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Umweltschutz

12.11.2019

Damit das Summen nicht verstummt

In vielen Kommunen gibt es sie schon: Blühstreifen an Straßenrändern bieten Lebensräume für Kleintiere.
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In vielen Kommunen gibt es sie schon: Blühstreifen an Straßenrändern bieten Lebensräume für Kleintiere.
Foto: Brigitte Glas

Beim Biodiversitätstag auf Schloss Blumenthal machen sich rund 50 Teilnehmer Gedanken darüber, wie im dicht besiedelten Raum möglichst viele Arten erhalten werden können. Auch Kommunen sollen mitmachen

Der Bund Naturschutz Aichach-Friedberg hat jetzt zusammen mit dem Forum Zukunft zum dritten Biodiversitätstag nach Blumenthal (Stadt Aichach) geladen. Ziel war es, alle Menschen zusammenzubringen, die beruflich oder privat mit und in der Natur arbeiten, um mehr für Artenvielfalt und Artenschutz zu erreichen.

Gut 50 Männer und Frauen informierten sich auf Schloss Blumenthal in Vorträgen über das Thema und arbeiteten aktiv in Workshops mit. Organisator des dritten Biodiversitätstages war der Meringer Biologe Wolfhard von Thienen. Die Artenvielfalt habe wesentlichen Anteil an der Gesundheit der Menschen, obwohl die Zusammenhänge sehr komplex seien, sagte von Thienen.

Die Erhaltung der Artenvielfalt sei „das wichtigste Thema, das wir haben“, betonte Schirmherr, Landrat Klaus Metzger. Es gehe alle an. Es sei schon vieles angestoßen worden. „Ich bin dankbar für das starke Engagement im Landkreis.“ Die „Ökomodellregion Paartal“ sei ein Erfolg. Metzger erinnerte daran, dass auch kleine Maßnahmen in der Summe Großes bewirken können.

Markus Haseitl aus Bad Grönen-bach ist ein Pionier bürgerschaftlichen Engagements zum Erhalt der Artenvielfalt im Allgäu und in der Schweiz. Er berichtete über sein lokales Blühprojekt „Bürger-Bienen-Biodiversität in seiner Heimatgemeinde. Das Wichtigste sei, die Bürger zu motivieren, was letztendlich aber gar nicht so schwer sei. Die soziale Dimension sollte man nicht unterschätzen, meinte Haseitl, „miteinander etwas tun, nützt auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Bei ihm habe es schon 2009 Blühpatenschaften gegeben. Viele kleine Aktionen hätten das Projekt vorangebracht. So hätten Bürgermeister statt der üblichen Flasche Wein Blumensamen verschenkt. Haseitl verschwieg aber auch Rückschläge nicht: „Da müssen wir durch!“. Nachdem Bürger in einer groß angelegten Aktion auf Kreisverkehren und Verkehrsinseln Blumen gesät und gepflanzt hatten, sei der örtliche Bauhof ausgerückt und habe mit dem Absaugmäher „wie-der Ordnung geschaffen“.

In einem weiteren Vortrag stellte Claudia Kriegebaum praxistaugli-che und wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen in inten-siv bewirtschafteten Agrarräumen vor. Sie ist Projektleiterin im Pro-jekt „F.R.A.N.Z.“ (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft). Dieses vom Deutschen Bauernverband unterstützte Forschungsprojekt entwickelt Verfahren, mit denen in der konventionellen Landwirtschaft unter wirtschaftlichen Aspekten Naturschutz gewährleistet werden kann. Ihr Fazit: „Naturschutz zum Nulltarif gibt es nicht.“ Trotzdem sollten fünf bis zehn Prozent der bewirtschafteten Fläche als Lebensraum für gefährdete Arten reserviert werden. Ausgleichszahlungen für die Landwirte seien in der Diskussion. Auf dem diesjährigen Biodiversitätstag lag der besondere Schwerpunkt auf praktischen Anregungen zum Erhalt der Artenvielfalt im besiedelten und im landwirtschaftlichen Umfeld. Am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer in zwei Workshops mit Manuela Riepold und Kathrin Seidel. Die Ergebnisse beider Arbeitsgruppen glichen sich. Wichtig war den Teilnehmern, dass nicht nur geredet wird, sondern konkrete Projekte in den Gemeinden umgesetzt werden. Hierzu bedürfe es viel bürgerschaftlichen Engagements, aber besonders wichtig sei es, dass Bürgermeister und Gemeinderäte mitmachten und erkannten, dass das Thema Artenvielfalt und Naturschutz zu den Kernaufgaben einer Gemeinde gehörten.

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