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25.05.2018

Dorferneuerung in Hollenbach erfordert Geduld

„Wir hatten die historische Brille auf. Da ist schon viel verloren gegangen im Laufe der Jahrzehnte.“Die alte Dorfwirtschaft von Hollenbach gehört zur historischen Bausubstanz in der Gemeinde Pöttmes.
Bild: Erich Echter (Archiv)

In Hollenbach und Motzenhofen sind womöglich 2030 noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Experten gaben im TSV Sportheim Auskunft. Auch über Fördermittel.

Viele Gemeinden nutzen das Mittel der Dorferneuerung. Schließlich kommen sie auf diese Weise an Fördermittel, die bis zu 70 Prozent betragen können. So weit die Theorie. In Wirklichkeit aber ist damit ein enormer bürokratischer Aufwand verbunden und nicht zuletzt brauchen die Bürger viel Geduld, ehe sie sich über die Fertigstellung der gewünschten Maßnahmen freuen können. Wie die Praxis aussieht, davon konnten sich am Mittwoch im Heim des TSV Hollenbach 40 Interessenten ein Bild machen.

Ganz am Ende der zweistündigen Veranstaltung beantwortete Andreas Pardun, Bauoberrat im Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach, die Frage nach dem Gesamtzeitraum für die Projekte in den Orten Motzenhofen und Hollenbach: „Sechs Jahre wäre sehr schnell, zehn Jahre wären in Ordnung, zwölf oder vierzehn wären zu lang.“ Es lässt sich demnach heute noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Gemeinde Hollenbach im Jahr 2030 hinter die Angelegenheit einen Haken setzen kann. Erstmals wurde 2004 in dieser Kommune das Thema Dorferneuerung ernsthaft ins Gespräch gebracht.

Im Ortsteil Igenhausen wurde die einfache Dorferneuerung bereits abgeschlossen. Dort ist der Bereich um das Buswartehäuschen neu gestaltet, ebenso die Regionen um die Drei Linden und Am Weiher sowie die Freizeitanlage am Pfarrheim. Die Pläne für Mainbach liegen gerade zur Prüfung in Krumbach vor. In diesem Ort stehen die drei Vorhaben auf der Wunschliste: Spielplatz mit Parkmöglichkeit, Platzgestaltung am Feuerwehrhaus und die Grünfläche am Wasserhaus. Und wie sieht’s in Schönbach aus? Dieser Ort ist in dem Zusammenhang nicht vorgesehen, hier – so hieß es – sollte man sich um andere Fördermöglichkeiten bemühen.

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Am Mittwoch wurde über die Dorferneuerung in Motzenhofen und in Hollenbach gesprochen. Es war von Gesamtkosten in einer Höhe von gut vier Millionen Euro die Rede. Dazu nahm Pardun Stellung, als es um die Förderung durch den Freistaat Bayern ging: „Diese Größenordnung, vier Millionen Euro, wird’s nicht sein.“ Konkrete Angaben über die finanzielle Unterstützung werden erst in einiger Zeit zu erwarten sein. Motzenhofen soll nicht zu kurz kommen.

In der nächsten Woche sollen die Maßnahmen, die derzeit für Hollenbach und Motzenhofen zur Debatte stehen, auf der Homepage der Gemeinde zu lesen sein. Bürgermeister Franz Xaver Ziegler rief in seinem Schlusswort dazu auf, für das große Projekt Werbung in den Familien und im Verwandtenkreis zu machen. Es sollten sich möglichst alle Gruppen beteiligen. Ziegler: „Das Projekt bietet sehr viele Chancen für Hollenbach.“

Zunächst wurde an diesem Abend längere Zeit über den denkmalpflegerischen Erhebungsbogen (DEB) gesprochen. Architekt Wilhelm Daurer vom Büro Daurer und Hasse in Wiedergeltingen bei Buchloe und seine Kollegin Claudia Baumstark berichteten darüber, wie der Ort Hollenbach vor knapp 200 Jahren ausgesehen hatte. Der Krebsbach bestimmt die Ortslage, zunächst gab es nur nördlich von ihm Bebauung. Informationen aus dieser Zeit lieferten beispielsweise zwei Bände aus dem Grundsteuerkataster aus dem Jahr 1837.

Daurer betonte, der Schwerpunkt der Dorferneuerung sollte rund um das Gebiet der Kirche liegen. Nur wenige Meter davon entfernt befindet sich die Alte Dorfwirtschaft, die schon seit Jahren im Mittelpunkt von kontroversen Debatten steht. „Wir sind froh, dass sie noch steht“, hieß es vonseiten der Fachleute. Wilhelm Daurer beschrieb seinen Blickwinkel: „Wir hatten die historische Brille auf. Da ist schon viel verloren gegangen im Laufe der Jahrzehnte.“ Man sollte nun sorgsam und sensibel mit den Maßnahmen umgehen und ihre Reihenfolge diskutieren.

Andreas Pardun verdeutlichte, dass viele Wünsche im Rahmen der Dorferneuerung nicht berücksichtigt werden können, etwa im Zusammenhang mit dem Radwegenetz. Hollenbach könne mit einer relativ hohen Förderquote rechnen. Bevor die konkreten Arbeiten starten, müssen noch verschiedene Forderungen erfüllt werden.

So müssen erst die sogenannten Träger öffentlicher Belange gehört werden. Gelder gebe es auch für private Projekte, wenn etwa ein Landwirt seinen Hofplatz schöner gestalten möchte.

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