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Senioren

25.02.2012

Die Zahl der Klienten steigt – und auch ihr Alter

„Für die Zukunft wäre ein dritter Mitarbeiter in der Aichacher Region wünschenswert, damit auch dort dauerhaft die Vorteile einer wohnortnahen Beratung genutzt werden können.“Alf Neumeier, Leiter der Altenhilfe
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„Für die Zukunft wäre ein dritter Mitarbeiter in der Aichacher Region wünschenswert, damit auch dort dauerhaft die Vorteile einer wohnortnahen Beratung genutzt werden können.“Alf Neumeier, Leiter der Altenhilfe

Hauptzielgruppe der Fachstelle für pflegende Angehörige sind betroffene Angehörige. Beratung in Aichach und zwei Außenstellen

Aichach-Friedberg Fest etabliert hat sich in den 13 Jahren seit ihrem Bestehen die Fachstelle für pflegende Angehörige im Landkreis. Das zeigt auch die stetig steigende Nachfrage. Im vergangenen Jahr holten sich rund 590 Personen bei der Beratungsstelle in Aichach und den beiden Außenstellen in Friedberg und Mering Rat. Das Gros machten dabei laut dem Jahresbericht der Seniorenberatungsstelle mit 85 Prozent pflegende Angehörige aus (siehe Infoartikel).

Sie sind die Hauptzielgruppe der Beratungsstellen. In der Regel seien Angehörige die Ersten, die einen zunehmenden Hilfebedarf bei ihren Eltern oder Verwandten wahrnehmen, sagen Christina Albes und Johanna Möst. Letztere ist Sozialwirtin, hat ihr Beratungsbüro in Friedberg und ist für die Region in der Mitte des Landkreises zuständig. Die Pädagogin Albes berät von ihrem Meringer Büro aus die südliche Region. Aichach und den nördlichen Landkreis teilen sich beide. Sie sind abwechselnd an zwei Tagen pro Woche in der Seniorenberatungsstelle des Landratsamtes in Aichach zu erreichen.

Die Entscheidung für eine dezentrale Beratungsstruktur mit den beiden Außenstellen in Friedberg und Mering erweise sich auch nach 13 Jahren als sinnvoll, sagt Alf Neumeier, Leiter der Altenhilfe. Besonders, weil die Mitarbeiter vor Ort in das Netzwerk der Hilfsangebote eingebunden seien. „Eine wichtige Voraussetzung, um gemeinsam mit den Angehörigen ein wohnortspezifisches Versorgungsangebot für die Pflegebedürftigen zu erarbeiten“, betont Neumeier.

Wie beispielsweise in Mering, wo Christina Albes gute Kontakte zum Bürgernetz hat. So könne sie Hilfsangebote vermitteln, die außerhalb der vorhandenen Altenhilfestrukturen zu finden seien, erklärt Neumeier.

Das Beratungsangebot der Fachstelle ist breit gefächert. Es reicht von Informationen über betreutes Wohnen und Betreuungsverträge über die Leistungen der Pflegeversicherung, Kosten und Finanzierung von Hilfen, psychosoziale Beratung, Information über gerontopsychiatrische Hilfen und Angebote der (teil-)stationären Pflege bis zur Beratung über Gesprächskreise und Veranstaltungen im Landkreis.

Eine immer größere Rolle spielt in den Beratungen die Demenzproblematik. Etwa 42 Prozent der gepflegten Personen im Landkreis würden laut dem Jahresbericht an Demenz leiden. Neben der Beratung über Regelungen der Sozialgesetze würden die Angehörigen verstärkt für sich in einem Gespräch mit der Fachstelle Entlastung suchen, so der Leiter der Altenhilfe.

Vor diesem Hintergrund hatte die Fachstelle 2011 im Rahmen des Demenzforums eine Vortragsreihe in Kissing organisiert, die sich in erster Linie an betroffene Angehörige wandte. In einem Lehrgang konnten sich Interessierte zu Laienhelfern für die Betreuung demenzkranker Menschen ausbilden lassen (wir berichteten).

Deutlich erhöht hat sich während der vergangenen fünf Jahre das Alter der Klienten. Der Anteil der 80- bis 89-Jährigen ist von 39 auf 46 Prozent gestiegen. Der Anteil der unter 70-Jährigen ist entsprechend gesunken. Ein Trend, den Neumeier auf die demografische Entwicklung und die verbesserte medizinische Versorgung zurückführt.

Das differenzierte Hilfsangebot gewährleiste eine im Ganzen gute Versorgung der älteren Bürger, sagen die beiden Mitarbeiterinnen der Fachstelle. Lediglich die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen und betreutem Wohnen könne nicht zeitnah befriedigt werden. „Für die Zukunft wäre ein dritter Mitarbeiter in der Aichacher Region wünschenswert, damit auch dort dauerhaft die Vorteile einer wohnortnahen Beratung genutzt werden können“, so Neumeier.

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