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Aichach-Friedberg

09.04.2021

Das Defizit der Kliniken an der Paar sinkt

In der Geburtshilfe am Friedberger Krankenhaus ist alles bereit, damit der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
Foto: Tom Trilges (Archivbild)

Plus Die Krankenhäuser in Aichach und Friedberg beschäftigen zwölf Prozent mehr Personal. So läuft es mit dem neuen Gynäkologie-Chefarzt in Friedberg.

Wie die Kliniken an der Paar finanziell durch das Corona-Jahr 2021 kommen, ist noch offen. Durch das Corona-Jahr 2020 sind die beiden Krankenhäuser jedenfalls besser gekommen, als vor Ausbruch der Pandemie erwartet worden ist. Der Verlust der Kliniken, den der Landkreis für seinen Eigenbetrieb jeweils im Folgejahr ausgleichen muss, liegt bei 4,7 Millionen Euro und damit deutlich unter früheren Prognosen und Wirtschaftsplan.

Kliniken machen eine halbe Million Euro weniger Defizit

Das teilte Geschäftsführer Dr. Hubert Mayer in einer Sitzung des Werkausschusses des Kreistags mit. Das ist noch mal eine halbe Million Euro weniger, als in einer Sitzung Anfang Januar angenommen. Die frühere Geschäftsführung unter Dr. Krzysztof Kazmierczak kündigte Mitte 2019 Verluste von insgesamt rund 30 Millionen Euro für drei Jahre (2020 bis 2022) und allein rund elf Millionen für 2020 an. Damals sorgte die sich verschärfende wirtschaftliche Schieflage letztlich dafür, dass der Kreistag in einer Sondersitzung im Spätsommer 2019 die sofortige Trennung von Kazmierczak beschloss. Vor einem Jahr wurde dann im Wirtschaftsplan ein Verlustausgleich von 6,2 Millionen Euro für 2020 prognostiziert.

In diesem Jahr sieht die Prognose für die Kliniken schlechter aus

Für das aktuelle Jahr sieht es dagegen nicht mehr so positiv aus, wie zu Jahresbeginn erhofft. Im Wirtschaftsplan für 2021 steht ein Minus von 4,6 Millionen. Mayer sprach von einem „leichten Dämpfer“. Der Leistungsumfang der Klinken sei durch Corona-Auflagen eingeschränkt gewesen. Aichach liege bei den Erlösen nach den ersten beiden Monaten zu 36 Prozent unter Plan und Friedberg zu fast 40 Prozent. Weil der Landkreis gleichzeitig bei der Sieben-Tage-Inzidenz über fast zwei Monate unter 70 lag, greift der Rettungsschirm des Bundes in diesem Zeitraum nicht. Mayer hofft aber auf Nachbesserungen beim Ausgleichsmechanismus: Das anvisierte Jahresergebnis sei noch möglich.

So ist der Start des neuen Chefarzt der Geburtshilfe gelaufen

Sehr positiv äußerte sich Mayer über den neuen Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie im Friedberger Krankenhaus: Er sprach von einem „hervorragenden Start“. Die Berufung von Dr. Sokol Rexhepi, der im Januar die Leitung der Abteilung übernahm, sorgte im vergangenen Herbst in der Öffentlichkeit durchaus für Kritik, als bekannt wurde, dass der Mediziner im Unfrieden von seiner früheren Stelle geschieden ist (wir berichteten). Rexhepi arbeite „entspannt“ mit den Hebammen zusammen, habe die Zahl der gynäkologischen Eingriffe um das fast Dreieinhalbfache gesteigert, und auch die Zahl der Geburten entwickele sich sehr erfreulich, sagte Mayer. Auch Vorbehalten, der neue Chefarzt würde überdurchschnittlich viele Kaiserschnitte durchführen, lassen sich laut Mayer durch Zahlen widerlegen: In den ersten zwei Monaten des Jahres sei die Kaiserschnittrate in Friedberg von 28 auf 19,6 Prozent gesunken.

Der Personalstand an den Kliniken an der Paar ist deutlich gestiegen

Zum März gibt es an den Kliniken an der Paar insgesamt 514 Vollzeitstellen. Im Vergleich zu 2019 (459) bedeutet dies eine Steigerung von zwölf Prozent. Im Bereich der Pflege sind von 2019 bis heute zusätzlich 39 Vollzeitstellen hinzugekommen. Die Mitarbeiterzahl liegt bei rund 620 darüber, weil ja nicht alle in Vollzeit arbeiten. Um weiterhin die Pflegepersonaluntergrenzen einhalten zu können, würden ergänzend auch Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutiert, heißt es in einer Mitteilung der Klinken über die Bekanntgaben im nicht öffentlichen Teil der Werkausschuss-Sitzung. Bereits im April würden erste Fachkräfte aus Tunesien erwartet.

Am Aichacher Krankenhaus gibt es bald eine HNO-Ärztin

Am Aichacher Krankenhaus arbeitet künftig eine neue Belegärztin: Reyyan Elif Goner ist Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenkunde.

Die Aichacher Klinik bekommt zwei neue Großgeräte

Der Werkausschuss hat laut Mitteilung der Beschaffung von zwei medizinischen Großgeräten für die Klinik in Aichach zugestimmt: MRT (Magnetresonanztomografie) und CT (Computertomografie) wurden europaweit ausgeschrieben. Die Geräte können aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Die Kliniken an der Paar treiben die Digitalisierung voran

Die Klinken können bis zu 2,2 Millionen Euro aus einem Förderprogramm des Bundes für die Digitalisierung der beiden Krankenhäuser bekommen. Allerdings sei der Zeitdruck für den Förderantrag und die Komplexität des Verfahrens enorm. Ende Mai laufe die Frist ab, berichtete Bernd Burkert, Leiter der EDV-Abteilung im Landratsamt, die das „schwierige Verfahren“ übernimmt. Eigentlich schickt das Programm „der Himmel“, findet Klinikchef Mayer: Das sei eine Riesenchance, um auf den aktuellen Stand der Technik zu kommen. Das müsse man ohnehin, aber jetzt werde es zu 100 Prozent aus dem Krankenhaus-Zukunftsgesetzt finanziert.

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