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Kommunalwahl

31.10.2019

Dritter Anwärter für das Rathaus in Obergriesbach

So sieht der Blick von oben auf die Gemeinde Obergriesbach aus. Das Luftbild unseres Mitarbeiters Erich Echter zeigt den Ort mit seiner Kirche und dem Schlossberg.
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So sieht der Blick von oben auf die Gemeinde Obergriesbach aus. Das Luftbild unseres Mitarbeiters Erich Echter zeigt den Ort mit seiner Kirche und dem Schlossberg.
Bild: Erich Echter

Plus Jürgen Hörmann aus Zahling wirft jetzt auch seinen Hut in den Ring. Eine Vorentscheidung fällt schon in zwei Wochen.

Angestimmt hat Jürgen Hörmann, der Dritte Bürgermeister Obergriesbachs, zum Ende der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend eigentlich eine Werbung für potenzielle Kandidaten für die Liste des Zahlinger Wählerblocks.

Doch genau an dieser Stelle verkündete er auch eine Information, die die Kommunalwahl 2020 in Obergriesbach noch einmal unter andere Voraussetzungen stellen wird. Hörmann: „Die Zahlinger Liste wurde um einen Bürgermeister-Kandidaten erweitert.“ Dieser Bürgermeister-Kandidat ist kein anderer als Hörmann selber, der in der Sitzung erklärte: „Ich wollte nicht taktieren, es hat einfach länger gedauert.“

Josef Schwegler tritt nach 30 Dienstjahren nicht mehr an

Rückblick: Bürgermeister Josef Schwegler machte seit Langem keinen Hehl daraus, nach 30 Dienstjahren im kommenden Jahr nicht mehr anzutreten.

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Bereits im März gaben die Gemeinderäte Gerhard Kinzel und Hans Willer ihr Interesse am Bürgermeisteramt bekannt. Beide gehören zur Dorfgemeinschaft Obergriesbach.

Der dritte potenzielle Bürgermeister-Kandidat, Jürgen Hörmann, ist vom Wählerblock Zahling. Da pro Liste nur ein Kandidat ins Rennen um den Chef-Sessel geschickt werden kann, könnte es bei den anstehenden Nominierungsveranstaltungen bereits zu einer Vorentscheidung kommen.

Bis dato gab es die Option für Kinzel und Willer, dass einer der beiden Kandidaten direkt auf eine andere Liste wechselt, damit beide kandidieren können und die Bürger zwei Kandidaten zur Auswahl haben.

Jetzt werden die Karten neu gemischt

Da ein Wechsel auf die Liste des Wählerblocks Zahling für beide keine Option darstellte und nun Hörmann für den Wählerblock Zahling ins Rennen geht, werden die Karten neu gemischt.

Kinzel hätte eine Alternative, denn er ist der CSU-Ortsvorsitzende und steht auf der Liste der CSU-Kandidaten für den Kreistag. Er könnte also auch als Bürgermeisterkandidat der CSU ins Rennen gehen. Für eine Partei mit Mandaten in Landtag, Bundestag oder Kreistag sind die Hürden für eine solche neue Nominierung auf kommunaler Ebene gering.

Auf Rückfrage unserer Zeitung erklärt Kinzel dazu: „Ich möchte am liebsten auf der Liste der Dorfgemeinschaft Obergriesbach kandidieren.“ Das heißt auch, dass Kinzel bei der Nominierungsveranstaltung antreten wird, die am Donnerstag, 14. November, um 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus in Obergriesbach stattfinden wird. Allerdings gibt Kinzel auch zu: „Klappt es nicht mit Platz eins, habe ich noch einen Plan B.“

Demnächst wird nominiert

Rein theoretisch hätte Gegenkandidat Willer auch eine Alternative – er müsste allerdings selbst eine eigene neue Liste für seine Nominierung ins Leben rufen, um nach einer möglichen Niederlage am 14. November gegen Kinzel weiterhin eine Chance auf den Chefsessel im Rathaus zu haben.

Doch Willer erklärt auf Rückfrage unserer Zeitung: „Wenn ich bei der Nominierungsveranstaltung gewinne, stelle ich mich der Wahl. Wenn nicht, ist es für mich vorbei.“ Die Hürde für einen komplett neuen Wahlvorschlag ist durch die Zahl der geforderten Unterstützungsunterschriften allerdings auch sehr hoch.

Kinzel hat also einen Plan B, Willer setzt dagegen alles auf die Karte der Dorfgemeinschaft, auf deren Liste er in zwei Wochen nominiert werden möchte.

Einig sind sich die Kandidaten dennoch in einem: Mit Hörmann ist ein überraschender Gegenkandidat in den kommunalpolitischen Ring getreten, der durchaus eine ernst zu nehmende Konkurrenz darstellt. Am Donnerstag, 21. November, findet um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Zahling die Nominierungsveranstaltung des Wählerblocks Zahling statt.

Zur Person

Im Anschluss an die öffentliche Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, bei der der amtierende Dritte Bürgermeister, Jürgen Hörmann aus dem Ortsteil Zahling, verkündete, dass er ebenfalls um das Amt des Bürgermeisters kandidieren werde, erklärte Hörmann: „Ich wurde direkt von einigen Bürgern angesprochen, ob ich nicht kandidieren wolle.“

Die Vertretungsrolle, die er aktuell gemeinsam mit Daniel Schulz, dem Zweiten Bürgermeister, für Josef Schwegler in der Gemeinde übernimmt, weil der Rathauschef derzeit im Krankenstand ist, bezeichnet Hörmann als weitere Steilvorlage: „Ich konnte jetzt bereits einige praktische Erfahrungen sammeln.“

Und das hätte auch einen Vorteil für die Bürger: Sie haben dem Vertreterduo Hörmann und Schulz bereits das Vertrauen geschenkt – und könnten mit Hörmann als Erstem Bürgermeister einen fast nahtlosen Übergang erreichen.

Dritter Bürgermeister Jürgen Hörmann (links) will Bürgermeister in Obergriesbach werden.
Bild: Stefanie Brand

Die Entscheidung, dass der künftige Bürgermeister Obergriesbachs wieder ehrenamtlich tätig sein wird, spielt dem dritten Anwärter auf den Rathaussessel nach eigenen Aussagen in die Karten. „Ein ehrenamtlicher Bürgermeister hat einen starken Bezug zur Realität und ist darüber hinaus auch günstiger für die Gemeinde“, erklärt Hörmann.

Privates und Beruf

Seine private Realität sieht im Übrigen so aus: Der 53-Jährige hat zwei Kinder: eine Tochter, 26, und einen Sohn, 23.

Der Forstwirtschaftsmeister hat einen eigenen Forstbetrieb, den er weiter betreiben würde – auch wenn er der neue Erste Bürgermeister Obergriesbachs werden sollte. Verwaltungsarbeit und Organisatorisches sind dem 53-Jährigen nicht fremd, obgleich er sich mitnichten als Profi bezeichnen würde. Dennoch weiß er, was ihm vorschwebt – nämlich „eine schlanke, effiziente Organisation“.

Einen Wahlkampf zu führen, hat Hörmann nicht vor. Stattdessen möchte er sein Interesse am Bürgermeisteramt als Alternative für die Bürger verstanden wissen. (brast)


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