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Sitzung II

02.08.2018

Die Zukunft kommt: Affing führt digitale Wasserzähler ein

So sehen Wasserzähler aus, mit denen der Zählerstand per Funk ausgelesen werden kann.

Ablesen und Abrechnung dauern dann nur noch zwei Tage statt wie bisher sechs bis acht Wochen. Vorteile überzeugen aber nicht alle Räte

Das digitale Zeitalter bricht in Affing in der Wasserversorgung an. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat am Dienstag, die konventionellen Zähler durch funkauslesbare zu ersetzen. Die neuen Geräte bieten viele Vorteile, es gibt aber auch Kritik daran. Die Verwaltung hatte den Systemwechsel vorgeschlagen. Bürgermeister Markus Winklhofer betonte, dieser werde allen Beteiligten das Leben wesentlich erleichtern. Darauf zielte auch Ingo Bluhm ab, Vertriebsingenieur eines Herstellers von digitalen Zählern. Er sprach von einem bis dato für die Verwaltung vorsintflutlichen Verfahren. Die bisherige Auslesung mit Postkarten, gegebenenfalls Nachfragen beim Kunden, fehlenden Rückläufen und anschließender Berechnung des Verbrauchs nimmt heute sechs bis acht Wochen in Anspruch. Mit digitalen Zählern sind nur noch zwei Tage nötig. Der Ableser sammelt vor den Häusern die Stände der Wasserzähler mittels Tablet oder Smartphone. Sie werden per Funk übertragen. Per Knopfdruck ist die Abrechnung fertig. Mithilfe digitaler Zähler lassen sich Lecks im Rohrnetz schnell entdecken, es ist rasch geklärt, ob ein Rohrbruch auf Privatgrund oder im öffentlichen Netz liegt. Der hygienische Schutz ist laut Bluhm viel besser gewährleistet. Obendrein sind zwar die Anschaffungskosten höher. Diese aber haben sich laut Bluhm nach drei Jahren amortisiert. Denn: Bisher kostet das Ausleseverfahren pro Zähler neun Euro, digital nur 50 Cent. Außerdem müssen die neuen Zähler nur alle 16 und nicht mehr alle sechs Jahre gewechselt werden. Die Kosten für einen digitalen Zähler bezifferte Bluhm auf 65 Euro. Die bisherigen kosten knapp 35 Euro plus 20 Euro für den Einbau. Bei den 1800 Affinger Anschlüssen würden im Falle von Bluhms Firma knapp 150000 Euro entstehen.

Der Fachmann betonte außerdem, der Funk durch den Zähler sei nicht gesundheitsgefährdend. Der Zähler funke mit zehn, ein Handy dagegen mit 2000 Milliwatt. Bluhm versuchte ebenso, einer Diskussion zum Thema Datenschutz vorzubeugen. Die Daten seien verschlüsselt. Von außen könnten die Zähler nicht angefunkt werden. Inzwischen gibt es auch eine gesetzliche Regelung, es bestehe Rechtssicherheit. Wer die Auslesung von außen nicht wolle, könne widersprechen. Dann müsse im Haus abgelesen werden. Die Kosten müsse allerdings der Betroffene bezahlen, erläuterte Bluhm.

Während der Bürgermeister von einer „zukunftssicheren, mittlerweile erprobten Technologie“ sprach und sein Stellvertreter Gerhard Faltermeier den Vorstoß in die Zukunft als „sehr sinnvoll“ bezeichnete, gab es auch Vorbehalte. Georg Engelhard verwies auf die Bedenken des Bayerischen Landesdatenschutzbeauftragten und betonte: „Ich will nicht, dass jemand Daten aus meinem Haus abruft.“ Gegen seine und die Stimmen von Carlos Waldmann, Hubert Brucklachner, Christine Schmid-Mägele und Joseph Engelschalk beschloss der Gemeinderat die digitalen Zähler. Die Verwaltung kann sich nun um die Umsetzung kümmern. Welche Firma zum Zuge kommt, steht noch nicht fest. (jca)

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