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09.11.2019

Das Skurrile steht in diesem Stück über allem

Das Skurrile steht im neuen Stück des Volkstheaters Aichach über allem. Aufgeführt wird die satirische Komödie „Der Revisor“ von Nikolai Gogol.
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Das Skurrile steht im neuen Stück des Volkstheaters Aichach über allem. Aufgeführt wird die satirische Komödie „Der Revisor“ von Nikolai Gogol.

Das Aichacher Volkstheater spielt eine satirische Komödie von Nikolai Gogol. Zungenbrecher inklusive

Das Skurrile steht in dem neuen Stück des Aichacher Volkstheaters über allem. Der Verein führt die satirische Komödie „Der Revisor“ von Nikolai Gogol auf. Regisseur Jörg Schur ist es wichtig, dass das Stück zeitlos und in keiner Epoche angelegt ist. Das spiegelt sich auch im Bühnenbild und den Kostümen wider. „Der Fokus liegt auf den Typen und der Skurrilität“, sagte er kürzlich bei der Pressekonferenz. Premiere ist am Samstag, 16. November, in der TSV-Turnhalle in Aichach.

Ein Revisor versetzt eine Stadt in Angst und Schrecken. Die Korruption blüht, Vetternwirtschaft und ein großzügiger Umgang mit Steuergeldern ist gang und gebe. Panikartig versuchen die Mitglieder der Stadtverwaltung, ihre schmutzigen Hände reinzuwaschen. Autor Gogol fasste den Sinn seiner Komödie 1848 so zusammen: „Im Revisor beschloss ich, alles Schlechte, das ich nur kannte, zusammenzutragen und mit einem Schlag dem Gelächter preiszugeben.“

Gogol siedelte seine Geschichte in einer fiktiven russischen Provinzstadt an. Außer den russischen Namen, die die 20 Darsteller des Volkstheaters übernehmen, weist darauf jedoch nichts hin. Das Stück könnte überall spielen – sogar in Aichach, sagt Regisseur Schur.

Die Namen allerdings sind die reinsten Zungenbrecher. Stefan Dauber spielt zum Beispiel den mächtigen Bürgermeister Anton Antonowitsch Skwosnik-Dmuchanowskij, Robert Predasch ist Richter Amos Fjodorowitsch Ljapkin-Tjapkin und Claudia Flassig die Krankenhausverwalterin Olga Philipowna Semljanika. Ein Kinderspiel sind dagegen Namen wie der von Bezirksärztin Dr. Christiana Hiebner (Conny Metz) oder der Kellnerin Mischka (Jenny Hoy).

Ihre Szenen seien schon eine Herausforderung für sie und ihren Bühnenpartner, erzählt Flassig. „Ich muss gewisse Grenzen überschreiten, die ich normalerweise im Privatleben nicht überschreite.“ Regisseur Schur wird etwas konkreter: „Die Rolle verlangt körperlichen Einsatz im Sinne von sehr physisch spielen.“

Der 52-jährige Schur war schon bei der Auswahl des Stückes stark eingebunden. Warum sich der Verein gerade für den „Revisor“ entschieden hat? „Wir hatten alle Lust darauf“, sagt Regieassistentin Ingrid Predasch. Außerdem erfüllt das Stück eine wichtige Voraussetzung: Es bietet ausreichend Rollen für die spielfreudige Truppe.

Schon bei der Stückprobe im Mai habe sich gezeigt, dass viele mitspielen wollen, erinnert sich Predasch. „Es kamen sogar ein paar Neue dazu.“ Unter den 20 Mitspielern sind auch fünf, die aus dem Jungen Volkstheater kommen. Unter anderem Cedric von Beck-Peccoz, der den Polizeichef Stepan Iljitsch Uchowertow spielt.

Das Bühnenbild beschreibt Predasch so: „Kein Schnickschnack, sondern nur das, was man wirklich braucht.“ Dadurch entstünden lustige und originelle Ideen, verrät der Regisseur. Eine Figur sei dazukonstruiert worden, die sehr statisch ist. „Mehr darf ich nicht sagen.“ Auch beim Bühnenbild will Schur nicht zu viel verraten. Es sei stilisiert und zeige die Macht des Bürgermeisters und das Machtgefälle, sagt er. Trotz aller Tiefgründigkeit gebe es bei dem Stück auch viel zu schmunzeln und zu lachen, sagt Schur.

Die Chemie zwischen Mitspielern und Regisseur scheint zu stimmen. Bei den Proben hätten sie extrem viel gelacht, erzählt Flassig. Schur schwärmt, mit welchem Enthusiasmus das Volkstheater an die Sache herangeht. Er arbeitet in Augsburg professionell als Schauspieler und Regisseur.

Seinen Anspruch beschreibt er so: „Die Schauspieler müssen nicht zwingend texttreu sein. Mir ist es viel wichtiger, dass sie zuhören, was der andere sagt.“

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