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Versammlung

18.08.2018

Dicke Luft in der Kabisbachgruppe in Sand

Die Kläranlage (links vorne) im Todtenweiser Ortsteil Sand ist erheblich überlastet. Der Abwasserzweckverband Kabisbachgruppe beriet nun über die weitere Vorgehensweise. Er sieht vor allem die Firma Durach (rechts hinten) in der Pflicht, der er die derzeitigen Überschreitungen zuschreibt. Im Bildhintergrund ist die Gemeinde Todtenweis zu sehen.
Bild: Benedikt Christoph

Die Kläranlage der Lechrain-Kommunen im Todtenweiser Ortsteil ist überlastet. Der Bescheid muss angepasst werden. Doch in der Sitzung gibt es Streit.

Bei der Kläranlage im Todtenweiser Ortsteil Sand besteht enormer Handlungsbedarf. Das Problem ist bekannt und wurde bei der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Kabisbachgruppe am Donnerstagabend im Sitzungssaal der Gemeinde Todtenweis einmal mehr deutlich. Die Stimmung in dieser Runde war ähnlich schlecht wie zu Beginn des Jahrhunderts. Die beteiligten Gemeinden Todtenweis, Aindling und Petersdorf entsenden nun zwar andere Mitglieder als vor knapp 20 Jahren. Doch die Harmonie untereinander war diesmal fast so mäßig entwickelt wie damals.

Allein über die überlastete Kläranlage wurde zweieinhalb Stunden debattiert. Was laut Tagesordnung nicht vorgesehen war, aber auf Antrag von Walter Pasker kurzfristig so beschlossen wurde: Zunächst tagte die Runde etwa 50 Minuten lang nicht öffentlich. Die Zuhörer, darunter mehrere Gemeinderatsmitglieder der drei Kommunen, blieben allerdings im Raum. Lediglich die Pressevertreter mussten fast eine Stunde vor verschlossener Türe warten. Die Abgeschiedenheit hatte offensichtlich keine positiven Auswirkungen auf das Gesprächsklima. Denn danach wurden im öffentlichen Teil zahlreiche Diskrepanzen ausgetragen. Die Kläranlage in Sand ist erheblich überlastet. Dazu hatte am 25. Juli dieses Jahres ein mehrstündiges Gespräch im Todtenweiser Rathaus stattgefunden. Über dessen Ergebnisse wurde ausführlich gesprochen. Am Ende der Sitzung am Donnerstagabend stand der Anschluss des neuen Gewerbegebiets Lechfeldwiesen Teil II zur Debatte. Bei den zwei Entscheidungen in diesem Zusammenhang hatte Karl-Andreas Gamperl, von dem die meisten Wortmeldungen an diesem Abend stammten, ausdrücklich eine namentliche Abstimmung beantragt. Zusammen mit den drei anderen Vertretern aus Aindling (Bürgermeister Tomas Zinnecker, Josef Gamperl und Walter Pasker) votierte er jeweils dagegen. Konkrete Auswirkungen hat diese ablehnende Haltung freilich nicht. Die vier Vertreter von Todtenweis (Bürgermeister Konrad Carl, Franz Färber, Peter Haberl und Michael Ostermair) und dazu der Bürgermeister von Petersdorf, Dietrich Binder, sorgten für fünf Ja-Stimmen und damit eine hauchdünne Mehrheit.

„Wir reden nicht mehr, wir handeln“

Karl-Andreas Gamperl kritisierte, dass erst jetzt im August die erste Versammlung des Verbandes in diesem Jahr stattfand. Seiner Ansicht nach wären vier Treffen im Jahr angebracht; spätestens im November solle man wieder zusammenkommen. Konrad Carl sagte: „Wir reden nicht mehr, wir handeln.“ Er drängte als Vorsitzender des Zweckverbands darauf, dass keine Beschlüsse vertagt wurden. Nicht zuletzt deshalb, weil er den Anschluss des Gewerbegebiets Lechfeldwiesen Teil II Süd an die Kläranlage als sehr wichtig einstufte – und das nicht allein für seine Gemeinde. Hier gehe es durchaus bereits um Wochen. Außerdem solle mit einer Klärung der gesamten Angelegenheit dafür gesorgt werden, dass die drei Kommunen im Westen des Landkreises Aichach-Friedberg danach wieder Freiraum für ihre weitere Bauleitplanung erhalten. Dass die derzeitigen Überschreitungen vom Großeinleiter Durach verursacht werden, wurde in der Sitzung wiederholt deutlich. Aus der Beschlussvorlage ging hervor, dass sich das Unternehmen zu der Ende Juli beratenen Vorgehensweise bekenne. Wiederholt wurde in der Sitzung laut darüber nachgedacht, wann die Firma Durach, die in Konserven beispielsweise Kraut, Paprika und Essiggurken einlegt, die Forderungen erfüllen werde. Nun soll zunächst ein neuer Wasserrechtsbescheid mit entsprechender Anhebung der Kapazität eingeholt werden.

Nicht weniger als 15 Abstimmungen waren vorgesehen, einige davon wurden abgeändert oder gestrichen, weil man sie als überflüssig einstufte. So war zunächst zu lesen, die Firma Durach solle „ein schlüssiges und verbindliches Konzept unter Berücksichtigung der möglichen Entwicklungen des Betriebs bis 2042 vorlegen“. Das solle bis Ende 2020 geschehen. Hier schüttelte nicht nur Tomas Zinnecker den Kopf: „Im Prinzip ist das Makulatur. Vielleicht macht die Firma in fünf Jahren zu, vielleicht verdoppelt sie in fünf Jahren.“ Josef Gamperl wollte wissen, wie die Folgekosten der Maßnahmen aufgeteilt werden. Zum Schluss gab es in anderer Sache Lob von Konrad Carl. Das Schlammlager an der Kläranlage wurde überdacht. Er lobte das Personal für die Arbeiten. Außerdem wies er darauf hin, dass man nun auf die Ergebnisse der Messstellen an den Regenüberlaufbecken schnell reagieren könne.

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