Newsticker
Stiko will Empfehlung zum AstraZeneca-Impfstoff in Kürze ändern
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Das könnte sich für Langzeitarbeitslose ändern

Aichach-Friedberg

05.01.2019

Das könnte sich für Langzeitarbeitslose ändern

Auch wenn die Zahl der Arbeitslosten im Wittelsbacher Land leicht gestiegen ist, so ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Dezember um knapp vier Prozernt gesunken.  (Symbolbild)
Bild: Foto: Jens Büttner/dpa

Eine Gesetzesänderung macht es möglich: Langzeitarbeitslose könnten ihren Arbeitslohn vom Jobcenter bekommen. Etwa 100 Menschen im Kreis kommen dafür infrage.

Selbst der Chef des Jobcenters Aichach-Friedberg ist jetzt gespannt: Gottfried Denkel kann noch nicht sagen, wie sich die zwei neuen Fördermöglichkeiten auf die Arbeitslosenstatistiken auswirken. Er hofft aber auf Erfolg. Mit dem neuen Teilhabechancengesetz – kurz THCG –, das seit Januar in Kraft getreten ist, kann das Jobcenter Hartz-IV-Bezieher stärker als bisher fördern.

Arbeismarkt: Diese Kriterien müssen erfüllt sein

Vorausgesetzt, der betreffende Kunde des Jobcenters ist älter als 25 Jahre und seit sechs oder mehr Jahren auf Grundsicherung angewiesen. Innerhalb dieser sechs Jahre darf er nur sehr kurz oder gar nicht erwerbstätig gewesen sein. Alleinerziehende oder Schwerbehinderte über 25 könnten diese Förderung auch schon in Anspruch nehmen, wenn sie fünf Jahre von Hartz-IV gelebt haben.

Das Jobcenter kann diese Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bringen und Lohnkostenzuschüsse von 100 Prozent in den ersten beiden Jahren des Arbeitsverhältnisses gewähren. Im dritten Jahr sind es noch 90 Prozent, im vierten Jahr 80 Prozent und im fünften Jahr 70 Prozent. Der Lohnkostenzuschuss orientiert sich am Tarif oder – je nach Arbeitgeber – am gesetzlichen Mindestlohn. Das Jobcenter übernimmt zudem Weiterbildungskosten von bis zu 3000 Euro. Wer eine solche Chance erhält, bekommt auch einen Coach an die Seite gestellt, der ihn unterstützten soll. Ziel der Förderung ist es, die Menschen, die lange nicht vermittelt werden konnten, auf diese Weise doch auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Gottfried Denkel hat ausgerechnet, dass etwa 100 Menschen im Landkreis Aichach-Friedberg die Kriterien erfüllen würden und für diese Förderung überhaupt infrage kämmen. „Wir denken, dass etwa zehn im Jahr dabei wären“, sagt er. Denn die Stelle muss zu den Fähigkeiten des Bewerbers passen und sollte für ihn gut erreichbar sein. Die Mitarbeiter des Jobcenters setzten vor allem auf Kommunen und Wohlfahrtsverbände als potenzielle Arbeitgeber. Prädestiniert seien solche Arbeitgeber, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind, erklärt Gottfried Denkel. Langzeitarbeitslose, die ein solches Angebot bekommen, werden wahrscheinlich nicht in Vollzeit ins Arbeitsleben einsteigen, vermutet er. Diese Menschen hätten aber mit der Förderung viel Zeit, um sich wieder zu stabilisieren und sie hätten vor allem ab und zu mal wieder ein Erfolgserlebnis, erläutert die Chefin der Agentur für Arbeit Augsburg, Elsa Koller-Knedlik.

Das ändert sich noch für Langzeitarbeitslose

Auch diejenigen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind, können nun mit mehr Unterstützung rechnen. Denn auch für sie sollen Arbeitsgelegenheiten mit bis zu 75 Prozent der Lohnkosten im ersten Jahr bezuschusst werden. Im zweiten Jahr würde das Jobcenter noch die Hälfte des Lohns übernehmen. Auch sie haben einen Coach und bekommen Kosten für Weiterbildungen während der Beschäftigung erstattet.

Ansprechpartner Petra Danhofer vom Jobcenter Wittelsbacher Land steht Arbeitgebern als Ansprechpartnerin unter der Telefonnummer 08251/ 8776-993 zur Verfügung.

Lesen Sie dazu den Kommentar "Eine Chance für Arbeitslose" von Katja Röderer.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren