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Natur

08.05.2015

Die Bienen brauchen Hilfe

Die fleißigen Bienen kämpfen ums Überleben, denn viele Faktoren wie Krankheiten und Pestizide setzen ihnen zu.
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Die fleißigen Bienen kämpfen ums Überleben, denn viele Faktoren wie Krankheiten und Pestizide setzen ihnen zu.
Bild: Michael Reichel, dpa (Symbolbild)

Gleich mehrere Faktoren bedrohen ihr Überleben. Imker im Wittelsbacher Land wissen, was die Menschen tun können, um die nützlichen Insekten zu schützen.

Frischer Imkerhonig auf dem Brot, im Müsli oder auch im Tee ist für viele ein Genuss und oftmals auch Zuckerersatz. Doch die Bienen haben heutzutage für die Honigproduktion nicht mehr die allerbesten Voraussetzungen. Großflächiger Verlust der Lebensräume, Einsatz von Insektiziden und Pestiziden und der Klimawandel sind oftmals Gründe für das Sterben der Lebewesen. Auch die Wildbienen sind davon betroffen und 9,2 Prozent sind unmittelbar vom Aussterben bedroht, weitere 5,2 Prozent werden bald bedroht sein. Imker, Naturschutzbehörden und andere Vereine im Landkreis kennen dieses Problem und versuchen ihr Bestes.

Zum Beispiel Hubert Vogl, Vorsitzender des Kreisverbands der bayerischen Imker. Er weiß: „In Deutschland hatten die Imker diesen Winter 22 Prozent Verluste. Im Landkreis waren es mindestens genauso viel.“ Normal wären zehn bis 15 Prozent. Von einem „Bienensterben“ will Vogl aber nicht sprechen. Das hieße, dass ganze Bienenvölker sterben – auch außerhalb des Winters, in dem das aus natürlichen Gründen vorkomme. „Solche Fälle sind mir hier in letzter Zeit nicht bekannt.“

Dass aber einzelne Tiere nicht mehr zum Bienenstock zurückkehren, komme durchaus vor. „Für den Imker ist das aber schwer zu bemerken. Und die Imker selbst können gar nicht herausfinden, woran das genau liegt. Das können nur die wenigen Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen.“

Gespritzte Felder können Bienen beeinflussen

Diese Wissenschaftler aber hätten bereits herausgefunden, dass gespritzte Felder die Insekten beeinflussen können. „Die Bienen sind in ihrer Vitalität gestört. Manche Bienen finden dann nicht mehr nach Hause“, sagt Vogl. Deshalb sei es wichtig, sich mit den Landwirten auszutauschen. Davon könnten beide Seiten profitieren. „Wir müssen uns absprechen und nicht miteinander streiten.“

Vogl selbst hat über 100 Bienenvölker. Das sei nicht mehr die Norm: „Es gibt zwar immer mehr Imker, aber weniger Bienen. Die neuen Imker haben meistens nur ein bis drei Völker.“ Tatsächlich werde es immer schwieriger, als Imker Erfolg zu haben.

Neben gespritzten Feldern macht die Varroamilbe den Imkern zusätzlich das Leben schwer. „Das ist ein stetiges Problem, das werden wir nicht los“, sagt Vogl. Mit natürlichen Mitteln wie Ameisensäure oder Oxalsäure, versuchen die Imker trotzdem, die schädliche Milbe aus ihren Bienenstöcken fernzuhalten.

Eine neue Apparatur soll jetzt gegen den Milbenbefall helfen: Die „Bienensauna“. Dabei werden die Bienenstöcke auf 42 Grad erwärmt: Zu heiß für die Milbe, die abstirbt. Die Bienen halten die Temperatur gerade noch aus. Vogl ist allerdings skeptisch: „Ich halte davon gar nichts.“ An verschiedenen Stellen im Bienenstock herrschen auch verschiedene Verhältnisse. Und es sind nur ein paar Grad, bis auch die Bienen Schaden davontragen. Ein weiteres Problem sei, dass die Behandlung durch eine Bienensauna zu teuer wäre. „Für Imker mit vielen Völkern ist das nicht realistisch“.

Naturschutzbehörde und andere verzichten auf Dünger

Der Meringer Imker Alois Laaber hat im April ein ähnliches System getestet. Eine Wärmebehandlung funktioniert wie die Bienensauna, allerdings wird nicht der gesamte Stock erwärmt, sondern nur die Brut. Laaber besitzt zwölf Bienenvölker. Deshalb hat er das teure Gerät zur Milbenbekämpfung zusammen mit befreundeten Imkern gemietet, um Kosten zu sparen. Der Aufwand war groß, das Ergebnis ernüchternd: „Es hat nicht so gewirkt wie erhofft. Der Milbenabfall war nicht so stark“. Dafür könne es aber viele Gründe geben. Laaber will es daher im Sommer „vielleicht noch einmal probieren“.

Auch die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Aichach setzt sich für die Bienen ein, vor allem für Wildbienen. Fachkraft Thomas Kaeuffer veranlasst gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband viele Maßnahmen, um den Bienen zu helfen. Beispielsweise werden Biotope optimiert oder für reichere Blütenangebote gesorgt. „Die normalen Bienen profitieren natürlich auch davon“, erklärt Kaeuffer. Außerdem verzichtet die Behörde wie auch der Gartenbauverein und viele andere Imker komplett auf Dünger.

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