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22.09.2013

Durz siegt hoch und jubelt verhalten

Neuer und bisheriger direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Augsburg-Land: Hansjörg Durz (links) und Eduard Oswald.
Bild: Marcus Merk

Der Neusäßer Bürgermeister folgt Eduard Oswald nach. Mit 60,6 Prozent holt der Direktkandidat über sieben Prozentpunkte mehr als der Bundestags-Vizepräsident.

Seit über einer Stunde signalisieren die Meldungen der 79 Kommunen aus dem Wahlkreis Augsburg-Land (der auch 16 Städte und Gemeinden Kommunen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg umfasst), dass Hansjörg Durz eine beeindruckend hohe Zustimmung erhalten hat. Doch der CSU-Direktkandidat will öffentlich nicht zu früh jubeln. Auch als Neusäß, wo Durz seit 2008 Bürgermeister ist, als erste Stadt im Wahlkreis um 19.23 Uhr komplett ausgezählt hat und 67,5 Prozent der Erststimmen für ihn meldet, wartet er noch einige Minuten ab.

Dann betritt, nach dem Augsburger Landrat Martin Sailer und Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, ein zurückhaltender Sieger, an der Seite von seinem Vorgänger Eduard Oswald die Wahlzentrale, wo ihn zahlreiche Parteifreunde und politische Mitbewerber mit Applaus begrüßen. Keine Jubelpose ist zu sehen, nur ein sehr verhaltenes Lächeln. Durz wirkt von seinem beeindruckenden Ergebnis (60,6 Prozent) eher ein wenig benommen.

Er spricht von den sehr anstrengenden Wochen des Wahlkampfs, von der „unwahrscheinlichen Zustimmung“ der Bürger, die er gespürt habe, von der großen Unterstützung in den CSU-Ortsverbänden, bei Freunden – und natürlich durch seine Familie. Ausdrücklich dankt Durz auch Eduard Oswald, der ja „ein bisschen daran Schuld ist, dass ich hier kandidiere“.

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Oswald zeigt sich „unheimlich stolz“ auf das Abschneiden von Durz und das beeindruckende Ergebnis der CSU. Als für ihn vor vier Jahren feststand, dass er 2013 nicht mehr kandidieren werde, habe er sich mit den Kreisvorsitzenden Martin Sailer (Augsburg-Land) und Peter Tomaschko (Aichach-Friedberg) an die Suche nach einem Nachfolger gemacht – und ihn bald in dem erfolgreichen Neusässer Bürgermeister und Kreisrat Hansjörg Durz gefunden.

Mit dessen kommunalpolitischen Leistungen erklärt auch der scheidende Aichacher Landtagsabgeordnete Reinhard Pachner (CSU) den überzeugenden Wahlerfolg des Christsozialen. „Als Bürgermeister einer Stadt mit über 20000 Einwohnern muss man schon was können“, das hätten sich wohl viele Wähler gedacht. Zudem habe „der Mensch Durz“ sehr viel Sympathie ausgestrahlt und auch damit bei den Wählern gepunktet, so Pachner.

Auch der Augsburger Landrat Martin Sailer hat das beobachtet, deshalb sei ihm um den Wahlerfolg nicht Bange gewesen, gibt er zu Protokoll. Er hatte Durz auf 54 bis 58 Prozent der Stimmen geschätzt, die gut 60 Prozent nennt Sailer „sensationell“. Dazu habe sicher aus das insgesamt gute Abschneiden der CSU bei dieser Bundestagswahl beigetragen, doch viel davon gehe auf das Konto des Kandidaten. Der wertet die große Zustimmung auch als Zeichen, „dass meine Arbeit für die Neusäß anerkannt wird“. Seine kommunalpolitischen Erfahrungen will er künftig auch in die Arbeit im Bundestag einbringen, verspricht der künftige Abgeordnete. „Ich werde die Auswirkungen der Entscheidungen der Bundespolitik für die Kommunen aufzeigen und diese Positionen in Berlin vertreten.“

Die beiden Direktkandidaten aus dem Wittelsbacher Land, Bernd Bante (SPD) und Claudia Eser-Schuberth (Grüne), landeten bei 17,7 und 7,3 Prozent im landesweiten Trend: Genossen leicht rauf, Grüne runter.

Lesen Sie hier einen Kommentar von Christian Lichtenstern.

Weitere Reaktionen zur Bundestagswahl aus der Region lesen Sie in der Montagsausgabe der Aichacher Nachrichten.

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