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Bilanz

06.04.2019

Der Bund Naturschutz wächst weiter

Eine Tüte voller Biolanderzeugnisse aus dem Wittelsbacher Land gab es für den Landesbeauftragten des BN, Martin Geilhufe, von Ernst Haile.
Bild: Martin Golling

Kreisverband ist einer der mitgliederstärksten Vereine im Wittelsbacher Land – auch dank professioneller Werbung

Der Bund Naturschutz (BN) ist einer der mitgliederstärksten Vereine im Wittelsbacher Land. Aktuell sind 2636 Beitragszahler im Landkreis gelistet. Die Zuwachsraten sind hoch, freilich auch dank professioneller Werbung. Im vergangenen Jahr sind 379 Personen beigetreten. Dies alles konnte Ernst Haile, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe, bei der Jahreshauptversammlung in Eurasburg den gut 40 Anwesenden auflisten.

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Viel lebendiger als die trockenen Zahlen hört sich das an, was der BN im Landkreis neben seiner naturschutzfachlichen Arbeit leistet. Zusammen mit anderen Gruppierungen, zum Beispiel der Schlossgemeinschaft Blumenthal, der ÖDP oder den Grünen hat sich der BN zur Ideenschmiede in Sachen Zukunftsfähigkeit des Landkreises entwickelt. Am Sonntag, 7. April, startet das dritte Mal in Blumenthal das Forum Zukunft (wir berichteten). Es geht dabei längst nicht mehr um trockene Theorien. Aus dem ForumZ des vergangenen Jahres erwuchs beispielsweise die Bewerbung des Landkreises und etlicher Kommunen als Öko-Modellregion. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hatte, quasi als sein Abschiedsgeschenk, noch einmal sechs Plätze ausgelobt, um die bestehenden zwölf Öko-Modellregionen zu ergänzen. Haile berichtete: „Unsere Bewerbung ist angeblich hoch bewertet worden, wir trauen uns aber noch nicht zu sagen, dass wir ausgewählt wurden.“ Und noch etwas ist aus dem ForumZ hervorgegangen: der Arbeitskreis Biodiversität. Der Artenschutz hat mit dem jüngsten Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein „sensationelles Ergebnis eingefahren“, so Haile. Er riet den Mitgliedern: „Wir sollten den Schwung mitnehmen, damit sowohl der Landkreis, als auch unser Verband noch mehr von der Jugend getragen werden. Und wir sollten bei den Themen Klima-, Arten-, Boden- und Grundwasserschutz die Flamme am Brennen halten.“

Elisabeth Birkmeir aus dem Pöttmeser Ortsteil Schorn ist Co-Vorsitzender der dortigen Ortsgruppe. Für die (Demeter-) Biobäuerin ist es ganz wichtig, dass die Bewerbung als Öko-Modellregion erfolgreich verläuft, „um die Bauern aus ihrer derzeitigen Jammerphase herauszuführen“.

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Das vergangene Jahr brachte auch Neuigkeiten im Landesverband: Richard Mergner löste Hubert Weiger als BN-Landesvorsitzenden ab. Für Mergner stieg Martin Geilhufe zum neuen Landesbeauftragten auf. Er zählte in Eurasburg auf, was aus seiner Sicht falsch läuft: „Die Verkehrskommission ist gescheitert. Der Flächenfraß geht weiter. Der UN-Bericht bestätigt, dass es unserer Erde gar nicht gut geht. Unsere Kinder formulieren wöchentlich ihre Angst bei den Fridays for Future und fordern endlich Taten und unsere Landesregierung macht nichts. In der Regierungskoalition in Berlin versagen die Minister für Verkehr und Wirtschaft in Zukunftsfragen total.“

Das letzte Volksbegehren habe die Volksseele derart getroffen, dass sich sogar der Bauernverband bewegen müsse. Geilhufe rief die Anwesenden auf, die mit dem Volksbegehren gewachsenen Bündnisse aufrechtzuerhalten: „Wir brauchen sie, falls es zum Volksentscheid kommt.“ Geilhufe beklagte die Vorgehensweise der Bundesregierung. Statt die europäischen Richtlinien bei den Abgaswerten einzuhalten, habe man der Deutschen Umwelthilfe die Gemeinnützigkeit aberkannt, „weil sie gerichtlich die Einhaltung dieser EU-Werte erstritten hat“.

Am Ende appellierte er eindringlich: „Gehen sie am 26. Mai bei der Europawahl zum Wählen.“ (mgw)

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