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14.06.2017

„Der Laden“ in Aichach soll sich abheben vom Mode-Trend

Die Einrichtung des Ladens ist alles andere als gewöhnlich. Der weiße Tisch besteht aus Holzpaletten. Alte Weinkisten dienen als Regale.
Bild: Samuel Jacker

Nicht nur die Einrichtung in dem neu eröffneten Kurzwaren- sowie First- und Secondhand-Geschäft ist ziemlich anders. Die Kunden können auch selbst aktiv sein.

Bieta König hatte schon immer den Wunsch, einen eigenen kleinen Laden zu eröffnen. Die Möglichkeit durch freistehende Räume in der Aichacher Sudetenstraße ließ sie sich jetzt nicht entgehen. Die Schneidermeisterin hatte eine klare Vision für den Umbau zum Kurzwaren-, First- und Secondhand-Laden: „Alles muss individuell sein.“ Die Kleidungsstücke hängen im Geschäft „Der Laden“ an Ketten, die an einem Balken an der Decke befestigt sind. Alte Weinkisten wurden zu Regalen und Tischen umfunktioniert. Der Tisch besteht aus aufeinandergestapelten Europaletten. Selbst die Schubladen haben alle einen anderen Knopf.

Die 48-Jährige will sich von der Masse abzuheben. „Schon als Teenager konnte ich nicht leiden, wenn jemand in der U-Bahn dasselbe anhatte wie ich“, erinnert sie sich. Dass König gegen den Strom schwimmt, sieht man auch daran, dass sie Onlineshops sehr skeptisch gegenübersteht. „Viele Sachen sind billig. Es sind Massenprodukte. Außerdem gibt es keine Beratung“, sagt sie. Vom Internetdienst Pinterest hat sie sich dennoch inspirieren lassen. Dort posten Benutzer Bilder auf eine Pinnwand. Kunden können sich auch in ihrem Laden mit deren Lieblingskleidungsstück an der Wand verewigen. Das Bild wird im Laden gemacht und entweder aufgehängt oder als Postkarte gedruckt.

Die Aichacherin meint ohnehin, dass Mundpropaganda viel mehr wert ist. Der Erfolg gibt ihr dabei recht. Nähkurse, in denen vier bis sieben Personen vorgegebene oder eigene Projekte nähen können, sind meist ausgebucht. Die dafür benötigten Kurzwaren gibt es im vorderen Teil des Ladens zu kaufen. Im hinteren Teil ist das Nähzimmer.

Zur Ausstattung zählen ein großer Zuschneidetisch, Haushalts-, Leder- und Industrienähmaschinen. Auch eine Bügelpresse und -anlage sowie eine Spindelpresse stehen dort. Ein Schnellnäher, eine Stickmaschine und ausreichend Werkzeug sind ebenfalls dort zu finden. „Viele Teilnehmer sind überrascht, wie einfach manche Dinge zu lernen sind“, hat König festgestellt. Ihr selbst gefällt beim Schneidern besonders, dass man sowohl technisches Wissen, als auch Kreativität benötigt, um sein Ziel zu erreichen. Dass sie kein Designstudium absolviert hat, hindert sie nicht daran, eigene Kleidungsstücke zu entwerfen. Für sie ist jeder, der eigene Mode entwirft, ein Designer. Sie bietet sogar die Kreationen verschiedener Jungdesigner zum Verkauf an. Dazu zählen Handtaschen und auch Kleider. Sie sagt: „Das Ziel ist, einen kleinen Ausschnitt aus dem Trend zu zeigen. Entweder man schneidert ihn selbst oder kauft ihn fertig.“

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