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Seminar

18.01.2016

Damit in der Kirche nicht das Licht ausgeht

Die Katholische Landvolkbewegung im Dekanat Aichach hatte im Rahmen der ländlichen Seminarreihe nach Gundelsdorf eingeladen. Roman Aigner (links) referierte zum Thema „Fürchtet euch nicht: Impulse für Gläubige und Pfarrgemeinden auf dem Land.“ Die Vorsitzende der Landvolkgemeinschaft, Maria (rechts), dankte dem Landvolkreferenten für seine interessanten Ausführungen.

Gemeindeberater Roman Aigner fordert dazu auf, sich vom „glorreichen Gestern“ zu lösen und Visionen zu entwickeln

Endlich aufhören mit der Klage, warum die Menschen nicht mehr in die Kirche gehen – diesen Appell richtete Roman Aigner an das Katholische Landvolk (KLB) Aichach. Der KLB-Bildungsreferent Augsburg und Gemeindeberater in der Diözese Augsburg forderte die Menschen im Gegenzug dazu auf, Visionen zu entwickeln und selbst anzupacken, damit in den Kirchen vor Ort nicht das Licht ausgeht.

Unter dem Motto „Fürchtet euch nicht: Impulse für Gläubige und Pfarrgemeinden auf dem Land“ bestritt Aigner nach der Begrüßung durch Vorsitzende Maria Hussak die Auftaktveranstaltung der ländlichen Seminarreihe des Landvolks in Gundelsdorf (Gemeinde Pöttmes). Der Referent brachte dabei konkrete Anregungen für Gläubige mit. Er ermutigte die Seminarteilnehmer: „Es gibt immer einen Weg, auch wenn er noch so eng ist.“ Damit Leben und Glauben mehr als Schlagworte seien, brauche es einen persönlichen Bezug. „Für diesen biografischen Bezug muss jeder Gläubige selbst sorgen“, betonte er.

Der Bildungsreferent unterstrich, dass das vermeintlich glorreiche Gestern die Debatten in den Pfarrgemeinderäten und der Landvolkgemeinschaft präge. Dieses Träumen von früher sieht der Referent als Falle, in der man sich verheddern könne. Ergebnis: Es passiert nichts.

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Es sei also eine Herausforderung, sich gegenseitig aus der Falle zu führen, erklärte Aigner. „Das Gestern gehört in die Erinnerungskammer, gekocht wird die Pastoral in der Küche von heute“, stellte er fest.

Aigner ging auch auf die pastorale Raumplanung in der Diözese Augsburg ein, die sukzessive bis 2025 umgesetzt werden soll. Für jeden Einzelnen stelle sich somit die Frage, wie er als Gläubiger damit umgehe. Sich aus der Kirche verabschieden, jammern oder aber auf die neue Situation einstellen? „Auch wenn unser Pfarrer geht, lassen wir nicht zu, dass in unserer Kirche das Licht ausgeht“, sagte der KLB-Referent. Schauen, was gebraucht wird und selber mit anpacken, heiße die Devise. „Was jeder Einzelne von ihnen tun kann und will, das hängt von der jeweiligen Situation ab“, sagte Aigner. Jede Pfarreiengemeinschaft brauche leidenschaftliche und kreative Christen, Ansprechpartner und eine Vision.

Auf das Referat folgte eine rege Diskussion. Themen waren Kirchenaustritte, Unterstützung von Flüchtlingen (Aigner: „Wir Christen helfen jedem Menschen, unabhängig vom Glauben“), der Rückgang der Gottesdienstbesucher und der Wortgottesdienst am Sonntag. „Wichtig ist, dass wir einzelne Lebenszeichen in der Kirche sehen und wertschätzen“, so Aigners Fazit.

Das nächste Ländliche Seminar findet am Dienstag, 19. Januar, um 19.45 Uhr in Gundelsdorf statt. Die angekündigte Referentin Stefanie Lange ist verhindert. Stattdessen spricht Max Stadler vom Amt für Landwirtschaft Pfaffenhofen über „Boden, der uns trägt – vom Wert der Erde“.

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