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Kultur

27.01.2020

Die Tuba ist immer griffbereit

Schon 1965 war Josef Kodmeir bei den Aindlinger Musikanten aktiv, hier in der ersten Reihe, Zweiter von links, mit seiner Posaune.
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Schon 1965 war Josef Kodmeir bei den Aindlinger Musikanten aktiv, hier in der ersten Reihe, Zweiter von links, mit seiner Posaune.

Josef Kodmeir war Bürgermeister in Todtenweis und über Jahrzehnte hinweg leidenschaftlicher Blasmusiker. Jetzt beendet der 81-Jährige seine aktive Zeit und erzählt, wie sich die Blasmusik im Ort in fast 100 Jahren entwickelt hat

Er hat die Geschichte der Blasmusik in seiner Gemeinde zu großen Teilen miterlebt – an der Posaune und mit der Tuba. Mitglied einer Blaskapelle zu sein bedeutet: Bierzeltauftritte, Neujahrsanspielen, Festumzüge, Kirchenkonzerte, Beerdigungen, Geburtstagsständchen – Freud und Leid, Unterhaltung und musikalischer Anspruch und das alles nebenbei in der Freizeit. Altbürgermeister Josef Kodmeir ist nicht nur ein kommunalpolitisches Urgestein der Lechraingemeinde, sondern auch Blasmusiker aus Leidenschaft. Für viele nicht vorstellbar: Jetzt beendet der 81-jährige Kodmeir aus gesundheitlichen Gründen seine Zeit als aktiver Musiker. Sein letzter Auftritt war die Dorfweihnacht in Todtenweis.

Dekan Alois Böhm hat 1926 die erste Musikgruppe in Todtenweis gegründet. Er war damals Ortspfarrer und Ehrenbürger, erzählt Kodmeir. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann die zweite Generation der Musikkapelle gegründet. Federführend war Stefan Brugger, Großvater der Brugger Buam aus Alsmoos (Gemeinde Petersdorf). Ab 1956 entstand dann die dritte Generation von Todtenweiser Blasmusikanten, die von Franz Xaver Haltmeier ausgebildet wurde. Initiator war wiederum Stefan Brugger. Damals lernten Paul Sauer Trompete, Josef Riß Flügelhorn, Xaver Helfer Tenorhorn, Michael Wagner Klarinette, Johann Menzinger Es-Trompete, Josef Kodmeir Tuba und Andreas Rieder Schlagzeug. Der erste Auftritt der Kapelle fand beim Neujahrsanspielen 1956 statt. Die noch junge Kapelle wurde unterstützt von erfahrenen Musikanten wie Stefan und Ludwig Brugger und Jakob Marquart. Gleichzeitig spielten einige Bläser in der Kapelle von Haltmeier in Aindling mit. Da damals zwei Bassisten in Aindling dabei waren, riet Haltmeier Josef Kodmeir, Posaune zu lernen.

Der war dann 1959 als Posaunist beim ersten Besuch der Aindlinger Feuerwehr mit der Blaskapelle Haltmeier in Fürstenfeld in der Steiermark mit dabei. In Todtenweis spielte er weiterhin die Tuba. Zwei Jahre später beendete er das Musikspielen. Es war für ihn eine Zeit des Umbruchs im Leben, bedingt durch Liebe, Hausbau und Beruf. In dieser Zeit lernte er seine spätere Ehefrau Agnes kennen.

In Aindling begann Mitte der 70er-Jahre die Ausbildung junger Musiker, an der auch zwei von Kodmeirs Kinder beteiligt waren. Er war Mitinitiator der Gründung des Musikvereins Aindling und dessen Schriftführer bis zu seiner Amtsübernahme als Bürgermeister von Todtenweis von 1990 bis 2008. So kam Kodmeir auch persönlich wieder mit der Blasmusik in Verbindung. Zwischenzeitlich wurde in Aindling wieder ein zweiter Bassist benötigt. Durch Vermittlung des Musikfreundes Josef Riß machte Kodmeir ab 1978 wieder bei der Aindlinger Musikkapelle mit, die nun von Rupert Reitberger geleitet wurde. Sie wurde umbenannt zu den Bajuwaren, eine Kapelle mit hohem Bekanntheitsgrad, die in halb Europa spielte.

Auch nach dem offiziellen Ende der Bajuwaren spielten die verbliebenen Blasmusiker noch bei Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburtstagen weiter. Kodmeir war auch als Bassist in Leitershofen und einige Jahre beim Musikverein Rehling und bis zuletzt als Aushilfsbassist beim Musikverein Aindling aktiv. Einer seiner Höhepunkte war ein Ausflug mit den Musikanten der Verkehrsbetriebe Augsburg auf die Krim am Schwarzen Meer. Kodmeir organisierte durch seine guten Verbindungen zu Politik und zu Vereinen viele Auftritte mit einer kleinen Gruppe. (mit cli)

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