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Pöttmes-Echsheim

05.07.2010

Der erste große Einsatz ist im Jahr 1899

Patenbitten vor einem Jahr bei der Feuerwehr in Wiesenbach: Im Gleichschritt mussten die Echsheimer Festdamen die erste Hürde beim Einmarsch ins Festzelt meistern. Fotos: Feuerwehr/ Repros: Eibl
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Patenbitten vor einem Jahr bei der Feuerwehr in Wiesenbach: Im Gleichschritt mussten die Echsheimer Festdamen die erste Hürde beim Einmarsch ins Festzelt meistern. Fotos: Feuerwehr/ Repros: Eibl

125-jähriges Bestehen feiert die Freiwillige Feuerwehr Echsheim von 16. bis 18. Juli. Johann Eibl wirft schon vorab einen Blick in die Vereinsvergangenheit und hat einige interessante Details gefunden.

Seit 125 Jahren besteht die Freiwillige Feuerwehr Echsheim. Vom 16. bis 18. Juli wird dieses seltene Jubiläum gefeiert. Zuvor werfen wir einen Blick in die Annalen, in denen man viele Details und Geschichten bereits aus den Anfangsjahren lesen kann. Demnach war Johann Benz aus Echsheim der Gründervater.

Unter der Leitung dieses Lehrers wurde am 17. Mai 1885 die Freiwillige Feuerwehr Echsheim-Reicherstein gegründet. Originalabschriften bezeugen es. Darin werden auch die Gründungsmitglieder genannt: 33 Männer aus Echsheim und Reicherstein.

Am 4. Juni 1886 starb der Vorsitzende Johann Benz. Zu seinem Nachfolger wurde mit Friedrich Sauter wieder ein Lehrer gewählt. Von 1885 bis 1892 fanden Christbaumfeiern statt, mit ihnen war oft eine Verlosung verbunden. Am 1. Mai 1893 zog Sauter weg. An seine Stelle wurde erneut ein Lehrer gewählt: Johann Probst. Im August 1894 fand sich unter der Führung des damaligen Bürgermeisters Josef Modelmeier eine größere Zahl Bürger und lediger Burschen Reichersteins zusammen; sie gründeten die Feuerwehr Reicherstein.

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Erstmals urkundlich belegt wurden am 22. Mai 1927 acht Kameraden für langjährige Dienstzeit geehrt. Auszeichnungen mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen erhielten am 21. Mai 1950 26 Kameraden, verbunden mit einer kleinen Feier zum 65. Gründungsfest. Besonders wurde dabei das einzige noch lebende Gründungsmitglied Thomas Körner aus Reicherstein geehrt. Er starb am 4. August 1951 mit 90 Jahren.

Die Höhenlage des Orts sorgt für Probleme mit dem Löschwasser

Im Juli 1985 feierte man den 100. Geburtstag. Dr. Theo Körner, damals Vertreter des Landrats, und Kreisbrandrat Siegfried Geiger zeichneten zwölf Wehrmänner aus: Kommandant Alois Arzberger, Josef Gietl (Schaffler), Josef Gietl (Schreinermann), Michael Gietl, Georg Grammer, Anton Hirschinger, Josef Reisner, Jakob Riedl, Johann Stadler, Andreas Wenninger, Werner Wernhard und Josef Kraus. Im Rahmen einer Feuerwehrübung wurde Anton Seyfried 1975 nach 16-jähriger Kommandantenzeit verabschiedet.

Wegen seiner Höhenlage ist Echsheim von natürlichen Wasserquellen weitgehend abgeschnitten. Immer wieder wurden die Schwierigkeiten mit dem Löschwasser im Gemeinderat aufgegriffen, wie die Protokollbücher belegen. Brauchbare Lösungen scheiterten jedoch an den Finanzen. 1932 wurde erstmals ein Löschweiher im Ziegelstadelgelände (Obstgarten vom Kocherwirt) errichtet. Das Wasserreservoir wurde durch Regenwasser gefüllt.

Mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses errichtete man ein 230 Kubikmeter großes Wasserbecken unter dem Gerätehaus. 1962 entstand in der Kohlstatt ein weiteres Wasserbecken, das durch stetig zufließendes Quellwasser gespeist wurde. Seit dem Anschluss an die zentrale Wasserversorgung ist dieses Problem gelöst.

Weil das alte Feuerwehrgerätehaus im Schulstadel nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde 1957 ein Neubau genehmigt. Das alte Gemeindehaus Nr. 41 (Hüthaus) wurde abgerissen, um dafür Platz zu machen. Pfarrer Schwab erteilte dem Gerätehaus am 21. September 1958 den kirchlichen Segen. Die Gesamtkosten betrugen damals stolze 15 050 DM. Davon entfielen auf die Gemeinde 8050 DM, auf freiwillige Helfer 4000 DM und der Rest von 3000 DM wurde aus einem Zuschuss gedeckt.

Im Oktober 2000 entschieden sich Sportverein und Freiwillige Feuerwehr Echsheim, ein gemeinsames Heim zu bauen. Der Bauausschuss dazu wurde am 9. Juni 2005 ins Leben gerufen. Vom 18. bis 20. Juli 2008 wurde das Gemeinschaftshaus, das auch der Krieger- und Soldatenverein Echsheim-Reicherstein nutzt, eingeweiht.

Sechs blecherne Feuereimer für 15 Mark und eine Signalhupe

Es dauerte, ehe die Wehr mit einem Fahrzeug ausgestattet wurde. Am 23. Juni 1991 war es so weit. Mit der Weihe des TSF, das 65 000 DM kostete, ging ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung, der gefeiert wurde. Kommandant Alois Arzberger konnte dazu Edgar Hegler, den Vertreter des Landrats, Bürgermeister Hans Schmuttermeier und Kreisbrandinspektor Robert Ettinger begrüßen. Auch über das Inventar geben die Chroniken Aufschluss. So waren 1885 von der früheren Pflichtfeuerwehr eine Feuerspritze (Druckspritze), 30 Meter Schläuche und zwei Schraubenschlüssel mit einem Wert von insgesamt 950 Mark vorhanden.

Dann wurden sechs blecherne Feuereimer für 15 Mark erworben sowie vier Hakenleitern mit Haken, zwei Signaltrompeten und eine Signalhupe mit Schnur. Im folgenden Jahr wurden 34 Helme für 160 Mark beschafft sowie 23 Mannschaftsgurte, 30 Schläuche, eine Haspel und ein Steigerwagen.

Die wichtigsten Einsätze sind ebenfalls vermerkt. So brach am 2. September 1899 bei Anton Stegmeier in Echsheim, Hausnummer 17, ein großer Brand aus aufgrund eines Funkenflugs vom Dampfkessel der Dreschmaschine während der Brotzeit. Stadel und Dreschmaschine wurden total zerstört. Der Brand weitete sich auf das Anwesen Nr. 16 von Heinrich Lippert über und äscherte dort einen Stadel, die Remise und das Wohnhaus ein. Schon damals bewies die Freiwillige Feuerwehr Echsheim ihre Schlagkraft: Sie war mit 40 Mann bereits fünf Minuten nach Brandausbruch vor Ort, so berichten es jedenfalls die Unterlagen. Andere Wehren aus den umliegenden Orten folgten. Von Johann Eibl

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