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Hygiene

18.11.2017

Ein Automat kassiert für Wurst und Schnitzel

Bei der Metzgerei Hörmann in Aystetten kassiert ein Zahlautomat die Wurst ab. Kundin Ursula Wittmann führt es vor:
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Bei der Metzgerei Hörmann in Aystetten kassiert ein Zahlautomat die Wurst ab. Kundin Ursula Wittmann führt es vor:
Bild: Marcus Merk

In der neuen Filiale der Metzgerei Hörmann in Aystetten wird nicht mehr bei der Verkäuferin bezahlt. Wie das System ankommt und warum der Handel Bargeld auf dem Rückzug sieht.

Ohne zu zögern geht Ursula Wittmann zum Bezahlautomaten in der neuen Filiale der Metzgerei Hörmann in Aystetten (Kreis Augsburg). Nach ihrer Bestellung an der Fleischtheke hat sie einen Beleg mit Strichcode bekommen. Sicher scannt sie den Zettel, führt Scheine in einen der Schlitze, legt Münzen in ein Fach. „Ich kenne das schon“, sagt die Kundin. Sie findet den Kassenautomaten super. Ursula Wittmann gefällt, dass die Maschine auch das Geld wechselt und man den Betrag nicht passend haben muss.

Karin Hörmann leitet mit ihrem Ehemann zusammen die Metzgerei mit Stammsitz in Rehling und weiteren Filialen in Aindling und am Stadtmarkt in Augsburg. Den Kassenautomaten in der neuen Filiale in Aystetten hätten sie vor allem aus hygienischen Gründen eingeführt. Es gäbe immer mehr Auflagen, und „am Geld sitzen die meisten Keime“, betont sie. Die Wissenschaft gibt ihr recht: Das Uniklinikum Essen wies zum Beispiel Fäkalbakterien und Salmonellen auf Fünfeuroscheinen nach. Durch den Automaten kommen die Verkäufer nicht mehr in den Kontakt mit Bargeld und mit den Bakterien. Das Händewaschen sei immer ein zentrales Thema in der Metzgerei, der Automat würde die Mitarbeiter etwas entlasten und den Kunden Sicherheit bieten, ist Chefin Karin Hörmann überzeugt.

Seit Mitte Oktober gibt es die Filiale der Metzgerei in Aystetten in dem neuen Gebäude in der Ortsmitte. Die ersten Wochen ist Karin Hörmann selbst neben der Bezahlmaschine gestanden und hat den Kunden erklärt, wie das System funktioniert. „Einmal scannen, rechts die Scheine, links das Kleingeld“, so erklärt sie geduldig und immer wieder das Prozedere. „Es ist denkbar einfach“, betont sie. Mittlerweile brauchen die meisten Kunden der Metzgerei keine Hilfe mehr. Winfried Schnitzler aus Bieselbach sagt zum Beispiel: „Ich wurde ja einwandfrei eingewiesen.“ Auch er findet den Automaten gut. „Es geht genauso schnell, wie beim Kassierer“, betont er. Anna und Johannes Rehm gefällt der Hygienegedanken, der hinter der automatischen Kasse steht. Sie sind sich allerdings nicht sicher, ob der Automat wirklich ein Zeitersparnis bedeutet. „Das kommt wahrscheinlich darauf an, wie viele für Leute gerade im Geschäft sind“, vermutet Johannes Rehm.

Doch nicht nur in Aystetten ist man auf automatische Kassen umgestiegen.

Bernd Ohlmann, der Pressesprecher des bayerischen Handelsverbands, kennt die Vorlieben von deutschen Kunden. „Bezahlsysteme müssen grundsätzlich sicher, schnell und bequem sein.“ Der Handel würde sich danach richten, erklärt er. Für Ohlmann sind automatische Bezahlsysteme Teil der Digitalisierung. Der Bezahlvorgang werde sich verändern, man können aber noch nicht genau sagen, was sich durchsetzt, erklärt er. Aktuell seien die Deutschen im europäischen Vergleich noch die „Fans des Bargelds“, allerdings werde sich auch das bald ändern. Ohlmann erwähnt zum Beispiel automatische Kassensysteme per App und Scanner, die komplett auf den klassischen Bezahlvorgang verzichten. Amazon teste ein System, bei dem registriert wird, was der Kunde aus dem Regal nimmt und der Betrag wird beim Verlassen des Geschäfts von seinem Konto abgebucht.

Es gibt auch Kunden, die das Bezahlsystem nicht gut finden, räumt Karin Hörmann ein: „Einer von 50 ist nicht begeistert“, sagt sie. Dennoch bereut sie die Anschaffung nicht. „Die Technik wird sich durchsetzten, wenn das so positiv weiterläuft, schließen wir das für unsere anderen Geschäfte auch nicht aus.“

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