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Friedberg

07.02.2016

Die Altstadt soll zum Schaustück werden

Auf dem Luftbild ist gut zu erkennen, wie die Friedberger Altstadt nach einem fast schachbrettartigen Plan angelegt worden ist.
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Auf dem Luftbild ist gut zu erkennen, wie die Friedberger Altstadt nach einem fast schachbrettartigen Plan angelegt worden ist.
Bild: Aerobild Augsburg

Die Stadt Friedberg mischt jetzt neben Aichach und Scheyern mit bei der Bewerbung für die Landesausstellung. Dafür will man sich richtig ins Zeug legen.

Ein besonderes Ausstellungsstück hätte Friedberg zu bieten, wenn die Stadt gemeinsam mit Aichach und Scheyern mit einer Landesausstellung zum Zuge käme. Die Altstadt selber wäre ein Hauptexponat, schlägt die Friedberger Museumsleiterin Alice Arnold-Becker vor. Dies würde passen zum Thema, mit dem sich das Trio für die Bayerische Landesausstellung zwischen 2020 und 2022 bewirbt: „Bayerns Herrscher – Die frühen Wittelsbacher.“ Alice Arnold-Becker weist darauf hin, dass es ein Markenzeichen der Wittelsbacher war, Städte zu gründen: „Sie haben das ganze Land mit Städten überzogen.“ Das 1264 gegründete Friedberg gilt als ein typisches Beispiel für eine solche geplante Stadt. Dies prägt bis heute die Altstadt.

Punkten mit dem Schloss

Punkten will Friedberg auch mit dem bis 2018 fertig sanierten Wittelsbacher Schloss. Im Friedberger Kulturausschuss bezeichnete es Altlandrat Theo Körner als „einmaligen Glücksfall“, dass es der Stadt gelungen war, das Schloss zu kaufen: „Das ist wie ein Sechser im Lotto samt Jackpot.“ Körner kehrte in den Friedberger Rathaussaal zurück als eine Art Botschafter des Landkreises für die Bewerbung zur Landesausstellung.

Davon verspricht sich der Altlandrat viel mehr als nur Touristenströme für ein halbes Jahr. Erfahrungen aus früheren Landesausstellungen zeigen, dass die Besucher einiges Geld liegen lassen. In Regensburg waren es laut Körner pro Besucher durchschnittlich 35 Euro. Schon bei 100000 Besuchern, die Körner mindestens erwarten würde, kämen Millionenbeträge zusammen. Etwas Bleibendes sind die aufwendigen Kataloge, die das Haus der Bayerischen Geschichte als Veranstalter der Landesausstellungen herausgibt. So hofft Altlandrat Körner auf eine Dokumentation über die Verbindung des Hauses Wittelsbach zur Region.

Eine große Chance

Von einer „großen Chance für Friedberg“ sprach Bürgermeister Roland Eichmann (SPD). Für die Stadt würde die Landesausstellung einen erheblichen Aufwand bedeuten. Doch langfristig soll sich das auszahlen. So erwartet Eichmann einen nachhaltigen Schub durch die Landesausstellung. Sie würde Tagestouristen aus München anlocken, die Friedberg bisher nur im Windschatten von Augsburg wahrgenommen haben. Und Eichmann sieht gute Chancen, dass das Bewerbertrio Aichach, Friedberg, Scheyern tatsächlich zum Zuge kommt.

Klotzen statt kleckern 

Sollte es klappen, ist die Vorfreude im Kulturausschuss groß. „Noch besser können wir das Wittelsbacher Schloss nicht der Öffentlichkeit präsentieren“, sagte Roland Fuchs (SPD). Am Geld werde es nicht scheitern. Cornelia Böhm (FDP) sieht die Gelegenheit, mit dem Schloss zu klotzen, statt zu kleckern. Für Peter Gürtler (CSU) wäre die Landesausstellung eine „tolle Sache“ ohne großes Risiko.

Von einer Investition in die Zukunft sprach Marion Brülls (Grüne): „Aber die Zukunft wird auch etwas kosten.“ Friedberg müsse einen Hausputz machen. „Bis dahin muss klar sein, was wir in der Ludwigstraße machen“, so Brülls. Johannes Hatzold (Freie Wähler) hielt dagegen, „dass die Wittelsbacher mit ihrer Stadtplanung dafür gesorgt haben, dass keine Fußgängerzone kommt“. Notwendig würde laut Eichmann eine barrierefrei zugängliche Tiefgarage beim Schloss.

Einstimmig fiel das Signal des Kulturausschusses dafür aus, dass sich Friedberg zusammen mit Aichach und Scheyern bewirbt.

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