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Kirche

16.08.2019

Der Blaue Bund trägt das Gnadenbild

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Im voll besetzten Klostergarten wird das Patrozinium von Maria Birnbaum (im Hintergrund) gefeiert.

Zum Patrozinium von Maria Birnbaum in Sielenbach wird der Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert

An Maria Himmelfahrt feiert Sielenbachs Wahrzeichen, die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, ihr Patrozinium. Traditionell wird im Klostergarten dann das Klosterfest gefeiert. Auch heuer meint es Petrus, zumindest während der Messe, gut mit den mehreren Hundert Gläubigen.

Auftakt ist wie jedes Jahr die feierliche Prozession von der Filialkirche St. Martin an der Martinstraße, die nach Raderstetten führt, zur Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. Fahnenabordnungen der Vereine marschieren mit, die Sielenbacher Blaskapelle schreitet voran und ebenfalls mit dabei sind – sehr auffällig in ihren blauen Roben – die 30 Mitglieder des Blauen Bundes. Diese Sielenbacher Bruderschaft existiert seit etwa 150 Jahren. Sie geht auf die Landwirte Mathias Asum und Mathias Asam zurück, welche damals durch ihren unermüdlichen Einsatz den Abriss der Kirche verhindern konnten, wie überliefert ist. Seither wird die Mitgliedschaft nach dem Ableben an einen Sohn weitergegeben. So bleibt die Zahl der Bruderschaftsmitglieder recht konstant bei 30.

Der Blaue Bund hat während der Prozession die ehrenvolle Aufgabe, das Gnadenbild der Mutter Gottes zu tragen. Im voll besetzten Klostergarten entscheidet Pater Bonifatius Heidel nach einem kurzen Blick in den wolkenverhangenen Himmel doch zumindest eine kurze Predigt zu halten. Er spricht über den Klimawandel und erinnert die Besucher der Messe daran, dass Veränderung immer nur bei einem selbst anfangen kann. Man solle nicht schauen, was die anderen ändern können, sondern sich zuerst fragen: „Was kann ich ändern?“. Das Gleiche gelte auch in Bezug auf die Kirche. Jeder solle sich fragen: „Was kann ich tun, dass die Kirche wieder erlebbar wird?“, so der Wallfahrtsseelsorger.

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Das Fest der Mutter Gottes, Maria Himmelfahrt, hat für Pater Bonifatius noch eine ganz andere Bedeutung. Es erinnert daran, dass Maria trotz allem, was sie erleiden musste, niemals – soweit überliefert – an der göttlichen Vorsehung gezweifelt habe. Hier stelle sich die Frage: „Gilt das auch für uns?“ Mit einem Augenzwinkern erklärt Sielenbachs Geistlicher im Anschluss, wie sehr er als Stadtmensch das Leben auf dem Land genießt „Hier ist die Kirche noch im Dorf, gehört also einfach dazu“, sagt er. Heidel erteilt den traditionellen Segen den Kirchgängern und ihren mitgebrachten Kräuterbüscheln. Diese sollen – getrocknet im Haus aufgehängt – für gute Gesundheit sorgen.

Danach beginnt der gemütliche Teil des Tages mit Sau und Hendl vom Grill. Auch ein wenig Regen um die Mittagszeit kann die hungrigen Besucher nicht vertreiben. Die Sielenbacher und viele Besucher von außerhalb lassen es sich ausgiebig schmecken.

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