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09.07.2010

Ehre für ein "barockes Juwel"

Präsentieren das neue Buch über Kloster Holzen (von links): Markus Burkhart (Geschäftsführer Kloster Holzen), Herbert Immenkötter, Schwester Ludmilla Schuler, Generaloberin Gunda Gruber, Walter Pötzl und Walter Merkt (Direktor Ursberg). Foto: Merk
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Präsentieren das neue Buch über Kloster Holzen (von links): Markus Burkhart (Geschäftsführer Kloster Holzen), Herbert Immenkötter, Schwester Ludmilla Schuler, Generaloberin Gunda Gruber, Walter Pötzl und Walter Merkt (Direktor Ursberg). Foto: Merk
Bild: Merk

Allmannshofen-Holzen Weit sichtbar sind die beiden Türme der Klosterkirche Holzen oben am westlichen Rand des Lech- und Schmuttertals. Der wechselvollen Geschichte dieses im 12. Jahrhundert gegründeten ursprünglich benediktinischen Konvents widmet sich ein neues Buch, dass jetzt vorgestellt wurde. Die Autoren von "Kloster Holzen - ein Juwel des schwäbischen Barock" sind Kreisheimatpfleger Prof. Walter Pötzl und sein Professorenkollege Herbert Immenkötter. Reich illustriert ist der knapp 160 Seiten umfassende Band mit Fotos von Joachim Feist, der die barocken Schätze des Klosters dokumentiert.

Erneut zeigt sich Pötzl, der sich mit 650 Jahren benediktinischem Leben in Holzen befasst, als profunder Kenner der regionalen Geschichte und überaus sorgfältiger Forscher. Großen Raum nimmt in seiner Schilderung das Leben und Wirken der Äbtissin Anna Katharina Hildegard Haslang von Haslangkreit, die von 1677 bis 1721 regierte. Sie verantwortete den Neubau des Klosters nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Damals entschloss man sich dafür, die gesamten Anlagen des Konvents auf dem Karlsberg anzusiedeln, wo er sich bis heute befindet. In seinem Vortrag zur offiziellen Vorstellung des Buches schilderte der Historiker, welche Macht die Äbtissin hatte. "Sie bestimmte über die Architekten, Baumeister nicht nur für das Kloster, sondern auch über die beigeordneten Pfarreien - das ging bis zur Bestimmung der örtlichen Priester.

Entstanden ist eine umfangreiche Anlage in üppigem Barockstil. Diese ist in vielen Details im neuen Buch fotografisch dokumentiert. Pötzl beschreibt auch, wie sich die Äbtissin intensiv um finanzielle Unterstützung bei anderen Klöstern bemühte, und liefert Angaben über die Kosten der Bauarbeiten sowie die beteiligten Handwerker und Künstler. "Holzen gehört wirklich zu den bedeutendsten Frauenklöstern im Bereich unserer Diözese", so Pötzl weiter. Doch die Äbtissin begnügte sich nicht mit der Arbeit als Bauherrin. Sie gab auch selbst ein mehr als 1000 Seiten umfassendes Buch heraus, in dem sie mehr als 300 Gebete, Litaneien und Andachten gesammelt hat.

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Auch Holzen blieb von der Säkularisation 1802/03 nicht verschont und wurde dem Fürsten Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen zugesprochen. Dieser gab den Nonnen lebenslanges Wohnrecht in einem Gebäude des Areals. Ab 1813 regierten die Grafen von Fischler-Treuberg die Herrschaft Holzen, das Kloster wurde zum Schloss.

Bei Versteigerung zugegriffen

Im Jahre 1927 griffen die Schwestern der Ursberger St.-Josefskongregation bei einer Versteigerung zu. Diesem jüngsten Abschnitt der Holzener Geschichte bis zum Jahr 1996 widmet sich Herbert Immenkötter. Somit wurde es zu einer Stätte der Behindertenarbeit, die es bis heute ist. Derzeit leben allerdings nur noch fünf Schwestern dort. Seit 1996 leistet das "Dominikus-Ringeisen-Werk der St. Josefskongregation in Ursberg" diese Arbeit als kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Wissenswertes erfährt der Leser auch über das "Holzener Jesuskind" und die heimatnahe Wallfahrt, die sich wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als früher bis in die heutige Zeit bewahrt hat.

Deren Vertreter Martin Burkhart ging bei der Buchvorstellung auf die sieben Wohngruppen, die Werkstatt und die Förderstätte ein, in denen nun Menschen mit Behinderung betreut und unterstützt werden.

Für eine stilvolle musikalische Begleitung des Abends sorgten Christoph Lang, Theresa Kiss und Thomas Umlauf, die alte Noten aus dem Holzener Archiv ausgegraben hatten.

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