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Kommunalwahl

28.11.2019

„Die beste Liste, die wir je hatten“

Diese Bewerber wollen 2020 für die Freien Wähler in den Aichacher Stadtrat einziehen.
Foto: Johann Eibl

Fraktionschef Georg Robert Jung steht bei den Freien Wählern in Aichach auf Platz eins der Stadtratsliste mit 16 neuen Bewerbern. Warum sich diesmal kein Mitglied dieser Gruppierung um das Amt des Bürgermeisters bewirbt

Eine komplette Liste an Kandidaten für den Aichacher Stadtrat hat die Freie Wählergemeinschaft Aichach und Ortsteile (FWG) erstellt. Dazu kommen zwei Ersatzkandidaten. 48 Wahlberechtigte sorgten bei der Nominierungsversammlung am Dienstag in der Wandelbar für ein einstimmiges Ergebnis. Einen Bewerber für das Amt des Bürgermeisters kann diese Gruppierung aber nicht vorweisen.

Lothar Bahn, der 2014 seinen Hut in den Ring geworfen hatte, sagte zur Begründung für seinen Verzicht auf einen zweiten Anlauf: „Vor sechs Jahren war ich jung genug, um Bürgermeister zu werden. Mit knapp 60 Jahren wäre ich jetzt nicht der richtige Bürgermeister für die Stadt.“

Auch Georg Robert Jung, der die Kandidatenliste für den Stadtrat anführt, dem er bereits seit 1984 angehört, ging auf dieses Thema ein: „Es hat sich keiner direkt zur Verfügung gestellt.“ Mal sei es am Alter und mal am Beruf gescheitert. Wenn man keinen Bürgermeisterkandidaten habe, dann werde man eine Topliste aufstellen: „Das war unser Weg.“ Zum Abschluss der Veranstaltung wurde Jung noch etwas deutlicher: „Wir waren auch in der Vergangenheit schon stark. Diese Stärke wollen wir ausbauen. Das ist die beste Liste, die wir je hatten.“ Zu seinem Spitzenplatz erklärte er: „Ich fühle mich sehr geehrt.“

Im Vorfeld hatte die FWG in einer langen internen Sitzung über die Reihenfolge auf der Liste eingehend beraten. Jung sprach von 16 neuen Bewerbern und interpretierte dies als hohe Dynamik. Derzeit sind die Freien Wähler mit sechs Politikern im Aichacher Stadtrat vertreten, nachdem Marc Sturm von der CSU zu ihnen gewechselt war. Der 37-jährige Rechtsanwalt taucht auf Platz sieben auf. Sturm erklärte seinen politischen Seitenwechsel so: „Inhalte sind in den Hintergrund gegangen, Posten und Pöstchen waren wichtiger.“ Bahn erklärte: „Ich finde es toll, dass sich 32 Kandidaten zur Verfügung gestellt haben.“ Er betonte: „Eine andere Gruppierung käme für mich nicht infrage.“

Dann stellten sich die Bewerber für einen Platz im Aichacher Stadtrat vor, fünf von ihnen fehlten entschuldigt. Martin Bayer verwies auf familiäre Bande: „Vorbild war mein Vater. Ich war bei mehreren Fraktionssitzungen dabei, ich war sehr positiv überrascht.“ Die jüngste Kandidatin ist Verena Wünsch mit 29 Jahren. Als Senior in dieser Runde gilt Josef Eckl, der bereits seinen 70. Geburtstag feierte. Klaus Bleis leitete die Nominierung. Man verständigte sich darauf, dass en bloc über die Vorschläge abgestimmt wird, und zwar in schriftlicher Form.

Die Freien Wähler wollen ab 1. Mai 2020 eine konstruktive und unparteiische Oppositionsarbeit leisten. Mehrere Schwerpunkte wurden genannt: die Ausweisung von Bauland zu bezahlbaren Preisen, Kindertagesstätten in ausreichender Zahl, die Berücksichtigung von Wünschen und Interessen der Senioren, eine funktionierende Infrastruktur sowie die Finanzierung aller notwendigen Maßnahmen unter Priorisierung des weiteren Schuldenabbaus. Als positives Beispiel verwies Lothar Bahn auf die Bahnhofstraße, deren „geglückten Ausbau“ zu geringeren Kosten als zunächst vorgesehen und mit einem Zuschuss in einer Höhe von 60 Prozent nicht zuletzt der Fraktion der Freien Wähler im Stadtrat zu verdanken gewesen sei. Dabei sei man von Teilen der CSU-Politiker unterstützt worden.

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