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02.10.2014

Die neue Maschine steht

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Johann Schmidt ist Geschäftsführer und Inhaber der eds-r GmbH. Der Unternehmer präsentiert eine neue Verwertungsanlage für Lampen in der Fabrikhalle im Baarer Gewerbegebiet. Anschalten darf er die Maschine erst nach Zustimmung des Baarer Gemeinderats.

Die Mitglieder des Baarer Gemeinderates kritisieren die Lagerbedingungen eines Unternehmens und wollen deshalb einer weiteren Verwertungsanlage für Lampen nicht zustimmen. Das kann auch für die Gemeinde Folgen haben

Johann Schmidt steht vor einer neuen Maschine. Sie soll alte Lampen aufbereiten. Anschalten darf der Geschäftsführer und Inhaber der eds-r GmbH die Anlage nicht. Dazu fehlt ihm die Zustimmung des Baarer Gemeinderats. Die erteilte ihm das Gremium am Dienstag noch nicht.

Das Recycling-Unternehmen will in seiner Anlage im Baarer Gewerbegebiet eine dritte Aufbereitungsmaschine für Lampen betreiben. Vor sechs Wochen stellte der Unternehmer den zugehörigen Antrag beim Landratsamt Aichach-Friedberg. Schmidt sagt: „Wir kommen mit den Aufträgen nicht mehr hinterher. Ich hoffe, dass der Gemeinderat bald eine Entscheidung fällt.“

Am Dienstag diskutierten die Räte das Thema in der Sitzung im Baarer Feuerwehrhaus. Bis auf Bürgermeister Leonhard Kandler sahen fast alle Gemeinderäte das Projekt kritisch. Andreas Winter erzählte von besorgten Anwohnern, die ihm die Zustände auf dem Firmengelände geschildert hatten. Sie hätten von Fässern berichtet, die im Freien gelagert werden. Das brachte Winter zum Nachdenken. Er betonte: „Wir wissen nicht, was darin gelagert ist und ob der Inhalt gefährlich ist.“ Ähnliches schilderte Florian Mertl. Bürger hatten ihm von beschädigten Lampen berichtet, die in großen Taschen im Freien gelagert würden. Mertl fürchtet, dass bei starken Niederschlägen Chemikalien aus den Behältern in das Grundwasser geraten.

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Bürgermeister Leonhard Kandler konnte die Aufregung um das Unternehmen nicht nachvollziehen. Bei einer Besichtigung vor zwei Jahren hätte die Firma bei ihm einen guten Eindruck hinterlassen. Er erzählte: „Im Hof lag nur Glas und nichts Giftiges.“

Trotzdem gab der Gemeinderat am Dienstag keine positive Stellungnahme an das Landratsamt ab. Die Mitglieder stellten Bedingungen: Nur wenn die Behörde den Betrieb regelmäßig überwacht und den Brandschutz überprüft, würden sie dem Projekt zustimmen.

Der Geschäftsführer und Inhaber der eds-r GmbH Johann Schmidt kann die Sorgen der Gemeinderäte nachvollziehen. Er weiß von den Vorurteilen über seinen Betrieb und sagt: „Die meisten wissen gar nicht, was wir hier machen.“ Jeder der daran interessiert sei, könne deshalb vorbeikommen und sich persönlich ein Bild von den Bedingungen machen. Eines versichert er aber schon vorab: „Die Menschen müssen keine Angst haben. Wir machen hier nichts Illegales.“

Auch über die Fässer und Säcke, die sich vor dem Fabrikgelände türmen, braucht sich die Bevölkerung laut Schmidt keine Sorgen machen. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: „Weil unsere neue Maschine noch nicht läuft, kommen wir mit den Aufträgen nicht hinterher.“ Deshalb pocht er auch auf eine schnelle Entscheidung des Baarer Gemeinderats. Falls sich das Gremium gegen das Projekt entscheiden sollte, bliebe dem Unternehmer nur eine Lösung: „Dann müssen wir eben weg aus Baar.“

Das es so weit kommt, hofft Schmidt aber nicht. Er fühlt sich am Standort wohl. Bislang habe die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und der Gemeinde immer funktioniert.

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