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Theater

30.03.2016

Der Mauerfall von Gaulzhofen

So friedlich wie in dieser Szene beim Essen ging es in der in Stotzard aufgeführten Komödie „Wunder, Zoff und Zunder“ nur selten zu. 
Bild: Johann Eibl

Auf der Bühne im Stotzarder Gemeinschaftshaus finden die beiden Hauptfiguren nicht so recht zueinander. Die Komödie der KLJB erinnert an eine Fehde zwischen Don Camilo und Peppone.

Aindling-Stotzard Ein Pfarrer und ein Bürgermeister, die sich nicht gerade grün sind und daher beinahe dauernd im Clinch liegen: So was gibt es nicht erst seit Don Camillo und Peppone. Diese Fehde zieht sich auch wie ein roter Faden durch die Komödie „Wunder, Zoff und Zunder“, die Bernd Gombold geschrieben hat und die von der Katholischen Landjugend-Bewegung (KLJB) Stotzard einstudiert wurde. Am Sonntag erlebte das Stück im Gemeinschaftshaus Stotzard seine Premiere, 200 Besucher sorgten für ein volles Haus und viel Applaus nach den drei Akten.

Sechs Wochen Probe zahlen sich aus

Zum vierten Mal tritt das junge Ensemble, das sechs Wochen lang geübt hat, nun in dieser Besetzung auf, was sich durchaus positiv auswirkt. Die Darsteller bringen somit reichlich Erfahrung auf die Bühne. Und darum vergehen auch nur Sekunden, ehe das Publikum zum ersten Mal Beifall klatscht. Bürgermeister Hans Dampf, dargestellt von Tobias Riemensperger, fegt Abfall in die vorderen Ränge. Es dauert auch nicht lange, ehe klar wird, warum der Gemeindechef und Pfarrer Josef Keusch (Johannes Kistler) nur phasenweise zueinanderfinden. Nicht so sehr aufgrund der Tatsache, dass sie die Vorliebe zu ihren Tieren trennt. Es geht in erster Linie um die Frage, was mit der Kapelle in Gaulzhofen geschehen soll.

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Pfarrhaushälterin Maria (Julia Knauer) erweckt den Eindruck, dass sie mit den technischen Fachbegriffen unserer Tage ihre liebe Not hat; bei ihr wird eine Nachricht nicht per E-Mail versandt, sondern mit „Emil“. Den schwierigsten Part hat wohl Thomas (Thomas Lechner) zu meistern, der als Bettelmönch aus Palermo auftritt und daher die meiste Zeit italienisch spricht, in Wirklichkeit aber großes Interesse an Tina Dampf (Johanna Hader) zeigt, der Tochter des Bürgermeisters. Gemeindemitarbeiter Franz, der auch das Amt des Mesners ausübt und von Michael Weichenberger verkörpert wird, hat eine ausgesprochen Schwäche fürs Essen und für Pausen. Außerdem erleichtert er seinen Chef fortwährend um Geldscheine, als eine Art Schweigegeld.

Irrungen und Wirrungen

Gerda Maier (Theresa Bestele) erweist sich als geschwätzige Witwe, die kurz nach dem Ableben ihres Gatten schon wieder Ausschau nach einem passenden Nachfolger hält. Heidrun von Zickenbach (Christi ne Bestele) tritt als ebenso elegante wie resolute Dame auf, die bestrebt ist, den Bürgermeister um den Finger zu wickeln. Hinter den Theaterkulissen in Stotzard agieren Michael Braun als Souffleur, Marion Gastl und Martin Erhard als Regisseure und Stefanie Neumair, die für die Maske zuständig ist.

Die Diskrepanzen zwischen den beiden Hauptdarstellern lassen sich nicht aus der Welt schaffen, auch wenn sie mal zum scheinbar vertraulichen Du übergehen und obwohl es zum Mauerfall von Gaulzhofen kommt. Der Holzzaun zwischen Bürgermeister und Pfarrer wird abgebaut, von echter Freundschaft kann gleichwohl keine Rede sein. Beim Genuss von Messwein prosten sich die beiden zwar zu, doch wahre Aussöhnung sieht anders aus. Und die Kapelle? Dazu liegt ein Angebot von Heidrun von Zickenbach vor, die zwar 150.000 Euro dafür locker machen will, daran aber eine Forderung knüpft. Schwierig wird das Ganze so richtig, als gemunkelt wird, in der Kapelle sei ein Gemälde von Michelangelo zu sehen. Was sich als krasse Fehlspekulation herausstellt.

Weitere Termine Das Stück „Wunder, Zoff und Zunder“ wird im Stotzarder Gemeinschaftshaus noch zweimal aufgeführt: am Freitag, 1. April, und am Samstag, 2. April, jeweils ab 20 Uhr und mit Cocktailbar.

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