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Gesundheit

15.06.2017

Ein Defibrillator aus Derching hat in Aindling ein Leben gerettet

Defibrillatoren können Leben retten. Immer mehr dieser Geräte stehen im öffentlichen Raum, aber auch in Unternehmen und können im Notfall von jedermann bedient werden. (Archivbild)
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Defibrillatoren können Leben retten. Immer mehr dieser Geräte stehen im öffentlichen Raum, aber auch in Unternehmen und können im Notfall von jedermann bedient werden. (Archivbild)
Bild: Silvio Wyszengrad

Beim Fußballtraining bricht der Aindlinger Helmut Schaffelhofer zusammen. Weil dort ein Defibrillator zur Hand ist, können seine Kameraden ihm das Leben retten.

Helmut Schaffelhofer bringt es auf den Punkt. „Ohne Defi würde ich heute nicht mehr hier stehen“, sagte der Aindlinger beim Tag der offenen Tür im Friedberger Unternehmen MedX5. Kernkompetenz der im Derchinger Gewerbegebiet angesiedelten Firma ist die Verbreitung sogenannter Defibrillatoren, das sind einfach zu bedienende Geräte, die einen elektrischen Schock abgeben und damit ein außer Takt geratenes Herz wieder zum Schlagen bringen.

Es war zwei Tage vor Heiligabend 2015, als der 44-Jährige beim Fußballtraining so plötzlich zusammenbrach, dass seine Kameraden zunächst an einen schlechten Scherz glaubten (wir berichteten damals). „Keiner im Team wusste, was passiert war“, erinnert sich Matthias Drechsler aus Rehling, der damals mit im Team war. Zum Glück konnte er sich aber an einen Kurs erinnern, den er kurz zuvor bei der Feuerwehr absolviert hatte, und an den Defi, der erst seit vier Wochen im Sportheim hing. Drechslers korrekter Einsatz des Geräts rettete Schaffelhofer nach einem Herzhinterwand-Infarkt das Leben.

Heute hat Schaffelhofer einen Implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) im Körper und kann sogar wieder Sport treiben. „Er hat Elektroden, die zum Herzen führen, um dort eine lebensgefährliche Herzrhythmusstörung zu erkennen und im Bedarfsfall selbstständig einen Elektroschock abzugeben“, erläutert der Aindlinger.

Früher war der Gebrauch der Geräte Ärzten und Sanitätern vorbehalten und sie wurden nur im Krankenhaus und Rettungsdienst benutzt. Weil aber durch das Warten auf den Notarzt oft zu viel Zeit verstreicht, wurden die automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) entwickelt, die auch Laien problemlos bedienen werden können.

Moderne Geräte erkennen meist ohne Zutun der Ersthelfer, ob eine Schockgabe nötig ist. Je nach Bauweise wird entweder automatisch oder auf Knopfdruck ein Schock abgegeben. Die Energie, welche beim Schock abgegeben wird, wird ebenfalls durch den AED bestimmt. So müssen Ersthelfer lediglich auf die meist akustischen Anweisungen achten wie z. B. das Durchführen der Herz-Lungen-Wiederbelebung während der Rhythmusanalyse oder der Schockgabe das Einstellen der Herzdruckmassage (und ggf. Abstand zum Patienten nehmen). Solche AEDs hängen von Schmiechen bis Pöttmes inzwischen in vielen Ämtern, Banken, Rathäusern und Sporteinrichtungen.

„Als wir vor zehn Jahren mit dem weltweit ersten Verkauf von Defibrillatoren über einen Discounter begonnen hatten, wurde das damals noch als Skandal bewertet“, erinnert sich Volker Brand, Geschäftsführer von Med5X, „heute haben sich Defis etabliert.“ Die Friedberger Firma ist Gründungsmitglied der weltweit tätigen Citizens Save Lives Association, die sich zum Ziel gesetzt hat, Defibrillatoren-Standorte weltweit in einer App zu publizieren.

Beim Tag der offenen Tür konnten die Besucher ausprobieren, dass sie vor der Verwendung der lebensrettenden Geräte keine Scheu haben müssen. „Jeder sollte den Umgang beherrschen und sich einmal damit befassen, das Ganze ist wirklich kinderleicht“, sagte Martina Neumaier nach einer kurzen Einweisung durch Mitarbeiter des Unternehmens. So könne jeder Laie zum Lebensretter werden, betont Brand. Er will sich mit seiner Firma in den nächsten Jahren der weiteren Entwicklung von noch kleineren und preiswerteren Defis für jedermann widmen. 2005 bekam er den Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Schwaben für den MedX5 Check-Up. "Kommentar

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