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Primiz

21.06.2018

Echsheimer wird am Sonntag zum Priester geweiht

Tobias Seyfried feiert am Sonntag, 1. Juli, seine Primiz in seinem Heimatort Echsheim. Das Primizkreuz steht direkt an Seyfrieds Elternhaus.
Bild: Vicky Jeanty

Tobias Seyfried aus dem Pöttmeser Ortsteil Echsheim wird am Sonntag in Augsburg zum Priester geweiht. Seine Primizfeier findet eine Woche später statt.

Tobias Seyfried hat sich in der vergangenen Woche intensiv um die Gestaltung seiner Primizfeier am 1. Juli gekümmert. Zusammen mit mehreren Festausschüssen, zu denen neben seiner Familie auch Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft sowie viele Echsheimer gehören, galt es, das aufwendige Rahmenprogramm zu gestalten. Die kommenden Tage sind im Gegensatz dazu ganz der geistigen Vorbereitung auf die Priesterweihe am Sonntag, 24. Juni, vorbehalten. In einem Schweigeexerzitium im Kloster Oberschönenfeld (Landkreis Augsburg) bereitet sich Seyfried mit zwei weiteren Männern auf das große Fest vor. Bischof Konrad Zdarsa wird sie im Hohen Dom zu Augsburg zu Priestern weihen (siehe Infokasten).

Direkt an Seyfrieds Elternhaus an der Wiesenbacher Straße in Echsheim steht das Primizkreuz. An einer gläsernen Stele neben dem Kreuz ist der Primizspruch eingeritzt: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Das Zitat aus dem Johannesevangelium umschreibt die Grundhaltung des Priesters, der sein Leben ganz auf Gott und Christus ausrichten soll. Wenn ein Priester das nicht mache, werde es schief gehen und Menschen könnten von Gott nicht angesteckt werden, wird Seyfried in der offiziellen Mitteilung der Pressestelle des Bistums Augsburg zitiert.

Er will Menschen für Gott gewinnen

Auf die Frage, welche Wünsche, Hoffnungen und Ziele er mit dem Priesterberuf verbinde, antwortet er: „ Mein Ziel ist es, Menschen für Gott zu gewinnen und in ihrem Herzen das Feuer des Glaubens zu entfachen.“ Er sei der Überzeugung, dass im Menschen ein Platzhalter existiere, der für die Gottesbeziehung reserviert sei, der aber durch viele andere Dinge zugeschüttet werden könne. „Ich möchte helfen, den Platz freizuräumen für die echte Gottesbeziehung“, sagt der 32-Jährige.

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Seinen Platz hat Tobias Seyfried längst für sich gefunden. Obwohl der Wunsch, Priester zu werden, auf „Umwegen“ kam. Er habe einige Zeit gebraucht, um den Gedanken, sein gesamtes Leben in den Dienst Gottes zu stellen, Form und Gestalt zu geben, erzählt er. In München studierte er zunächst Berufsschulpädagogik mit dem Ziel, Berufsschullehrer zu werden. Doch dann folgte er seinem „inneren Ruf“ und teilte seinen Eltern an Weihnachten 2010 mit, dass er Priester werden möchte.

Es folgen das Theologiestudium in Augsburg und ein halbjähriger Arbeitseinsatz in den Favelas der brasilianischen Stadt Florianópolis. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als als Pastoralpraktikant und seit 2017 als Diakon in der Pfarrei St. Michael in Mering. Am Sonntag folgt die Priesterweihe. Danach wird Kaplan Tobias Seyfried an der Seite von Pfarrer Franz Götz in der Pfarrei Herz Jesu in Augsburg-Pfersee zwei Jahre lang seelsorgerisch wirken.

Priester sein - gerade jetzt

Auf die Frage, warum er den Priesterberuf gewählt habe, sagt er: „Ich bin überzeugt, dass es gerade in unserer Zeit Priester braucht, die mit ihrer zölibatären Lebensweise direkt auf Gott und das Himmelsreich verweisen.“ Er sei sich der „Schwere“ seines Amtes sehr wohl bewusst, betont er. Dass er sich „Schritt für Schritt“ genau für diesen Weg entschieden habe, erfülle ihn mit großer Freude.

Hinter dem gebürtigen und heimatverbundenen Echsheimer steht nicht nur seine Familie, sondern das gesamte Dorf. Das Primizkreuz und das Primizgewand wurden in Echsheim gefertigt. Drei Busse und viele Privatautos fahren am Sonntag zur Priesterweihe nach Augsburg. Zur Primizfeier am Sonntag, 1. Juli, werden annähernd 1000 Gäste erwartet. 580 haben sich bereits schriftlich zum Essen angemeldet, das auf Spendenbasis finanziert wird. Auch viele Meringer haben ihr Kommen angesagt. Die Musikkapelle Pukas, in der Tobias Seyfried als junger Mann das Tenorhorn spielte, sorgt für die musikalische Umrahmung.

Über zehn Geistliche zelebrieren mit dem frisch geweihten Priester den Gottesdienst, unter ihnen die Pfarrherren aus Echsheim, Pöttmes, Mering, Baar-Thierhaupten, Ehekirchen, Karlshuld und Dillingen. Die Dekane Werner Dippel aus Burgheim (Landkreis Neuburg-Donau) und Stefan Gast aus Inchenhofen werden ebenfalls zugegen sein. Drei Padres aus Brasilien sind dabei, ein Padre reist eigens aus Florianópolis an. Bürgermeister Franz Schindele und seine beiden Stellvertreter haben ihr Kommen zugesagt, ebenso Landrat Klaus Metzger und Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko.

Mit seiner Primiz schreibt Tobias Seyfried regelrecht Historie. Wie seine Recherchen in den Archiven ergeben haben, ist für Echsheim seit dem 16. Jahrhundert keine Primiz registriert, erzählt der angehende Priester. Auf seine Primiz wird seit Monaten hingewiesen: an sämtlichen Ortsein- und ausgängen kündet ein großes christliches Emblem, versehen mit den Primizdatum, das große Ereignis an.

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