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Ausstellung in Baar

14.07.2014

Die vielen Gesichter der Energiewende

Um die Energiewende und die Windkraft ging es in der Ausstellung in der Mehrzweckhalle in Baar.
Bild: Johann Eibl

Eine Fülle von Information ist in der Mehrzweckhalle geboten. Thierhauptens Altbürgermeister kritisiert Horst Seehofer und die Firma Uhl

 Informieren und diskutieren: Unter diesem Motto stand am Samstag eine Ausstellung zu Energiewende und Windkraft in Baar. In die dortige Mehrzweckhalle kamen nicht nur Interessenten aus dieser Gemeinde, sondern auch aus den umliegenden Kommunen Thierhaupten, Holzheim und Münster. Bei diesem Treffen ging es nicht darum, ob und in welcher Zahl Windräder in der Nähe von Baar errichtet werden sollen. Fachleute vom Bifa-Umweltinstitut GmbH in Augsburg und von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München beleuchteten vielmehr die vielen Aspekte beim Thema Energie.

Die Ausstellung bildete den Auftakt zu einer Befragung der 4000 Haushalte in den vier Gemeinden, die im Laufe der nächsten Wochen erfolgen soll. Im Juni wurden bereits Gespräche mit Vertretern aus kommunaler Verwaltung, Gemeinderat und lokaler Wirtschaft geführt. Ein erstes Fazit lautete dabei: Die Energiewende wird in Baar zwar grundsätzlich befürwortet, aber sie hat auch für Verunsicherung und Enttäuschung gesorgt.

Anhand einer Computersimulation konnte man sehen, dass ein Windrad, das zwischen Dürnberg und Holzheim entstehen könnte, einen Schattenwurf bis zur westlichen Bebauung von Unterbaar verursachen könnte. Der Schutz von Fledermäusen und Vögeln war ebenso ein Thema wie die Rechte und Pflichten eines Investors.

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Ein gemeinsames Projekt der LMU und von Bifa nennt sich „Lokale Passung“. Es geht darum, die Energiesysteme und die sozialen Strukturen auf kommunaler Ebene anzupassen. Zwei Fragen in diesem Zusammenhang: Welche Haushaltsstrukturen und Siedlungsweisen haben längerfristig einen besonders niedrigen oder hohen Energieverbrauch? Welche Haushalte beziehungsweise Wohnviertel sind besonders von steigenden Energiepreisen und von Energiearmut betroffen? Die Fachleute betonten am Samstag, sie wollten im Sinne einer neutralen und unabhängigen Energieberatung über die verschiedenen technischen Optionen informieren. Dazu zählen Biomasse, Biogas, Photovoltaik, Wasser- und Windkraft.

Bei einem Pressegespräch versicherte Professor Doktor Bernhard Gill, künftige Lösungen auf dem Gebiet der Energie müssten „lokal zueinander passen“. Man wolle beispielsweise rauskriegen, ob die Menschen eher einen Holzofen oder Fernwärme bevorzugen. Dr. Michael Schneider berichtete davon, dass die Debatte um Windräder in Baar zu einer Art Spaltung im Dorf geführt habe. Bis zum September sei damit zu rechnen, dass das Landratsamt in Aichach über den Bauantrag der Firma Uhl entscheiden werde, die vier Windräder im Westen von Baar plant. Der Baarer Gemeinderat hatte wie berichtet mit 2:11 Stimmen das Einvernehmen versagt. Diplom-Ingenieur Michael Schönemann betonte, es gehe auch um die Einsparung von Energie.

Leonhard Kandler, der Baarer Bürgermeister, blickte zurück: „Es ist schon ein langer Prozess bei uns, mehr wie fünf Jahre.“ Im Landratsamt sei er aufmerksam geworden auf diese Möglichkeit, die Bevölkerung so zu unterrichten: „Das Schlagwort lokale Passung passt hervorragend.“

Mit Franz Neher kam auch der Altbürgermeister von Thierhaupten (Landkreis Augsburg) zu Wort: „Wer für den Atomausstieg ist, der muss für erneuerbare Energie sein.“ Er kritisierte den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der einen Mindestabstand bei Windrädern zur Wohnbebauung verlangt, der das Zehnfache der Höhe eines Windrads beträgt. Bei Stromtrassen gebe es diese Forderung nicht. Außerdem sprach Neher von einer „Hauruckaktion der Firma Uhl“, die auf die Schnelle ihre alten Pläne herausgezogen habe.

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