus empfinden. Toilettenpapier ist billig, lässt sich lagern und hinterlässt das Gefühl, etwas unternommen zu haben. Aber wer die Regale leer kauft, dem ist bewusst, dass der Nächste nichts mehr kriegt.

Da ist es umso beruhigender zu wissen, dass das Coronavirus auch andere Effekte auf die Gesellschaft hat. In diesen Tagen bilden sich im Wittelsbacher Land viele Initiativen, die den Schwächeren helfen wollen. Für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen ist es derzeit besonders gefährlich, das Haus zu verlassen. Es ist schön, dass sich Gruppen bilden, die dabei helfen. Sie bieten an, einkaufen zu gehen, zur Post, zur Apotheke. Sie wollen den Hund spazieren führen. Oder sie bieten an zuzuhören. Auch das ist in einer solchen Krise nicht zu vernachlässigen. Menschen, die den ganzen Tag das Haus nicht verlassen sollen, die soziale Kontakte meiden müssen, fühlen sich schnell allein.

Etwas mehr Organisation wäre nicht schlecht

Diese Initiativen stehen noch am Anfang. Ein wenig mehr Organisation wäre nicht schlecht, es braucht nicht mehr als eine Telefonnummer für jede Gemeinde. Vor allem, wo bisher noch wenig Nachfrage existiert. Aber auch diese Initiativen zeigen, dass Menschen etwas unternehmen wollen. Etwas Sinnvolleres und Sozialeres, als Toilettenpapier zu lagern. Und sie zeigen nicht nur Risikopatienten, sondern uns allen, dass vielleicht doch nicht jeder für sich kämpft. Mit den eingeschränkten sozialen Kontakten fühlen wir uns manchmal vielleicht allein. Aber, das zeigt die Nachbarschaftshilfe: Wir sind zusammen allein.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht "Gute Nachbarschaft in schweren Zeiten

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