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Ausstellung im Sisi-Schloss

30.04.2016

Das trug man „Drunter und Drüber“ zu Sisis Zeiten

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3 Bilder
Der Blick fällt zuerst auf das berühmte Sternenkleid. Das Thema in diesem Zimmer sind jedoch dessen Designer, Charles Frederick Worth, und Franz Xaver Winterhalter, der das berühmte Gemälde von Sisi im Sternenkleid schuf.
Bild: Gerlinde Drexler

 Die neue Sonderausstellung in Aichach sind Roben der Kaiserin Elisabeth, Mieder und die damals aktuelle Hut- und Schuhmode zu sehen. Wie Sisi mit ihrem Geschmack ein ganzes Zeitalter geprägt hat

Um Mode dreht sich alles in der inzwischen 17. Sonderausstellung im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach (Stadt Aichach). Die Ausstellung beantwortet pikante Fragen nach dem „Drunter & Drüber“, klärt über modische Accessoires auf und beleuchtet verschiedene Facetten der Modegeschichte. Mittelpunkt der Ausstellung, die bis zum 23. Oktober läuft, sind teilweise im Original erhaltene Kleidungsstücke der Kaiserin Sisi.

Die bayerische Herzogin und spätere Kaiserin Elisabeth von Österreich gilt als Modeikone par excellence. Ihr Geschmack prägte ein ganzes Zeitalter und schlägt sich heute noch in vielen Kreationen der Modesalons nieder. Das ungarische Galakleid ist in der Ausstellung ebenso zu sehen, wie ihr Federkleid, das Kleid, das sie zur Silberhochzeit trug oder das berühmte Sternenkleid. 100 Meter Stoff mit Tüll sind für dieses Kleid verarbeitet worden.

Geschneidert hat die Kleider die ungarische Schneiderin Monika Czedley aus Aichachs Partnerstadt Gödöllö nach Originalvorlagen, teilweise sogar aus Originalstoffen. Wie streng der ungarische Staat darauf achtet, dass sich die Schneiderin genau an das Original hält, berichtet Kastellanin Brigitte Neumaier. „Sie muss nachweisen, dass sie sich exakt an die Maße gehalten hat.“ Eine Auflage der Ungarn ist, dass an den nachgeschneiderten Modellen alles Glitzernde Swarovski-Steine sein müssen. „Das ungarische Galakleid hat Monika Czedley ein Vermögen gekostet“, erzählt Neumaier.

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Einige der Exponate hat Aichachs Partnerstadt Gödöllö für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Ein Großteil der Ausstellungsstücke stammt wieder aus dem Fundus von Kurator Pater Gerfried Sitar vom Benediktinerstift Sankt Paul im Lavanttal (Kärnten). Zum Beispiel die erlesenen Seidenstoffe aus Indien, die gleich im ersten Ausstellungsraum neben einer historischen Nähmaschine ausgestellt sind.

Ein Rundgang durch die Ausstellung ist auch ein Rundgang durch den Wandel der Mode. Angefangen bei Adam und Eva, als es noch um das Werden der Mode ging, über die Antike und den Barock. Hier drückte Kleidung den gesellschaftlichen Status aus. Die rote Farbe sei allerdings erstens nur der Kirche vorbehalten und zweitens unbezahlbar gewesen, erzählt Neumaier.

Die Mode der jungen Sisi war vom Biedermeier geprägt. Wohnzimmer kamen auf. Auch wenn sie damals vor allem als Vorzeigezimmer nur zu besonderen Anlässen benutzt wurden. Ein solches Biedermeier-Wohnzimmer ist in der Ausstellung aufgebaut. Der Paravent darin stammt laut Neumaier nachweisbar aus dem Besitz von Sisi.

Ein Zimmer ist einem pikanten Thema gewidmet: dem „Darunter“. Die bestickte Unterwäsche aus Leinen, die auf einer Wäscheleine zum Trocknen hängt, stammt aus dem Besitz der Pöttmeser Adelsfamilie von Gumppenberg.

Um Kaiser Franz Josef geht es im Foyer im zweiten Stock. Am 21. November jährt sich dessen Todestag zum 100. Mal. Ihm ist auch einer der Vorträge gewidmet, die im Rahmenprogramm zur Ausstellung stattfinden.

„Eine sehr lebendige Ausstellung und ein spannendes Thema “, findet Bürgermeister Klaus Habermann nach einem Rundgang. Rund 190000 Besucher kamen zu den vergangenen 16 Sonderausstellungen ins Sisi-Schloss. Habermann ist optimistisch, dass während der aktuellen Ausstellung die 200000er-Grenze übersprungen wird. „Die Ausstellung ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Aichach ist eine von 20 bayerischen Städten, die sich in Ausstellungen mit dem Thema „Gewebe. Textile Projekte“ befassen. Neben der Ausstellung im Sisi-Schloss sind wie berichtet bis zum 30. Juni „Segel für Aichach“ der Pöttmeser Künstlerin Antje Sträter in öffentlichen und privaten Räumen zu sehen. Im Stadtmuseum Aichach gibt es am 5. Juni eine Führung durch die Dauerausstellung zum Thema „Vom Flachs zum Gwand“.

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