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Pfarrei

20.02.2018

Ecknacher Kirche ist ein Sanierungsfall

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Die Ecknacher Kirche mit ihrem alten Turm und Chor und dem modernem Kirchensaal - der millionenschwere Sanierungsbedarf ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Bild: Erich Echter

Fachleute schätzen die Schäden auf über eine Million Euro. Sie betreffen nicht nur den historischen Teil des Gotteshauses, sondern auch den 46 Jahre alten Neubau.

 Bischof Josef Stimpfle weihte am 24. September 1972 das neu gebaute Ecknacher Kirchenschiff. Damals glaubte keiner, dass der Neubau schon bald Schwierigkeiten machen würde. Nach wenigen Jahren lief Regenwasser vom Dach in die Kirche. Mitte der 80er-Jahre platzte Sichtbeton im Inneren ab. Immer wieder waren Nachbesserungen an den Betonwänden und am Dach des Neubaus nötig. Das Dach ist bei extremen Witterungsverhältnissen bis heute nicht dicht.

Eine Sanierung ist unabdingbar in Ecknach. Ursprünglich wollte die Kirchenverwaltung nur den Turm und den Chor des historischen Gotteshauses instand setzen. Doch ein Gutachten mit einer anschließenden Kostenberechnung durch den Architekten brachte die ganze Wahrheit zutage: Die Kosten für die Instandsetzung von Turm, Chor und neuem Kirchenschiff betragen über eine Million Euro. In Ziffern: 1044167 Euro. Davon muss die Kirchenstiftung 360000 Euro tragen.

Doch diese ist nicht in der Lage, eine solche Summe aufzubringen, wie von ihr zu hören ist. Derzeit hat die Pfarrei etwa 50000 Euro auf der hohen Kante. Über den Klingelbeutel sind die fehlenden 310000 Euro nicht auf die Schnelle zu erwirtschaften. Deshalb will die Kirchenstiftung laut Hans Burgmair eine Spendenaktion starten. Burgmair hat bereits ein Konzept entwickelt. Sein Ziel: „Der Spender soll sich mit seinem Beitrag mit dem Gotteshaus verbunden fühlen.“

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Mittels Karten, die in der Kirche ausgelegt werden, kann sich der Spendenwillige gezielt ein Objekt aussuchen, in das sein Geld fließen soll. Zum Beispiel kann er 980 Euro geben für das Überholen des Eichenholzjochs der großen Glocke im Kirchturm. Wer nicht so hoch einsteigen will, kann sich mit 120 Euro für einen Meter der Kirchenmauer beteiligen. Außerdem will man im Kirchenraum ein Spendenbarometer installieren, das aktuell die eingegangenen Spenden anzeigen wird. In Ecknach hofft man, so 50000 Euro erzielen zu können. Wie der restliche Betrag von 260000 Euro aufgebracht werden soll, weiß die Kirchenverwaltung nicht. Momentan ist noch offen, wann die Sanierung startet.

Der Bedarf ist jedenfalls enorm – im Altbau und im Neubau. Im Juni 2017 hatte die Bischöfliche Finanzkammer ein Ingenieurbüro beauftragt, den Zustand des gesamten Kirchenkomplexes auf Standsicherheit zu überprüfen. Besonderes Augenmerk legte man auf die Betonwände, die Leimbinder im Dachstuhl, das Dach, Wasserschäden am Baukörper sowie den Turm und Chorraum.

Die Liste der Schäden ist lang

Das Ergebnis ist eine lange Liste von Schäden. So stellten die Fachleute Schäden an der Sakristei und dem Verbindungsbau fest. Die Wandecke zum Mauerwerk des historischen Chores ist senkrecht abgerissen. Die Wand im Chorraum hinter dem Beichtstuhl ist massiv durchfeuchtet, das gesamte Deckengewölbe durchziehen große und kleine Risse. Der alte Dachstuhl des Chorraumes ist in Schieflage. Im Turm sind Balkenköpfe und Belage wurmstichig. Im zweiten Obergeschoss des Turmes ist der Boden nicht verkehrssicher, es besteht Absturzgefahr. Auch der „neue“ Kirchensaal weist Schäden auf. Zum Beispiel an den Eingangstüren. Im Innenbereich gibt es Klaffungen und Verschiebungen am Stoß der Fachwerkgurte. An der südwestlichen Gebäudeecke befindet sich ein Riss mit Betonabplatzer.

Außen im Betonkörper sind Risse an der Sakristeiwand festzustellen. Risse wurden ebenso im historischen Altbaubereich und im Anbau im Sichtbeton entdeckt. Hinzu kommen Feuchtigkeit und Algenbildungen im Linsengesims im Altbau. An der Fassade des sogenannten Schmetterlingsdaches müssen die asbesthaltigen Schindeln ausgewechselt und entsorgt werden. Wegen des Ensembleschutzes müssen wieder Schindeln – natürlich ohne Asbest – angebracht werden.

Der historische Altbaubereich der Ecknacher Kirche ist im Kern romanisch und wurde im 15. Jahrhundert gotisch umgestaltet. Der Turm in den unteren Stockwerken stammt aus der Romanik und dürfte seinen Ursprung in der 1153 genannten Kirche haben.

Heute sehen es in Ecknach viele Menschen kritisch, dass vor rund 50 Jahren das alte Kirchenschiff abgerissen wurde, anstatt es mit Seitenschiffen zu erweitern. Noch dazu geschah das, wie der inzwischen verstorbene Kreisheimatpfleger Rudolf Wagner mehrfach kritisierte, ohne dass Denkmal- und Heimatpflege eingeschaltet worden seien.

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