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Veranstaltung

21.11.2017

Derbe Sprüche, große Unterhaltung

Bene Weber, Hochzeitslader, Gstanzlsänger und Moderator, eröffnet den Mix aus Musik, lustigen G´schichten, Couplets und Witzen und wählte spontan Zuschauer für seine Gstanzl aus.
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Bene Weber, Hochzeitslader, Gstanzlsänger und Moderator, eröffnet den Mix aus Musik, lustigen G´schichten, Couplets und Witzen und wählte spontan Zuschauer für seine Gstanzl aus.
Bild: Albertine Ganshorn

Bei „Boarisch glacht“ sind die Zuschauer im Aichach Pfarrzentrum voll dabei. Das Derblecka ist ein Höhepunkt des Abends. Gstanzlsänger singt auch Publikum aus.

Die Veranstaltung „Boarisch glacht“ im Aichacher Pfarrzentrum bietet ein zünftiges Programm. Die Besucher erwartet am Sonntagabend beste Unterhaltung auf bodenständige Weise und hohem Niveau. Wie immer musste man sich rechtzeitig um Eintrittskarten bemühen. Gut gelauntes Publikum, meist „alte Hasen“, die dieses jährliche Event schon fest einkalkulieren, sorgt von Anfang an für eine ausgelassene Stimmung im Saal.

Bene Weber, Hochzeitslader, Gstanzlsänger und Moderator, eröffnet den Mix aus Musik, lustigen G’schichten, Couplets und Witzen. Doch nicht nur als Moderator glänzt er. Das Derblecka des Gstanzlsängers ist ein Höhepunkt des Abends. Sänger Bene sucht sich spontan seine „Opfer“ im Publikum aus. Die Frau in der gestreiften Bluse erinnert ihn ans Gefängnis, in roten Schuhen sollte ein Mann seiner Meinung nach nicht aus dem Haus gehen, junge Mädchen will er mit reichen Opas verkuppeln, anderen verordnet er einen Friseurbesuch. Auch der Pfarrer und seine Köchin bleiben nicht verschont. Ohne Punkt und Komma lässt Bene seine Gedanken sprudeln. So mancher hofft wohl, dass der Gstanzlsänger ihn nicht aufs Korn nimmt. Das weiß auch der wortgewandte Gaudimacher: „Des Aussinga muass ma vertragen, sonst passt ma net do her.“ Vorsichtshalber rückversichert er sich mehrmals beim Publikum, dass „koane Preiß’n do san“. Die Danzlmusi Fünfala umrahmt die einzelnen Darbietungen mit schmissigen und bekannten Melodien. Bei dieser zünftigen Instrumentalmusik können die Besucher immer etwas aufatmen, bevor es wieder mit verschiedenen Couplets und Witzen weitergeht.

Lucky, mit bürgerlichem Namen Marcus Lukas, in Weiden zum König der Witzeerzähler gekürt, macht seinem Titel alle Ehre. Dem Opa bietet er zum 99. Geburtstag eine besondere Stripperin, und auch die Schwiegermutter muss dranglauben. Lucky klagt sein Leid über „chicken eyes“, gemeint sind seine Hühneraugen, und erzählt die Geschichte vom vergesslichen Ehemann. Auch Lucky kann es nicht lassen und besingt mit seinen Gstanzln Politik und Fernsehen, Bundeswehr und Donald Trump. Er wünscht sich Frauen wie Sterne: „Sie sollten am Abend erscheinen und am Morgen verschwinden.“

Ja, so mancher derbe Spruch geht schon um an diesem Abend. „Boarisch“ halt. Zum bunt gemischten Programm tragen die Lokalmatadoren bei, de dumma Deifi. Mit selbst geschriebenen Liedern geben die beiden Zahlinger (Gemeinde Obergriesbach) diesmal auch Gesänge mit Migrationshintergrund zum Besten. Ob spanisch mit „Kastanien“ – gemeint sind natürlich Kastagnetten – oder italienisch präsentieren sie die Musikstücke mit ihrem charakteristischen Sound.

Wer zu der Veranstaltung „Boarisch glacht“ ins Pfarrzentrum kommt, der weiß: Zu solch einem Abend gehört, dass sich alle im Saal einbringen. Den Refrain „Ja, sie ist depperd, er ist depperd und koa Kreuzer Geld is do …“ singen alle mit kräftigen Stimmen begeistert mit. Das Publikum klatscht, trampelt und macht allerlei Lustiges mit.

Die drei Scheinheiligen, eine weitere Gruppe, sehen ihre Aufgabe darin, die bayerische Wirtshauskultur zu erhalten. Dazu gründeten sie extra einen Stammtisch, der allerdings mangels Wirtshaus in einem Schnellrestaurant in Dasing stattfinden muss. Der bisherige Kirchenwirt sei nun von Chinesen besetzt, erfahren die Zuhörer. Nach einem Testessen im neuen Versammlungsort samt unerwünschten Nebenwirkungen beschlossen Die drei Scheinheiligen: „Dahin nie wieder.“ Ihr Appell an das Publikum: „Leit, geht’s in die alten Wirtshäuser, damit diese erhalten bleiben.“

Das Gvodaleit Duo beweist, dass Texte auch nach 100 oder noch mehr Jahren nach wie vor aktuell sein können. Vor allem, wenn es darin um Mann und Frau oder Essen und Trinken geht. Das Duo stellt das Wunderwerk Waschmaschine vor, die eigentlich alles kann, was in Haus und Hof so anfällt. Wer mit dieser „Fiffi“ wohl gemeint ist?

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