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Aindling

13.06.2019

Dieses Mohnfeld ist ein echter Hit bei Instagram

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2 Bilder
Ein gefragtes Fotomotiv, auch auf Instagram: Das blühende Mohnfeld am östlichen Ortsrand von Aindling lässt Vorbeifahrende und Spaziergänger staunen.
Bild: Sofia Brandmayr

Auf einem brachliegenden Feld am östlichen Ortsrand der Marktgemeinde Aindling blühen zigtausende Blumen. Warum der Farbtupfer ein Hingucker ist.

Eine neue „Wallfahrtsstätte“ gibt es seit kurzem in der Marktgemeinde Aindling. Autofahrer und Radfahrer halten staunend an, um Fotos zu machen. Fußgänger und Instagrammer pilgern extra an den östlichen Ortseingang, um sich selbst ein Bild von diesem herrlichen Naturschauspiel zu machen. Sie alle sind fasziniert von einem knapp vier Hektar großen Feld am Kronberg, auf dem zigtausende Mohnblumen blühen und damit für einen knallroten Farbtupfer in der Natur sorgen.

Auch Isidor Held jun. ist begeistert von diesem Anblick. „Das ist ein Traum, ein wahrer Genuss.“ Marktgemeinderat Held ist selbst Landwirt und kennt die Fläche schräg oberhalb des Aindlinger Feuerwehrhauses sehr gut. Der Acker sei im vorigen Jahr noch landwirtschaftlich genutzt worden, so Held. In der Regel wurde dort Getreide oder Mais angebaut. Seit diesem Jahr liege die Fläche brach, was die Natur genutzt habe, um sich auszubreiten. Der Mensch habe damit überhaupt nichts zu tun, sagt Held. Der Mohn wurde nicht angesät, er hat sich das Feld erobert, berichtet der Landwirt.

Augsburger Instagrammer nutzen das Feld für ihre Fotos

Das Mohnfeld auf dem Lechrain lockt auch viele jüngere Fotografen an. Diese veröffentlichen die Bilder und Videos meist in den Sozialen Netzwerken, vor allem auf Instagram. So konnten die 50.000 Fans von "Christina.kli" das Feld schon auf deren Fotos bestaunen. Auch die gebürtige Aichacherin "Anni", der auf Instagram immerhin 8000 Menschen folgen, war bereits zum Fotografieren auf dem Feld in ihrer alten Heimat.

Mohnfeld in Aindling: Erbengemeinschaft hatte anderen Käufer gefunden

Über das betreffende Grundstück hatte unsere Redaktion vor rund einem Jahr berichtet. Damals sollte die etwa sechs Fußballfelder große Fläche versteigert werden. Der Gutachter hatte den Großteil des Areals als Bauerwartungsland eingestuft und es auf einen Verkehrswert von 1,55 Millionen Euro geschätzt. Es gab damals aber nur ein Gebot und das lag nicht mal bei der Hälfte des Verkehrswerts. Beim zweiten Versteigerungstermin hätte das Grundstück auch unter dem Verkehrswert versteigert werden können, aber der Termin wurde kurzfristig abgesagt. Die Erbengemeinschaft hatte in der Zwischenzeit wohl einen Käufer für das Feld gefunden. Was dieser mit der attraktiven Fläche vor hat, ist bisher nicht bekannt.

Mohn: Ungefährlich ist der Klatschmohn nicht

Ganz ungefährlich ist der Klatschmohn nicht. Es können zwar nahezu alle Teile in der Küche verwendet werden, sie sollten aber nicht in größeren Mengen verzehrt werden, wie Manuela Riepold, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt berichtet. Der Klatschmohn ist schwach giftig, da alle Pflanzenteile Alkaloide enthalten. Das sind natürliche chemische Stoffe, die auf den menschlichen Organismus wirken. Der Mohn, der zum Beispiel zum Kuchenbacken verwendet wird, stammt aus den Samen des Schlafmohns, der unter anderem auch für die Erzeugung von Morphin und Heroin verwendet wird.

Ein gefragtes Fotomotiv: Das blühende Mohnfeld am östlichen Ortsrand von Aindling lässt Vorbeifahrende und Spaziergänger staunen. Im Hintergrund ist die Aindlinger Pfarrkirche St. Martin zu sehen.
Bild: Sofia Brandmayr

Das blühende Mohnfeld schafft es offenbar ganz ohne Drogen, die Aindlinger und „Aindling-Pilger“ zu verzücken. Es passt auch bestens in die Zeit. Erst kürzlich hatte der Aindlinger Marktgemeinderat beschlossen, dass in der Gemeinde nicht mehr alle öffentlichen Flächen gemäht werden, damit sich auf den Wiesen Bienen und andere nützliche Lebewesen ansiedeln können. Die Familie Held bietet am Aindlinger Ortsrand ihrerseits eine Blühwiese an, für die Patenschaften erworben werden können.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Aindlinger Mohnfeld: Warum der Mohn uns Kraft gibt

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