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Gemeinderat

17.04.2015

Das Kreuz auf dem Friedhof in Affing wird verlegt

Die Sichtachse vom Eingang zur Kapelle der von Gravenreuths soll frei werden. Der Affinger Gemeinderat beschloss, das Kreuz in der Mitte nach rechts an den Rand des Friedhofes zu verlegen.
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Die Sichtachse vom Eingang zur Kapelle der von Gravenreuths soll frei werden. Der Affinger Gemeinderat beschloss, das Kreuz in der Mitte nach rechts an den Rand des Friedhofes zu verlegen.
Bild: Eger & Partner

Die Wege werden erneuert, der Leichenwagen bekommt Platz und vor der Halle gibt es Bänke. Aber da ist noch mehr: Das Kreuz auf dem Affinger Friedhof wird verlegt.

Die Wege sind schlecht, teilweise recht abschüssig, der Leichenwagen hat kaum Platz und es gab schon Unfälle. Derartige Missstände auf dem Affinger Friedhof wird es bald nicht mehr geben. In diesem Jahr wird er saniert. Der Gemeinderat segnete am Dienstag den Entwurf ab. Dabei traute er sich so richtig was.

Friedhofsplaner Franz-Josef Eger machte einen mutigen Vorschlag. Mutig deshalb, weil damit in Affing nicht alle einverstanden sein dürften. Pfarrer Max Bauer jedenfalls warnte: „Ich kann mir das privat vorstellen, aber die alten Affinger werden euch köpfen.“ Es geht um die Verlegung des Kreuzes, das in der Mitte des Friedhofes steht. „Da hängt irgendwie das Herz daran“, hat Pfarrer Bauer festgestellt.

Doch das Glaubenssymbol hat schon für manches Problem gesorgt. Es steht inmitten eines von Efeu überwucherten Steinberges. Der Leichenwagen, der an der Kreuzung zur Leichenhalle abbiegen muss, kommt kaum durch. Schlimmer noch: Das Auto ist im Winter schon mal gegen ein Grab gerutscht. Deshalb will Eger das Kreuz an das Ende des Weges gegenüber dem Leichenhaus verlegen. Brisanz erhält das Thema, weil unter dem Steinhaufen menschliche Gebeine vermutet werden, deren Herkunft unbekannt ist.

Eger weiß die Historie auf seiner Seite. Er hat einen Friedhofsplan von 1830 ausgegraben. Der sieht kein Kreuz vor, es sei wohl erst in den 1980er-Jahren angebracht worden. Kreuz und Steinhaufen beeinträchtigten die Sichtachse zur Gravenreuth’schen Kapelle. Auch deshalb plädierte Eger für die Verlegung. Als Kompromiss hätte er sich die Entfernung des Steinhaufens vorstellen können. Mit einer Grabplatte könne man die Gebeine würdigen. Einen Kompromiss wollte der Gemeinderat indes nicht eingehen. Er entschied sich für die Verlegung. Man solle sich nicht gleich von der ersten Kritik beeinflussen lassen, argumentierte etwa Georg Engelhard. Die Versetzung habe Charme, die Umbaumaßnahme sei „von unserer Generation 2015“, plädierte auch Stefan Matzka dafür.

Davon abgesehen konnte sich der Planer darüber freuen, dass auch seine weiteren Vorschläge weitgehend angenommen wurden. Bis auf einen: Der Weg vor dem Leichenhaus erhält Vorplatzcharakter, das unterschiedliche Niveau wird ausgeglichen. Rechter Hand mit Blick auf die Halle werden drei Bänke angelegt. Links und rechts sollen säulenartige Bäume wachsen. Acht waren dem Gemeinderat zu viel, man einigte sich auf sechs. Die Wege werden mit einem Granit-Einzeiler eingefasst und mit einer wassergebundenen Decke versehen. Pflaster sei zu teuer, Asphalt undenkbar, begründete Eger.

In Zukunft wird es noch eine dritte Wasserstelle an der Friedhofsmauer geben. Der Gemeinderat sagte auch ja zu 15 kleinkronigen Bäumen, die über den Friedhof verteilt werden. Aus dem Projekt wird eine runde Sache, weil sich auch Baron von Gravenreuth daran beteiligt. Die Hecke um dessen Familiengrab wird entfernt und die Wege werden auch im „adligen“ Bereich auf die gleiche Art angelegt.

Bleibt noch das Feuerwehr-Ehrengrab für die beim Affinger Schlossbrand ums Leben gekommenen Floriansjünger. Es wird ebenfalls erneuert. Die Kosten von insgesamt rund 100000 Euro sind im Haushalt reserviert.

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