Der Maibaum im Exil

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Kommentar Von Carmen Jung
08.03.2018

Inchenhofen soll erstmals seit 1990 wieder einen Maibaum bekommen.

Zum Dorf gehört eine Kirche und ein Wirtshaus. Inchenhofen ist da vorbildlich. Der Markt hat nicht bloß eine Kirche, sondern sogar eine Wallfahrtskirche, und in ihrem Schatten gibt es nicht nur ein Gasthaus, sondern mehrere. Die Welt sollte damit in Ordnung sein. Allein – sie ist es nicht. Denn es fehlt etwas Entscheidendes: Es gibt keinen Maibaum in Leahad.

Das darf es in einem anständigen altbayerischen Ort nicht geben. Die Maibaumbuam wollen diesen Missstand deshalb ändern. Dabei hat des Dorfes Zier in Leahad keine lückenlose Tradition. Es gab den Maibaum in den 60er Jahren, dann 25 Jahre gar nicht. 1982 packte man wieder an. Mit wenig Glück. Der zweite Baum, aufgestellt 1986, fand durch Orkan Wiebke 1990 ein jähes Ende. Der Markt untersagte danach eine Aufstellung. Man traute sich nicht mehr.

Den Maibaumbuam gebührt Respekt, dass sie das Problem nun angehen wollen. Schade ist das bloß für Taxberg, das in all den Jahren gastfreundlich den Leahada Exil-Baum beherbergt hat. Man fühlt sich ein bisserl ans Giesinger Stadion erinnert, als dereinst die Löwen auszogen. Eine Rückkehr wie den „Sechzgern“ aber wünscht man dem Maibaum trotzdem nicht. Möge er dauerhaft Leahads Mitte zieren...

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