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Gemeinderat II

18.01.2019

Der Gigant schwächelt

Diese Eiche warf zwar im letzten Sommer einen großen Ast ab, doch sie darf stehen bleiben und soll mit einem Kronensicherungsschnitt gesichert werden. Dies hat Bauhofmitarbeiter und Baumgutachter Peter Wagner der Gemeinde empfohlen.
Bild: Martin Golling

Große Eiche bei Todtenweis weist Schäden auf. Gefällt wird sie dennoch nicht

Wer von der Todtenweiser Schulstraße aus in Richtung Schüsselhausen unterwegs ist, der kommt schon wenige Hundert Meter nach dem Ortsschild an einer großen Eiche vorbei. Ihr Fußdurchmesser beträgt 1,8 Meter. Auf Brusthöhe eines Erwachsenen misst der mächtige Riese immerhin noch 1,45 Meter im Durchmesser. Doch der landschaftsprägende Gigant schwächelt. Das war nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ein Thema.

Im vergangenen Sommer ist von der Eiche ein Ast abgebrochen, der den Durchmesser mancher erntereifer Waldriesen übertroffen hat. Die Bergung stellte den Todtenweiser Bauhof vor Probleme.

In weißen Overalls, die sie über der Schnittschutzhose trugen, und mit Atemschutzmasken versehen, waren die Mitarbeiter mit ihren Motorsägen angerückt. Der Grund dafür: Der Ast war voller Eichenprozessionsspinner. Die Härchen der giftigen Raupe verursachen bei Kontakt Rötungen, schmerzhaften Juckreiz und Schwellungen. Bei Allergikern fällt die Reaktion stärker aus und es kann auch zu Atemwegsproblemen kommen.

Im Gemeinderat stellte Bürgermeister Konrad Carl fest: „Mit Peter Wagner verfügt der Todtenweiser Bauhof über einen Experten in Sachen Beurteilung der Baumgesundheit.“ Der Sachverständige habe eine länglich verlaufende Baumfäule festgestellt, verursacht durch unsachgemäße Pflege. Auch sei der Boden bis dicht an den Stamm verdichtet. Doch habe dieser Baum eine große ökologische Bedeutung. Peter Wagner riet von einer Fällung „eher ab“ und favorisierte stattdessen einen Kronensicherungsschnitt. Diesen allerdings könne der Bauhof nicht leisten. Das Angebot der Fachfirma betrage 785 Euro.

Als sich gegen diese Maßnahme keine Gegenstimme zeigte, fügte der Bürgermeister hinzu: „Wir wollen diese Habitat-Bäume erhalten. Überhaupt hat der Bauhof alle großen Eichen in ein Verzeichnis eingearbeitet – allein schon wegen des Prozessionsspinners.“

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