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Aichach

06.11.2019

Die Stadt Aichach will auf ihren Straßen weiter blitzen

An der Donauwörther Straße in Aichach wurde der Spitzenreiter mit 100 Kilometern pro Stunde geblitzt.
Bild: Sebastian Richly/Symbolfoto

Plus Seit Aichach den Verkehr blitzen lässt, sind weniger Autos zu schnell unterwegs als früher. Aber immer noch wird vor Schulen und Kindergärten zu flott gefahren.

93 statt 50 Stundenkilometer hatte ein Autofahrer auf dem Tacho, der am 4. April gegen Mittag in Walchshofen, Einmündung Fichtenweg, „geblitzt“ wurde. Den Spitzenreiter, der im April 2018 mit knapp 100 „Sachen“ in der Donauwörther Straße in Aichach gemessen wurde, hat er damit nicht geschlagen, aber Eingang in die Bilanz zum kommunalen „Blitzen“ gefunden. Diese präsentierte Ordnungsamtsreferent Manfred Listl am Dienstag im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats, als es um die Verlängerung des Vertrags ging.

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Schwerpunkt sind Zonen mit Tempo 30

Die Tempokontrollen nimmt für die Stadt seit April 2018 das gleiche Unternehmen vor wie die Parküberwachung: die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft. Um die Verwarnungen und Bußgeldverfahren kümmert sich die Stadt Mindelheim. 40 Stunden im Monat wird „geblitzt“, zusätzlich zur Polizei. Einmal ist der Vertrag schon um ein Jahr bis Ende März 2020 verlängert worden. Jetzt ging es um die unbefristete Verlängerung. Die Zahlen, die Listl vorlegte, zeigten eine deutliche Entwicklung: Obwohl an den 31 Messpunkten mehr Fahrzeuge gemessen wurden, haben weniger zu sehr Gas gegeben. Schwerpunkte sind Zonen mit Tempo 30, Kindergärten, Schulen, Sozialeinrichtungen, Spiel- oder Sportplätze, Bushaltestellen sowie Ein- und Ausfallstraßen. 2018 wurde 110 Mal „geblitzt“, 2019 bis jetzt 109 Mal.

Die Zahl der gemessenen Fahrzeuge ist dabei von 48265 auf 57115 gestiegen. Das entspricht 18 Prozent mehr. Die Zahl der Verwarnungen (bis 20 Stundenkilometer zu schnell) ist von 2230 auf 1972 gesunken (11,5 Prozent weniger) und statt 106 wurden 2019 nur 71 Bußgelder (ab 21 Stundenkilometer über dem Tempolimit) verhängt. Das ist ein Drittel weniger. Fahrverbote (ab 31 Stundenkilometer zu schnell) gab es 2019 nur für fünf Verkehrsteilnehmer. 2018 waren es elf. „Das ist schon ein Erfolg für uns“, stellte Listl dazu fest. Die Überwachung habe zu einer deutlichen Reduzierung der Geschwindigkeit geführt. Damit das so bleibt, sollte weiter „geblitzt“ werden. Auch, weil die Zahl der Verstöße vor Kindergärten und Schulen zwar rückläufig, aber immer noch hoch ist.

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Ein Geschäft hat die Stadt Aichach bisher nicht mit dem „Blitzen“ gemacht. Bisher weist die Bilanz ein Defizit von knapp 5000 Euro aus. Die Zahlen belegen, dass „keineswegs Abzocke“ das Ziel sei, so Listl. Es gehe um die Sicherheit der Bürger und ihrer Familien. Bürgermeister Klaus Habermann bestätigte das angesichts vieler Klagen von Bürgern über Raser. „Die schönsten Schilder nützen nichts, wenn nicht kontrolliert wird.“ Helmut Beck (CSU), der vor einem Jahr die Überwachung lieber ausschließlich in der Verantwortung der Polizei gesehen hätte, sagte, die Ergebnisse müsse man auch kritisch hinterfragen.

Helmut Beck: "Wir kommen an der Überwachung nicht vorbei"

Die Zeller Ortsdurchfahrt und der Mitterweg in Ecknach seinen keine typischen 30er Zonen. Diese solle man noch mal mit der Polizei anschauen, regte er an. Generell stellte er aber fest: „Wir kommen an der Überwachung nicht vorbei.“ Er plädierte aber dafür, den Vertrag nicht unbefristet zu verlängern, sondern alle zwei Jahre zu überprüfen. Bürgermeister Habermann sagte dazu, die Kündigung des Vertrags sei immer möglich. Georg Robert Jung (FWG), der von Anfang an gegen das kommunale „Blitzen“ war, sah sich durch die geringe Zahl von Verstößen bestätigt: Die Überwachung sei nicht wichtig. So sah das auch Erol Duman (BZA). Magdalena Federlin (Grüne) war dagegen positiv überrascht. „Der Erziehungseffekt ist größer als erwartet“, sagte sie. Es werde weniger zu schnell gefahren. „Das war es, was wir wollten.“

Das sah auch Kristina Kolb-Djoka (SPD). Das sei ein klarer Nutzen für die Bürger. Sie regte an, jährlich über die Ergebnisse zu berichten. Die Beschlussempfehlung an den Stadtrat, den Vertrag zu verlängern, wurde mit 9:3 Stimmen gefasst. Dagegen waren Georg Robert Jung, Erol Duman und – wegen der unbefristeten Verlängerung – Helmut Beck.

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