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Wettbewerb

27.03.2015

Der kleine Drache Kokosnuss verhilft am Ende zum Sieg

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Sechs Grundschüler aus dem Landkreis liefern sich in Aichach ein umkämpftes Finale. Die großen und kleinen Zuschauer fiebern begeistert mit

In der Ludwig- Steub-Grundschule in Aichach ist am Mittwochnachmittag ganz schön was los. Viele Kinder sind mit ihren Eltern in die Aula gekommen. Einige haben große bunte Plakate gebastelt, um ihren Favoriten anzufeuern. Grund dafür ist der Vorlesewettbewerb des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Ungefähr 1000 Kinder aus allen 50 vierten Klassen des Landkreises haben daran teilgenommen. Jede Schule ermittelte ihren Sieger. Von diesen qualifizierten sich bei den beiden Zwischenentscheiden jeweils drei Kinder für das Finale.

Silvia Reisenweber-Zwikirsch, Rektorin der Ludwig-Steub-Grundschule, sagt zu ihnen: „Eigentlich habt ihr alle gewonnen, weil ihr schon bewiesen habt, dass ihr super Leser seid.“ Organisatorin Martina Ritzel führt durch das Programm. Untermalt wird die Veranstaltung von der Chorklasse 1b und der Klasse 4a, die ein Gedicht vorträgt.

Zuerst lesen die Finalisten drei Minuten einen vorbereiteten Auszug aus ihren mitgebrachten Büchern vor. Als Erstes ist Luca Brown von der Grundschule Aichach-Nord an der Reihe. Sein Buch heißt „Drachen haben Mundgeruch“ von Claudia Weiand. Es handelt von dem elfjährigen Julius, der seine Sommerferien bei Opa Ignatz verbringen soll.

Der wohnt allerdings in einem bayerischen Dorf, wo es nichts Aufregendes gibt außer einem Teich voller Entengrütze und Opas Gebissreiniger. Das Publikum lacht, als Luca seine Stimme verstellt, um Julius‘ Entsetzen darüber nachzuahmen. Danach folgt Laura Brom Ramos von der Grundschule Friedberg-Süd. Ihr Buch trägt den Titel „Zwei kunterbunte Freundinnen“ und ist von der Autorin Anne Holt. Laura macht die verschiedenen Stimmen im Gespräch zwischen einem Vater und seiner Tochter treffend nach und imitiert sogar einen Lachanfall.

Die nächste Finalistin heißt Teresa Hörmann und geht in die Grundschule Rehling. In ihrem Roman „Miss Braitwhistle kommt in Fahrt“ von Autorin Sabine Ludwig geht es um eine Lehrerin aus England, die zaubern kann. Gekonnt nimmt Teresa bei den Passagen von Miss Braitwhistle einen englischen Akzent an. Die mitgereisten Schulfreunde jubeln und heben zahlreiche Plakate mit Sprüchen wie „Teresa, du schaffst das“ hoch.

Nun ist Gregor Neitzel von der Grundschule Pöttmes dran. Er hat sich das Buch „Doktor Proktors Zeitbadewanne“ ausgesucht. Darin reist ein Junge mithilfe seiner Badewanne in das Paris des 19. Jahrhunderts. Französische Begriffe wie das „Moulin Rouge“ beherrscht Gregor wie ein Profi. Valentina Osterhuber geht in die Grundschule Eurasburg. Sie hat sich für das Buch „Das Unkrautland. Das Geheimnis der Schwarzen Hütte“ von Stefan Seitz entschieden. Mit leiser Stimme liest Valentina: „Hoch stand der Mond, während aus der Ferne Kirchengeläute ertönte. Plötzlich wurde es finster“. Als Letztes ist Marcel Seiler von der Kissinger Grundschule an der Reihe. Sein Roman heißt „Der kleine Drache Kokosnuss reist um die Welt“ und wurde von Ingo Siegner geschrieben. Darin verschlägt es einen Drachen bis zur Chinesischen Mauer. Als Marcel ein im Text vorkommendes Gedicht singend vorträgt, ist das Publikum begeistert.

Im zweiten Teil des Wettbewerbs sollen die Finalisten einen von der Jury ausgewählten Auszug aus dem ihnen unbekannten Buch „Außerirdisch ist woanders“ von Susann Opel-Götz vorlesen. Marcel gelingt dies beinahe fehlerlos.

Nun zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Sie besteht aus Birgit Schubert, Rupert Jung, Ingrid Predasch und Alexandra Herrmann (alle BLLV-Kreisverband), Carola Zankl (Schulamt Aichach-Friedberg), Schirmherr und Landrat Klaus Metzger, Peter Burnhauser (Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Kissing-Mering) und Simon Rupp (Gewinner des Vorjahres). Jetzt wird es spannend. Das Publikum ist mucksmäuschenstill. Als Marcels Name fällt, rennt dieser strahlend nach vorne. Er gewinnt einen Pokal der Raiffeisenbanken und eine Autorenlesung in seiner Klasse mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Heidemarie Brosche. Der Neunjährige grinst über beide Ohren: „Ich habe so darauf gehofft.“

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