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Jahrmarkt

25.08.2019

Der Aichacher Barthlmarkt hat Konkurrenz

Barthlmarkt Aichach Jahrmarkt
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Gut besucht war am Sonntag der Aichacher Barthlmarkt.
Bild: Erich Echter

Die Veranstaltung in Oberstimm und der Augsburger Plärrer führen zu einem Händlerrückgang. An Kundschaft aber mangelt es trotzdem nicht.

Recht gut besucht war der Aichacher Barthlmarkt am Sonntag, bei dem am Nachmittag auch viele Geschäfte geöffnet waren. Das Angebot an den Ständen zeigte sich durchwachsen. Lederwaren, Textilien, Spielwaren und Gaumenfreuden aller Art fanden ihre Abnehmer. Der Barthlmarkt hat große Tradition. Er prägt das Aichacher Marktwesen seit vielen jahrhunderten.

Es sind 85 Fieranten beim Aichacher Barthlmarkt

Marktmeister Karl-Heinz Müller berichtete: „Heuer haben genau 85 Fieranten ihre Stände aufgebaut. Unser Markt konkurriert heuer mit dem Barthlmarkt in Oberstimm und dem Augsburger Plärrer, sonst wären sicherlich über 100 Händler gekommen.“ Viele der Händlerfamilien sind schon seit Generationen in Aichach vertreten. So auch Helga und Elmar Lutz aus Augsburg mit ihren Süßigkeiten. „Bereits unser Großvater Heinrich Förg war nach Krieg, als die Jahrmärkte wieder stattfinden durften, vertreten mit seinem Standl am Aichacher Barthelmarkt“, erzählt Helga Lutz. Übers Geschäft wollen sich die beiden Süßwarenhändler nicht beklagen. „Ein Mal geht es besser und manchmal schlechter. Aber wir sind zufrieden“, so ihre Bilanz.

Isabella Stumpp bot an ihrem Stand verschiedene Sorten an Bienenhonig von einer Wanderimkerei aus dem Allgäu an. „Bei mir können die Leute gleich eine Probe nehmen, dann können sie prüfen ob ihnen die Sorte bekommt“, sagte die Fachfrau.

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Manch Besucher kommt jedes Jahr wieder zum Aichacher Barthlmarkt

Für die meisten Marktbesucher gehört ein Rundgang über den Barthlmarkt zur Tradition. „Wir haben unseren Stand wo wir jedes Jahr Schwarzgeräuchertes kaufen“, erzählte eine Oberbernbacherin. Viele Gäste nutzten auch die Gelegenheit zu einem Einkauf. Denn diesmal waren am Nachmittag auch zahlreiche Geschäfte geöffnet.

Die Ursprünge des Aichacher Barthlmarktes sind nicht exakt überliefert

In der Kreisstadt ist nicht überliefert, warum man den zweiten Aichacher Jahrmarkt auf „Barthlmä“, oder den vierten Sonntag im August, legte. Der Grund dürfte gewesen sein, dass um das Namensfest von St. Bartholomäus (24. August) insgeheim der Herbst bereits seine Vorboten schickt und dieser damit als einer der Lostage, die das Jahr für die Bauern prägten, angesehen wurde. Der Ursprung des „Barthlmämarktes“ dürfte auf uralte Herbstfeste zurückzuführen sein. „Bartlmä“, wie der Heilige im Volksmund heißt, war in den zurückliegenden Jahrhunderten auch immer ein Zinstag in Aichach. Pacht- und Kapitalzins wurde an die Stadt, an das Heilig-Geistspital und an die Stadtpfarrkirche gezahlt. Außerdem war der Bartholomäustag in unserer Gegend auch ein Bauernfeiertag, als um Aichach noch die Landwirtschaft dominierte. Im Volksmund heißt die Bartholomäusnacht (23. auf 24. August) auch Habernacht, wo früher auf so manchem Bauernhof der Abschluss der Ernte zünftig gefeiert wurde.

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